Autobauer "Die Sanierung bei Opel ist gescheitert"

Opel rutscht offenbar noch tiefer in die Krise als bislang bekannt. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht die fehlende Flexibilität als wesentlichen Grund für die Probleme. Die ungenutzten Kapazitäten treiben die Kosten gerade in Krisenzeiten in die Höhe.

Ferdinand Dudenhöffer Quelle: dpa

„Die Opel Sanierung ist gescheitert, weil Opel keine Flexibilität besitzt.“, erklärt Dudenhöffer. „Der Knackpunkt bei Opel ist die fehlende Flexibilität. Sobald der Markt Europa schwächer wird, läuft das Unternehmen in Probleme“, so der Professor für Automobilwirtschaft am Center Automotive Research der Uni Duisburg-Essen.

Die Schwäche des Europageschäfts kommt gerade in der europäischen Staatschuldenkrise zum Vorschein. Die Produktion bei Opel sei dadurch weniger als 75 Prozent ausgelastet gewesen. „Das bedeutet im Autogeschäft dicke Verluste.“

Die Chronik des Opel-Dramas

Dudenhöffer führt zudem an, dass die gesamte General Motors Gruppe (GM) den Verkaufseinbruch in Europa nicht durch bessere Absätze in den USA oder Asien ausgleichen könne. Dies sei bei Volkswagen, BMW oder Mercedes der Fall, sie hätten daher auch kein Problem mit fehlender Auslastung an den Standorten. Die inflexiblen Produktionssysteme von Opel treiben die Kosten in die Höhe.

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Dieses strukturelle Problem wird durch ein personelles verstärkt. Dudenhöffer: „Schaut man in den GM-Board gibt es keinen Vorstand, der sich auf Produktionssteuerung im Autogeschäft versteht. Der Board von GM besteht aus pensionierten CEOs, einem früheren Analysten, früheren Unternehmensberater und ein paar Hochschullehrern. Fast alle sind Sanierungs-erprobt, aber eben wenig Produktionssystem-erprobt.“

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