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Autobauer Industrie kritisiert überhastete Einführung des WLTP-Abgastests

Abgase kommen aus dem Auspuff eines Fahrzeugs. Quelle: dpa

In drei Monaten wird das neue Abgastestverfahren WLTP verbindlich - bis dahin müssen noch über 500 Genehmigungen abgearbeitet werden. Die Autobranche kritisiert die aus ihrer Sicht überhastete Einführung des Testzyklus.

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Die deutsche Autoindustrie kritisiert abermals die aus ihrer Sicht überhastete Einführung neuer Abgastests. Die Branche rechnet damit, dass angesichts der zum 1. September verbindlichen neuen WLTP-Testverfahren aktuell noch über 500 Genehmigungen ausstehen, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Samstag in Berlin mitteilte.

Die EU hatte festgelegt, dass künftig für Verbrauchs- und Emissions-Messungen die „Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure“ (WLTP) verbindlich wird. Zusätzlich wird ein Jahr später zum 1. September 2019 noch ein Realtest verbindlich, bei dem im Fahrbetrieb auf der Straße gemessen wird („Real Driving Emissions“, RDE).

Die Einführung der neuen Abgasgesetzgebung erfordert eine Umstellung der Modellpalette auf Ottopartikelfilter und eine Neutypisierung bis spätestens 1. September 2018. Vor diesem Hintergrund kommt es bei den Autoherstellern derzeit zu Einschränkungen beim Angebot an Neuwagen.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen NEFZ und WLTP

Beim neuen Prüfzyklus WLTP geht es um eine bessere Abbildung des tatsächlichen Verbrauchs sowie der Schadstoff- und CO2-Emissionen. Kürzlich hatte VW deswegen Produktionsengpässe angekündigt, BMW stoppt vorübergehend die Produktion mehrerer Modelle mit Benzinmotoren für den europäischen Markt, um sie für die neuen Messungen fit zu machen. Auch bei Porsche kommt es zu einem eingeschränkten Modellangebot. Porsche widersprach am Freitag einem Medienbericht, wonach der Verkauf von Neuwagen in Europa insgesamt eingestellt werde. Die ersten neuen Porsche-Modelle mit Ottopartikelfilter sollen im September mit Varianten der Sportwagen 911 und 718 auf den Markt kommen, wie der Autobauer mitteilte. Alle weiteren sollen schrittweise danach kommen. Das knappe Zeitfenster für die Umstellung und neue Typisierung ergebe sich aus den Vorgaben des Gesetzgebers, betonte Porsche. Hinzu komme, dass es durch die Umstellung zu erheblichen Engpässen bei Prüfstandkapazitäten komme.

Der VDA macht nun die Politik für diese Probleme verantwortlich: „Erst zum 27. Juli 2017 wurden die Ausführungsbestimmungen und, damit verbunden, die vorzeitige Einführung eines Partikelfilters bei direkteinspritzenden Benzinern von der EU beschlossen. Dieser Einbau benötigt normalerweise einen Entwicklungs- und Produktionsvorlauf von drei Jahren“, heißt es in der Mitteilung. „Wenn die EU den WLTP-Einführungszeitpunkt für alle Neuzulassungen auf den 1. September 2019 gelegt hätte, also ein Jahr später, würde sich die Lage wesentlich entspannter darstellen. Es wäre nicht zu diesen Engpässen gekommen. Produktionsausfälle kann niemand wollen, sie schaden besonders dem Automobilstandort Deutschland.“

Diese Autos sind WLTP zum Opfer gefallen
BMW M3 Quelle: BMW
BMW M550i Quelle: BMW
BMW Siebener Quelle: BMW
BMW X5 Quelle: BMW
BMW X6 Quelle: BMW
BMW 430i xDrive Quelle: BMW
BMW 6er Gran Coupé Quelle: BMW

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