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Autobauer Spannungen zwischen PSA-Betriebsrat und Opel-Arbeitnehmervertretern

Exklusiv
Quelle: REUTERS

Im Streit um Kosteneinsparungen an den deutschen Opel-Standorten droht ein Konflikt zwischen deutschen Arbeitnehmervertretern und Kollegen der französischen Konzernmutter PSA.

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Im Disput um Kosteneinsparungen an den deutschen Opel-Standorten droht ein Konflikt zwischen deutschen Arbeitnehmervertretern und Kollegen der französischen Konzernmutter PSA. Einem Treffen der Gewerkschafter europäischer Standorte von Opel-Vauxhall und PSA in Brüssel blieben die deutschen Betriebsräte am vergangenen Freitag fern, wie der französische Gewerkschaftssekretär Christian Lafaye der WirtschaftsWoche berichtete. „Wir anderen sind umsonst angereist. Wir konnten nicht viel mehr tun, als zu sagen, dass wir alle zusammenarbeiten sollten.“

Betriebsräte der Standorte in Großbritannien, Spanien und Österreich sowie aus Frankreich hätten vergeblich auf den Input der deutschen Kollegen gewartet, die vorher nicht einmal abgesagt hätten. Laut Opel-Betriebsrat hatte das Fernbleiben rein organisatorische Gründe. Das Treffen sei ohne Absprache festgelegt worden, der Betriebsratsvorsitzende Wolfgang Schäfer-Klug an dem Tag nicht abkömmlich gewesen. Die IG Metall hatte ihren Leiter Betriebspolitik, Rudolf Luz, nach Brüssel geschickt. Den erkennt Lafaye aber nicht als adäquaten Vertreter der Opel-Arbeitnehmer an. Lafaye fordert, dass die IG Metall im Streit mit der PSA-Führung um Kosteneinsparungen „etwas auf den Tisch legen muss“.

Lafaye signalisierte bereits zuvor, PSA werde als Konzern nicht die Wettbewerbsprobleme deutscher Standorte schultern. „Die französischen Gewerkschaftspartner sind nicht bereit, den französischen Arbeitnehmern einen weiteren Plan zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit aufzubürden.“ Die PSA-Standorte hatten nach der Beinahepleite im Jahr 2013 zwei rigorose Sparpläne durchlitten. Patrick Michel, Sekretär des globalen Betriebsrats von PSA, signalisiert Verständnis: Womöglich seien die Deutschen zu sehr mit der Sorge um ihre Standorte beschäftigt. Aber auch er sagt: „Die effektivsten Gespräche sind die, wenn Vertreter der beiden größten Betriebsräte der Gruppe an einem Tisch sitzen. Das war diesmal nicht möglich.“

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