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Autobauer VW-Strategiechef: Milliardenerlöse mit E-Autos als Stromspeicher

Exklusiv
VW-Chefstrategie Michael Jost hat Pläne für Auto-Batterien. Quelle: imago images

Mit Elektroautos als Stromspeicher will VW zusätzliche Milliardenumsätze für Kunden und den Konzern selbst generieren. VW-Strategiechef Michael Jost hat aber noch weitere Pläne für Auto-Batterien.

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Der VW-Konzern plant, seine Elektroautos als Stromspeicher einzusetzen. Er will damit zusätzliche Milliardenumsätze für die Kunden und den Konzern erzielen. Wenn die Autos an das Stromnetz angeschlossen sind, könnten sie Strom laden, ihn aber auch wieder ins Netz einspeisen. So könnten die E-Autos als Puffer für Wind- und Solarstrom fungieren, sagte VW-Chefstratege Michael Jost der WirtschaftsWoche: „Unsere Autos werden mehr Speicherkapazität haben als alle Stauseen zusammen“, so Jost.

2027 werde sich die Speicherkapazität der bis dahin abgesetzten E-Autos auf rund ein Terawatt addieren. „Wenn wir die Autos als Stromspeicher einsetzen, sollte es möglich sein, pro Auto eine jährliche Vergütung von bis zu 500 Euro von den Energieversorgern zu bekommen“, sagte Jost. Von dieser Vergütung könnten „die Autobesitzer und auch wir profitieren“.

Bis Ende des Jahrzehnts will VW mehr als 20 Millionen E-Autos bauen. Auch wenn nur ein Teil davon als Energiespeicher die angepeilten Vergütungen erhalten sollte, ergäben sich zusätzliche Milliardeneinnahmen für den Konzern und die Kunden.

Weitere Zusatzgeschäfte soll es am Ende des Lebenszyklus eines Autos geben. Die Batterie habe dann noch eine Speicherkapazität von rund 70 Prozent, so Jost, und könne „noch mal zehn Jahre in Industrie und Haushalten als stationärer Stromspeicher eingesetzt werden“. Danach gehe sie in die dritte Verwertungsstufe, das Recycling: „Nach Abzug für den Recyclingaufwand hat sie einen Rohstoffwert von mehreren hundert Euro pro Fahrzeug“.

Auch wegen sinkender Batteriekosten rechnet Jost bis 2030 mit einer schnellen Verbreitung von E-Autos. Es werde bei Batterien bis dahin „sicherlich noch zwei oder drei Kostensprünge nach unten“ geben. Jost: „2030 rechnen wir in ausgewählten Märkten für Marken wie Volkswagen, Audi und Porsche mit einem Anteil von rein elektrischen Fahrzeugen von über 50 Prozent. Wie schnell danach der Verbrenner völlig aus unserem Angebot verschwindet, ist für uns nicht sehr relevant.“

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Der Umstieg von VW auf E-Autos werde durch „die regulatorischen Vorgaben in der EU, in den USA und in China bestätigt“, so Jost. „Wir haben gute Hinweise darauf, dass US-Präsident Joe Biden auch einen Green Deal mit ähnlichen Hochlaufkurven für E-Autos plant wie die EU. Auch in China rechnen wir mit einer weiteren Beschleunigung bei der Elektromobilität. Für uns ist dieser Gleichklang in den drei wichtigsten Märkten eine große Erleichterung.“

Mehr zum Thema: Bei der Umstellung auf E-Autos hat VW gegenüber seiner deutschen Konkurrenz die Nase vorn. Doch der Konzern ist noch nicht am Ziel: Ein weiterer Fokus soll unter anderem auf Batterien gelegt werden.

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