Autobauer VW übernimmt Porsche früher als geplant

Volkswagen und Porsche schließen sich dank eines Schlupflochs im Steuerrecht schneller zusammen als erwartet. Bereits zum 1. August will Volkswagen das Automobilgeschäft von Porsche übernehmen.

Porsche VW Winterkorn Müller Quelle: dpa

VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech setzt mit der beschleunigten Übernahme einen weiteren Meilenstein auf dem Weg, den weltgrößten Autohersteller zu schaffen. Die enge Kooperation der künftig zwölf Konzernmarken soll die Kosten deutlich senken. „Volkswagen und Porsche werden durch die Zusammenführung ihres operativen Geschäfts in Zukunft noch stärker - finanziell und strategisch“, erklärte VW-Chef Martin Winterkorn am Mittwoch.

Die Porsche-Holding, die bisher neben dem Sportwagenbauer Porsche AG auch gut die Hälfte der Volkswagen-Stammaktien besitzt, erhält von Volkswagen als Kaufpreis 4,46 Milliarden Euro und eine Stammaktie. Damit kann die hoch verschuldete Porsche-Holding ihre Verbindlichkeiten abbauen und hat sogar noch Geld für neue Investitionen übrig, die nach einer Satzungsänderung auch in Windkraftanlagen möglich sind. Volkswagen stockt im Gegenzug seine Beteiligung am Autobauer Porsche AG auf 100 Prozent von bisher 49,9 Prozent auf. Die Marke Porsche werde zu einem „festen Bestandteil“ des VW-Konzerns, begründete Winterkorn den Schachzug.

Welche Autobauer am besten für die Zukunft gerüstet sind
Mazda Quelle: dapd
Suzuki Quelle: obs
Der PSA-Konzern, zu dem die Marken Peugeot und Citroen gehören, liegt wie zuvor auf Platz 11. Für die Franzosen rächt sich laut CAM-Ranking ihre starke Fokussierung auf den europäischen Markt, der zunehmend härter umkämpft wird und zugleich Marktrückgänge verzeichnet. Quelle: dpa
Ebenfalls noch im Bereich der "Low Performer" befindet sich der Renault-Konzern. Allerdings konnte sich das französische Unternehmen um respektable vier Plätze nach oben kämpfen und landete so immerhin auf Platz 10. Und das, obwohl Renault einen Absatzrückgang von 7,1 Prozent verkraften musste. Quelle: REUTERS
Chrysler Quelle: REUTERS
Toyota Quelle: REUTERS
nissan Carlos Ghosn Quelle: REUTERS

Der Wolfsburger Konzern und die Porsche-Holding erwarten durch die beschleunigte Integration Einsparungen von rund 320 Millionen Euro, die sich beide Unternehmen brüderlich teilen wollen. Allein wegen der Übertragung einer einzelnen VW-Stammaktie kommen die Konzerne bei der Transaktion steuerlich weitaus günstiger weg als zunächst kalkuliert. Das Finanzamt wird bei der Übernahme voraussichtlich leer ausgehen. Nach Abstimmung mit den Steuerbeamten in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Berlin ist klar: Statt als Umwandlung kann die Übernahme auch als Restrukturierung eingestuft werden - ohne steuerliche Nachteile für die Unternehmen, die Porsche und VW bisher bei der Eingliederung einkalkuliert hatten. Bereits vor knapp einem Monat hatte die WirtschaftsWoche über den Steuer-Trick berichtet.

Steuerexperten hatten mit einem Ertrag aus Körperschaft-, Gewerbe- und Grunderwerbsteuer von bis zu 1,5 Milliarden Euro kalkuliert, wenn die Porsche AG mit milliardenschweren stillen Reserven im Gepäck rechtlich im Zuge einer Unternehmensumwandlung bei VW untergeschlüpft wäre. Steuerfrei wäre eine solche Umwandlung erst ab Mitte 2014 möglich gewesen. Die stillen Reserven müssen nun nicht zwingend aufgedeckt werden, steuerliche Belastungen „könnten vermieden werden“, heißt es in einer Reuters vorliegenden Rechtsauskunft der Steuerbehörden in Stuttgart.

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