Autobauer Wie BMW weiter wachsen will

Mehr Gewinn, mehr Umsatz, mehr Autos. BMW legte für 2011 ein Rekordergebnis vor - getrübt wird die Freude nur vom Ärger im Werk Leipzig.

BMW-Vorstandsvorsitzender Norbert Reithofer bei der Bilanzpressekonferenz des Autobauers. Quelle: REUTERS

Mehr Autos, mehr Umsatz, mehr Gewinn, mehr von allem: BMW hat wie andere deutsche Autobauer ein Rekordjahr hinter sich. Auch 2012 sollen wieder Bestwerte erreicht werden. Vor allem wollen die Münchner ihre Position vor Daimler und Audi nicht mehr hergeben.

BMW Bilanz 2011

BMW peilt 2012 ein weiteres Rekordjahr an und will die Rivalen Audi und Daimler dauerhaft auf Distanz halten. Allen Sorgen um die Konjunktur und die Euro-Schuldenkrise zum Trotz rechnet Konzernchef Norbert Reithofer mit einem guten Jahr für den Autobauer. „Es wird ein herausforderndes Jahr, in dem wir wieder erfolgreich sein wollen“, sagte der Topmanager am Dienstag bei der Vorstellung der Bilanz in München.

Gerade in Europa seien Verbraucher und Märkte durch die hohe Staatsverschuldung verunsichert. „Die Welt verändert sich mit hoher Geschwindigkeit“, sagte Reithofer. Dennoch: langfristig wolle BMW die Spitze der Oberklassehersteller verteidigen. „Wir haben bewiesen: Wir halten, was wir versprechen“, sagte Reithofer.

Das Unternehmen BMW

Bereits 2016 - im Jahr des 100. Geburtstag des Unternehmens - will BMW weltweit mehr als 2 Millionen Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce verkaufen, vier Jahre früher als bisher geplant. In den ersten beiden Monaten legte BMW weiter zu. Große Hoffnungen setzen die Bayern vor allem auf die Märkte in Übersee.

Boommärkte gibt es nur noch in Asien

Vor allem in Asien und Nordamerika, aber auch in boomenden Regionen wie Russland, Indien oder in Südkorea erwartet BMW kräftiges Wachstum.

Wie sich VW, BMW und Mercedes in China schlagen
Der größte Automarkt der WeltMit mehr als 18 Millionen neuen Pkw alleine im Jahr 2014 ist China der größte Automarkt der Welt. Fast ein Viertel aller Neuwagen weltweit werden hier verkauft. Dabei kommen auf 1000 Chinesen erst 61 Autos. In Deutschland sind es 540 auf 1000 Einwohner. Bei 1,3 Milliarden Chinesen ist das Potenzial noch riesig. Allerdings verlangsamt sich das Wachstum zusehends. Der chinesische Branchenverband geht für 2015 nur noch von drei statt sieben Prozent Wachstum aus. Auch der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA) erwartet, dass sich die Turbulenzen an den chinesischen Finanzmärkten und die Abkühlung der Konjunktur auf den Automarkt auswirken.
Volkswagen PkwFür die Wolfsburger ist China mit Abstand der wichtigste Markt. 2014 konnten die Wolfsburger 2,76 Millionen Autos im Reich der Mitte verkaufen – genau 35 Prozent aller Autos mit VW-Emblem. Im ersten Halbjahr 2015 setzte VW nur 1,3 Millionen Fahrzeuge ab (-6,7 Prozent). Wegen der schwachen ersten sechs Monate hat die Volkswagen AG ihre Absatzprognose für das gesamte Jahr gesenkt. Bisher war man von
Noch große PläneTrotz sinkender Kaufleute möchte der Volkswagenkonzern seine Produktionskapazitäten weiter aufstocken. Bis 2019 sollen 22 Milliarden Euro in den Aufbau neuer und verbesserter Werke fließen. Der Absatz soll auf fünf Millionen Fahrzeuge steigen, 30.000 neue Jobs entstehen – dann hätte VW in China über 100.000 Mitarbeiter. Aktuell betreibt VW gemeinsam mit seinen Joint-Venture-Partnern FAW und SAIC 18 Werke in China – in acht rollen fertige Autos vom Band, die anderen stellen Bauteile her. Auf einer China-Reise mit Kanzlerin Angela Merkel im Sommer 2014 kündigte VW-Chef Martin Winterkorn an, in China zwei weitere Standorte eröffnen zu wollen. Quelle: dpa
AudiDie VW-Premiumtochter verkaufte 2014 genau 578.900 (+18 Prozent) Fahrzeuge in China. Mit
BMWDie Bayern verkauften im vergangenen Jahr 456.000 Autos in China (+17 Prozent) – ein Fünftel aller weltweit verkauften BMW. Nach dem ersten Halbjahr 2015 ist die große Euphorie verflogen. Nur 230.000 Autos (+2,5 Prozent) schlugen die Händler los. Wegen des schwächeren Geschäfts soll BMW den rund 440 Betrieben eine Kompensation von 685 Millionen Euro zahlen. BMW kommentiert die Zahl nicht. Quelle: dpa
Trotz der
MercedesBei den Schwaben gingen im vergangenen Jahr 281.588 Autos (+29 Prozent) ins Reich der Mitte und damit 15 Prozent aller Fahrzeuge. Im ersten Halbjahr fuhren in China 165.000 Autos mit Stern vom Hof – ein Plus von fast 22 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Ein fantastisches Ergebnis für Mercedes und seinen China-Chef Hubert Troska (im Bild). Die Stuttgarter punkten mit ihrer neuen Modellpalette und profitieren von der Umorganisation ihres Vertriebs. Quelle: REUTERS

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