Autohersteller BMW will Werkverträge schärfer kontrollieren

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Der Autohersteller BMW will sich stärker gegen das Unterlaufen von Branchentarifen durch Werkverträge schützen.

BMW schickt i8 auf Testfahrt
Blau-weiße Farbgebung, das kennt man ja von BMW. Ansonsten ist der i8 aber alles andere als traditionell. Anlässlich von ersten Testfahrten mit Journalisten auf der französischen Teststrecke betonte das Unternehmen noch einmal, das beim i8 auch vieles anders ist als beim i3. So ist der 2+2-Sitzer kein rein batteriegetriebenes Elektroauto, sondern ein Plug-In-Hybrid ... Quelle: PR
Ursprünglich war mal von einem Dreizylinder-Diesel die Rede, doch nun treibt ein Benziner den i8 an. 231 Pferdestärken bringt der 1,5 Liter-Dreizylinder-Turbo ganz traditionell auf die Hinterachse. Hinzu kommt ein E-Motor mit weiteren 131 PS, der beide Vorderräder antreibt. Quelle: PR
Eine rein elektrische Reichweite von maximal 35 Kilometern und eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h sollen drin sein. Insgesamt leistet das System aber 362 PS. Das reicht, um i8 in 4,5 Sekunden von Null auf 100 km/h zu rasen. Quelle: PR
Auch das ist anders als beim i3: Der ansonsten baugleiche Elektromotor vorn hat zwei Gangstufen. Die erste ist fürs rein elektrische Fahren vorgesehen, die zweite sorgt dafür, den Verbrenner mit Boost zu unterstützen - bis zur Spitze von 250 km/h. Der Elektromotor gleicht zudem die Zugkraftunterbrechungen in der Sechsgangautomatik aus. Quelle: PR
Strom
Ein bisschen Show darf natürlich auch sein: Flügeltüren sind sicherlich kein Muss, erregen aber Aufmerksamkeit. Andererseits sorgen sie zwangsläufig für Ein-und Ausstiegs-Gymnastik. Quelle: PR
Das Schnittmodell zeigt den 1,5-Liter-Verbrennungsmotor an der Hinterachse, ein Dreizylinder-Turbo. Quelle: PR

„Wir prüfen, inwieweit man im Werkvertrag dem Vertragsnehmer faire Arbeitsbedingungen vorschreiben kann“, sagte ein Unternehmenssprecher und bestätigt damit entsprechende Informationen der WirtschaftsWoche. Danach will BMW in einem Pilotprojekt im Bereich Transportlogistik nur noch solche Dienstleister und Werkvertragspartner beauftragen, die nach Branchentarif zahlen und Zeitarbeitskräfte nach dem Grundentgelt dieses Tarifs entlohnen.

Bei Werkverträgen darf der Auftraggeber einem Arbeitnehmer keine direkten Anweisungen geben, andernfalls gilt dies als unerlaubte Leiharbeit und dem Auftraggeber droht etwa die Nachzahlung von Sozialabgaben. Zu Meinungsverschiedenheiten über die Rechtmäßigkeit von Werkverträgen zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat kommt es gerade im BMW-Werk Leipzig, wo BMW besonders viele Tätigkeiten an andere Unternehmen ausgelagert hat. „In den Verträgen ist alles akribisch festgehalten. Ob es in der Praxis wirklich von vorne bis hinten gelebt wird, da bin ich mir nicht so sicher“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Jens Köhler. BMW dagegen erklärte auf Anfrage, es sei „ausgeschlossen, dass ein Mitarbeiter eines Werkvertragspartners unzulässige Anweisungen von einer BMW-Führungskraft erhält“.

Nach Erhebungen der IG Metall sind die 3500 BMW-Stammkräfte in Leipzig schon in der Minderheit. Ihnen stehen 1800 Leiharbeiter sowie 2200 Beschäftigte von Werkvertragspartnern, Dienstleistern, Zulieferern und deren Sub- und Sub-Subunternehmern gegenüber.

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