Autoindustrie Nippons Autobauer auf Aufholjagd

Durch zwei Naturkatastrophen sind Japans Automobilhersteller ins Hintertreffen geraten. Doch 2012 wird das Jahr ihres Comebacks.

Toyota-Chef Akio Toyoda Quelle: REUTERS

Eigentlich klingt der Werbespruch ja ein wenig abgegriffen. „Nichts ist unmöglich“, trommelt Toyota seit Jahren auf allen Kanälen auf seine deutschen Kunden ein.

Doch der Slogan war nie so aktuell wie heute. Denn nichts passt besser zu den ehrgeizigen Absatzplänen, die sich Japans größter Konzern für 2012 vorgenommen hat. 8,48 Millionen Fahrzeuge will der Autobauer in diesem Jahr verkaufen. Das ist nicht nur ein Fünftel mehr als 2011, sondern zugleich so viel wie noch nie.

Würden die Kleinwagen-Tochter Daihatsu und der Nutzfahrzeug-Ableger Hino im gleichen Maß zulegen, käme die Toyota-Gruppe 2012 auf einen Absatz von rund 9,5 Millionen Stück. Damit spränge Nippons Paradekonzern vom derzeitigen dritten Platz hinter General Motors und Volkswagen zurück auf den Spitzenplatz unter den weltgrößten Autobauern, der 2011 an den deutschen und den amerikanischen Wettbewerber verloren ging.

Nach Horrorjahr 2011 soll 2012 zum Comeback werden

Mit seinem Signal zum Angriff steht Toyota in seiner Heimat nicht allein. Nach dem Horrorjahr 2011 mit riesigen Produktionsausfällen durch das Erdbeben in Japan und die Überflutungen in Thailand wollen Nippons Autobauer 2012 zum Jahr des Comebacks machen. Die Japaner seien eben nicht zu unterschätzen, meint Autospezialist Martin Tonko von der Japan-Niederlassung der Unternehmensberatung Roland Berger: „Sie sehen nicht einfach zu, wie ihre Marktposition schwindet.“

Die schönsten Modelle der Detroit-Show

Die schönsten Modelle von der Detroit Show
Seine USA-Premiere feiert der überarbeitete Audi A4. Neben den äußeren Neuerungen an der Front gibt es unter der Haube frische Technik. Quelle: Audi
Sämtliche Motoren haben jetzt eine Turboaufladung, auch Start-Stopp-Technik ist serienmäßig an Bord. Quelle: Audi
Bentley betreibt in Detroit Downsizing auf hohem Niveau. Der Continental GT erhält den aus den Audi-Modellen S6, S7 und S8 bekannten V8-Benziner mit Zylinderabschaltung. Da spart es sich doch gern. Quelle: dapd
Wie Audi bringt auch BMW sein neuestes Mittelklasse-Modell nach Amerika. Der neue 3er soll helfen, den gerade frisch eroberten Thron des führenden Luxus-Autobauers in den USA zu verteidigen. Quelle: Reuters
Das der neue 3er ein paar Zentimeter zugelegt hat, dürfte die meisten Amerikaner wohl nicht stören. Quelle: Reuters
Mit dem neuen ATS zielt Cadillac auch auf den europäischen Markt. Die Limousine soll in der hierzulande beliebten Mittelklasse für frischen Wind sorgen. Quelle: Pressefoto
Apropos frischer Wind: Der turbogeladene Zweiliter-Vierzylinder entwickelt bis zu 270 PS. Mit 135 PS Literleistung hat das Triebwerk einen der besten Werte für aufgeladene Benziner. Quelle: Pressefoto
Chevrolet hat den Sonic überarbeitet. In Europa wird dieses Modell unter dem Namen Aveo verkauft, der in den USA bereits für eine andere Baureihe vergeben ist. Quelle: dapd
US-Präsident Barack Obama hat bei einer Werksbesichtigung bereits im Sonic Platz genommen. Prominent ist auch der Beifahrer: Südkoreas Präsident Lee Myung-bak. Quelle: Reuters
Ford schickt einen neuen Fusion ins Rennen. Der Fusion ist eines der wichtigsten Modelle für Ford in den USA und war 2011 das meistverkaufte Auto seiner Klasse. Quelle: Ford
An das in Europa etablierte Markengesicht hat Hyundai das Genesis Coupé angepasst. Bis vor kurzem trug der Genesis noch einen deutlich kleineren Kühlergrill und nicht die geschwungenen Elemente in den Scheinwerfern. Quelle: Hyundai
Am Heck ändert sich nicht so viel. Aber unter dem Blech: Der V6-Benziner leistet jetzt bis zu 350 PS (statt 306 PS). Quelle: Hyundai
Lexus gibt mit dem LF-LC einen Ausblick auf die künftige Design-Linie. Nicht nur optisch lehnt sich der 2+2-Sitzer an den Supersportwagen LFA an. Quelle: Toyota
Mercedes zeigt zwei Hybride auf Basis der E-Klasse. In dem E 300 Bluetec Hybrid wird der (sonst als 250 CDI bekannte) 2,2-Liter-Diesel mit 204 PS von einem 27 PS starken Elektromotor unterstützt. Der Verbrauch: 4,2 Liter. Quelle: Daimler
Im E 400 Hybrid unterstützt derselbe Elektromotor einen 306 PS starken V6-Benziner. Die antriebsstarke Kombination soll dann im Normverbrauch 8,7 Liter Superbenzin schlucken. Quelle: Daimler
USA-Premiere hat auch der neue SL. Erstmals ist der große Roadster fast komplett aus Aluminium gefertigt. Dies reduziert sein Gewicht je nach Modell um bis zu 140 Kilogramm. Quelle: Pressefoto
In Verbindung mit der neuen Motorengeneration soll der neue SL um bis zu 28 Prozent sparsamer als sein Vorgänger sein. Zur serienmäßigen Ausstattung des SL gehören ein semiaktives Fahrwerk - auf Wunsch kann der Kunde das aktive Fahrwerk (ABC) bestellen. Eine neue elektromechanische Lenkung mit über den Lenkwinkel verstellbarer Kennung und geschwindigkeitsabhängiger Lenkunterstützung soll den Geradeauslauf stabilisieren. Quelle: Pressefoto
Erstmals geht es auch für den Mini Roadster in die USA. Auf der IAA war nur das geschlossene Mini Coupé zu sehen. Quelle: BMW
In dem Mini Roadster kommen insgesamt vier Motoren von 122 bis 211 PS zum Einsatz. Quelle: BMW
Die Bilder sind schon seit ein paar Tagen veröffentlicht, am Wochenende feiert das Porsche 911 Cabrio Premiere auf einer Automesse. Quelle: Porsche

Nicht nur die Produktion läuft bei fast allen Herstellern bereits wieder rund. Auch die Gewinne sollen, trotz des starken Yen, wieder kräftig steigen. Dafür sollen Kostensenkungsprogramme, Produktionsverlagerungen sowie neue Management- und Fertigungsmethoden sorgen.

Gute Aussichten auf Erfolg der Strategie

Die Aussichten, dass die Strategie Erfolg hat, stehen nicht schlecht. Bei ihrer geplanten Wiederauferstehung spielen den Herstellern aus Japan veränderte Trends auf ihren wichtigsten Märkten in die Hände. Und die schwache Position in bestimmten Regionen erweist sich als Segen, weil in diesem Jahr ausgerechnet dort die Autonachfrage zurückgehen dürfte: Europa schlittert in eine konjunkturelle Abkühlung und zittert vor den möglichen negativen Auswirkungen auf die Kauflust.

Zwischen Algarve und Ägäis haben die Japaner nur geringe Marktanteile. In China, dem größten Automarkt der Welt, wird ein geringeres Wachstum vorhergesagt. Dort fahren Japans Autobauer mit Ausnahme von Nissan in großem Abstand den Platzhirschen General Motors und Volkswagen hinterher.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%