WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Autoindustrie Chinas Autobauer kämpfen um ihren Markt

Seite 2/2

Topmanager aus Europa sollen helfen

Autohersteller zahlen ihren Mitarbeitern Rekordprämien
BMW zahlt nach dem Rekordjahr 2011 seinen Mitarbeitern eine Rekordprämie. Ein Facharbeiter in Bayern zum Beispiel erhalte 7650 Euro als Prämie, nach knapp 4900 Euro im Vorjahr, teilte der Autobauer am Mittwoch mit. Die Prämienzahlung erhalten die deutschen Tarifbeschäftigten des Konzerns. Quelle: dpa
Über alle Hierarchieebenen hinweg werde die Erfolgsbeteiligung der Mitarbeiter nach dem gleichen Prinzip geregelt: Sie berechne sich nach dem Jahresgewinn, der Umsatzrendite, der Dividende und einem einheitlichen Basiswert für jede Gehaltsgruppe. Die Prämie werde im Juli ausbezahlt. 2010 hatte BMW seinen Mitarbeitern an den deutschen Standorten deutlich weniger, im Schnitt rund 5840 Euro, gezahlt. Die zwei Jahre zuvor hatte es keine Erfolgsbeteiligung gegeben. Auch bei anderen Autobauern gibt es hohe vierstellige Beträge. Quelle: dpa
Volkswagen füllt die Taschen seiner Belegschaft nach dem Rekordjahr 2011 mit dem höchsten Bonus in der Firmengeschichte. Jeder der etwa 100.000 VW-Tarifmitarbeiter in den sechs westdeutschen Werken erhalte eine Ergebnisbeteiligung von 7500 Euro, teilte Personalvorstand Horst Neumann am Donnerstag mit. Quelle: ap
Volkswagen schüttet laut Tarifvertrag zehn Prozent des operativen Gewinns der Marke VW Pkw als Prämie an die Belegschaft aus. Wegen des hohen Gewinns hatte der Betriebsrat aber einen Aufschlag verlangt. Im Vorjahr waren 4000 Euro je Mitarbeiter gezahlt worden. Quelle: dpa
Der Wolfsburger Volkswagen-Konzern, zu dem acht Pkw-Marken, die beiden Lastwagenbauer Scania und MAN sowie die VW-Transportersparte gehören, hatte seinen Gewinn im vergangenen Jahr auf knapp 16 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Der Umsatz schwoll um ein Viertel auf 160 Milliarden Euro an. Quelle: dapd
Den Bonus für die Marke VW Pkw verhandelt der Betriebsrat mit der Geschäftsleitung aus. Er lasse keine Rückschlüsse auf den Gewinn der Marke zu, erklärte Volkswagen. Den höchsten Bonus unter den deutschen Autobauern erhalten jedoch die Tarifmitarbeiter einer VW-Schwestermarke. Quelle: dpa
Die rund 44.800 Tarifbeschäftigten an den deutschen Audi-Standorten bekommen angesichts des Rekordgewinns der VW-Tochter für das vergangene Jahr eine Rekordprämie. Im Schnitt zahlt der bayerische Konzern seinen Mitarbeitern für ihre Leistungen zwei Monatsgehälter - durchschnittlich summiert sich damit die Sonderzahlung auf 8251 Euro. Quelle: dapd

Bei der Bewältigung ihrer Probleme suchen sich die neuen Autobauer aus Fernost mittlerweile auch tatkräftige Unterstützung bei ehemaligen Topmanagern aus Europa. So leitet etwa Harald Leschke, zuvor Direktor der Sparte Zukunftsdesign bei DaimlerChrysler, den Great Wall Partner Litex in Bulgarien.

VW-Manager bei Qoros

In China ist der ehemalige Volkswagen-Manager Volker Steinwascher der neue Vize-Chef bei dem neugegründeten Qoros Automotive, einem Joint-Venture zwischen dem privaten Autobauer Chery Automobile und der israelischen Investmentholding Israel Corporation. Ende 2013 wollen die Partner das erste Auto auf die Märkte in China und Westeuropa bringen. Es wird wohl ein Familienauto sein, rund 15.000 Euro kosten und soll im Revier von VW Passat und Toyota Camry wildern. Bis 2015/2016 möchte Qoros rund 150.000 Autos jährlich herstellen. Nordwestlich von Shanghai sollen die Wagen gefertigt werden, von denen Qoros die eine Hälfte in China und die andere in Europa verkaufen möchte.

Peking drängt europäische Hersteller zurück

Auf dem Weg zur mehr Know-how und Absatz sind die chinesischen Hersteller bereit auch den Weg über Beteiligungen an westlichen Autobauern zu gehen. Das zeigten bereits Geely und SAIC. Geely hat sich die schwedische Traditionsmarke Volvo einverleibt, das prestigeträchtige britische Unternehmen MG Rover gehört seit 2005 der SAIC-Tochter Nanjing Automobile.

Da es mit der Emanzipation von den westlichen Industriepartnern ohne weiteres noch nicht klappt, mischte sich nun die chinesische Regierung ein. So meldete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua: "Die Regierung will die Unterstützung für ausländisches Kapital in der Automobilherstellung entziehen, weil eine gesunde Entwicklung der heimischen Autoproduktion benötigt wird."

Analysten vermuten, dass Peking die Chancen der heimischen Hersteller auf dem noch jungen Markt für Hybrid- und Elektrofahrzeuge stärken wolle. Mavin Zhu von LMC Automotiv Shangai: "Wir glauben, dass die neuen Richtlinien nur die Intentionen der chinesischen Regierung zeigen, aber vermutlich ausländische Autobauer in China nicht allzu stark beeinträchtigen werden."

Er hält es für unwahrscheinlich, dass die Regierung Kapazitätserweiterungen der Automobil-Joint-Ventures einschränken wird. "Nur Renault und einige Luxusmarken wie Landrover oder Jaguar könnten Probleme bekommen, sofern sie noch auf Genehmigungen für ihre geplanten Werke warten". Audi bekam jedoch den Stich der Regierung zu spüren. Die Ingolstädter Limousinen tauchen vorerst nicht mehr auf der Liste der Fahrzeuge auf, die Vertretern aus Politik und Partei vorschreibt, welche Autos sie kaufen können.

Dudenhöffer: "Chinesen brauchen noch zehn Jahre"

Doch unabhängig der politischen Maßnahmen, die Peking zugunsten seiner Autobauer ergreift ist klar, die Chinesen haben ihre Fehler schonungslos analysiert und wollen so schnell es geht besser werden. Auch die dick aufgetragene Bescheidenheit in Chengdu darf darüber nicht hinwegtäuschen.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

„Was wir in dem Bereich Consumer Electronics zurzeit erfahren, werden wir auch in zehn Jahren erleben“, sagt der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom CAR Center Automotive Research und meint damit die dritte asiatische Autowelle, die dann nicht aus Japan oder Südkorea, sondern aus China rollen wird. „Die Chinesen werden - wie in anderen Bereichen auch – eine eigne Industrie auf die Beine stellen und zwar ohne Kooperationspartner.“

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%