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Automarkt Russen auf der Überholspur

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Herrscher des russischen Marktes

Das sind die sparsamsten Autos
Mercedes SL 63 AMGLeistung: 537 PS Hubraum: 5,5 Liter Verbrauch: 9,9 Liter Benzin/100 Kilometer Preis: ab 160.000 Euro Besonderheit: Weniger Hubraum, mehr Leistung, vier Liter weniger Verbrauch als Vorgänger
Ford Focus 1.0 EcoboostLeistung: 100/125 PS Hubraum: 1,0 Liter Verbrauch: 4,8/5,1 Liter Benzin/100 Kilometer Preis: ab 18.050 Euro Besonderheit: Der erste Drei-Zylinder-Motor in der Golf-Klasse Quelle: Ford
VW Polo BlueGTLeistung: 140 PS Hubraum: 1,4 Liter Verbrauch: 4,7/ Liter Benzin/100 Kilometer Preis: k.A. Besonderheit: Zylinderabschaltung Quelle: Volkswagen
BMW M 550dLeistung: 381 PS Hubraum: 3,0 Liter Verbrauch: 6 Liter Benzin/100 Kilometer Preis: ab 80.000 Euro Besonderheit: drei Turbolader, mehr Power, spontaneres Ansprechen bei niedrigen Drehzahlen Quelle: BMW
Audi A3 1.8 TLeistung: 160 PS Hubraum: 1,8 Liter Verbrauch: 5,6–5,2 l/100 km Preis: ab 26.000 Euro Besonderheit: 50 Kilo leichter, 20 Prozent weniger Verbrauch Quelle: Audi

Da blieb den Konzernen keine große Wahl. Mittlerweile hat die Fertigung ausländischer Marken nicht nur den Import, sondern auch die Stückzahlen russischer Hersteller überflügelt. In den kommenden Jahren wird sich entscheiden, wer letztlich den russischen Markt beherrschen wird. Momentaner Platzhirsch ist die Allianz Renault-Nissan, die ein Viertel des Lada-Herstellers Awtowas hält und zudem Werke in Moskau und Sankt Petersburg betreibt. Dahinter tummeln sich VW, Ford, General Motors, Peugeot-Citroen und die asiatischen Hersteller Hyunday, Kia und Toyota. 11 der 15 größten Autobauer produzieren im Land.

Ende März gab Fiat-Chrysler bekannt, in St. Petersburg ein Werk zur Montage von jährlich 120.000 Geländewagen bauen zu wollen. Der Konzern hält 80 Prozent, die mehrheitlich vom russischen Staat kontrollierte Sberbank 20 Prozent. In das Werk sollen 32 Milliarden Rubel (rund 825 Millionen Euro) investiert werden. Russlands Markt für Geländewagen besitzt großes Wachstumspotenzial. Der Absatz nahm 2011 um 50 Prozent zu und dürfte 2012 um weitere etwa 12 Prozent wachsen.

Exporteure sind im Nachteil

Von der Konkurrenz ist jedoch kaum einer besser aufgestellt als Volkswagen. Nur Renault-Nissan hat im Januar und Februar mehr Autos verkauft als die Volkswagen Gruppe. Die Deutschen haben hinter Renault den höchsten Anteil lokal hergestellter Bauteile. So werden in Kaluga nicht nur Karosserie, sondern auch Achsen, Sitze und Teile der Innenverkleidung gefertigt. Die Anfangsschwierigkeiten scheinen fast vergessen.

Vielmehr denkt der Konzern über Expansion nach. Vor wenigen Wochen lief die Produktion des Skoda Yeti in der ehemaligen Wolga-Fabrik GAZ in Nischni Novgorod an. Künftig sollen dort 110.000 Autos verschiedener VW-Marken gebaut werden.

Auto



Wer jetzt noch nicht dabei ist, wird es künftig schwer haben. Russische Partner mit eigenen Kapazitäten sind schon vergriffen. Erst kürzlich wurde bekannt, dass Renault seinen Anteil an Awtowas in den kommenden Wochen auf über 50 Prozent aufstocken will. Ford kooperiert mit der russischen Montagefirma Sollers. GAZ ist mit Aufträgen von VW und GM ausgelastet. Hersteller ohne eigenes Werk haben durch Zölle erhebliche Preisnachteile. Lediglich Premiumhersteller wie Mercedes können das gelassen hinnehmen. Auch ohne Inlandsmontage verkauften die Stuttgarter vergangenes Jahr 29000 Autos, ein Plus von 50%.

Für Autobauer, die jetzt schon viel investiert haben, bleibt zu hoffen, dass der Markt keine zweite Vollbremsung hinlegt wie im Krisenjahr 2009. Die Rahmenbedingungen jedenfalls sind die gleichen. Die Wirtschaft hängt noch immer am hohen Ölpreis. Langfristig sehen Experten, wie etwa die Berater von PWC, jedoch wachsende Verkäufe. Eine Marktsättigung sei erst gegen 2025 in Sicht.

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