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Automesse Detroit VW-Chef Winterkorn schwelgt im Absatzrekord

Der Volkswagen-Konzern knackt den Absatzrekord von erstmals über neun Millionen verkauften Autos in 2012. Für dieses Jahr ist VW-Chef Martin Winterkorn vorsichtig mit optimistischen Prognosen.

Die größten Autobauer der Welt
Volkswagen-Chef Martin Winterkorn hat gut Lachen: "Wir werden in diesem Jahr wahrscheinlich erstmals mehr als zehn Millionen Fahrzeuge verkaufen, dieses große Ziel hatten wir eigentlich erst für 2018 angestrebt", sagte Winterkorn der „Bild am Sonntag“. "Unser großer Wachstumsmarkt ist natürlich China. Dort werden wir in diesem Jahr voraussichtlich 3,6 Millionen Autos verkaufen, von denen übrigens weit über 90 Prozent vor Ort in China gebaut werden." Erreicht VW dieses Ziel, stiegen die Wolfsburger dadurch zum größten Automobilhersteller der Welt auf. Doch noch sieht das Ranking der größten Autobauer wie folgt aus... Quelle: dpa
BentleyDer britische Luxuswagen-Hersteller Bentley hat im abgelaufenen Jahr so viele Autos verkauft wie noch nie. Die Volkswagen-Tochter mit Sitz in Crew lieferte 2013 genau 10.120 Wagen aus. 2012 waren es 8510. Im bisherigen Rekordjahr 2007 waren 10.014 Bentleys verkauft worden, wie Vorstandschef Wolfgang Schreiber sagte. „2013 ist das vierte Jahr in Folge, in dem der Absatz zweistellig steigt“, so Schreiber. Der weltweite Marktanteil im Preissegment über 150.000 Euro liege bei 25 Prozent. 86 Prozent der Produktion geht in den Export, vor allem in die USA, China und Nahost. Der europäische Markt läuft schleppender. Allerdings stieg auch der Absatz in Deutschland deutlich. 544 Bentleys wurden den Angaben zufolge 2013 nach Deutschland geliefert, ein Plus von 22 Prozent zum Vorjahr. Kunden warten derzeit im Schnitt 45 Monate auf ihren bestellten Bentley. Schreiber will den Absatz bis 2018 auf 15.000 Autos hochschrauben und dafür in den nächsten Jahren mehrere hundert Millionen Euro in den Standort Crew investieren. Die Mannschaft von derzeit 3700 Mitarbeitern soll allein um 400 zusätzliche Leute aufgestockt werden, um bis 2016 einen luxuriösen Geländewagen auf den Markt zu bringen. Von den Absatzzahlen der Autohersteller wie Audi, BMW oder Daimler kann Bentley allerdings nur träumen... Quelle: REUTERS
AudiAudi hat auch im Dezember deutlich mehr Autos verkauft und damit erneut ein Bestjahr perfekt gemacht. Im vergangenen Jahr verkaufte der Konzern weltweit rund 1,57 Millionen Autos, ein Plus von 8,3 Prozent. Bereits im November hatte Audi die Rekordwerte von 2012 erreicht. „Unser strategisches Etappenziel von 1,5 Millionen Auslieferungen haben wir zwei Jahre früher als geplant erreicht und sogar komfortabel übertroffen“, sagte Vorstandschef Rupert Stadler. Quelle: REUTERS
DaimlerDie Schwaben haben und im vergangenen Jahr 1,32 Millionen Autos ihrer Top-Marke Mercedes verkauft. Das entspricht einem Plus von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Quelle: dapd
BMWVon ihrer Kernmarke setzten die Bayern im vergangenen Jahr 1,54 Millionen Fahrzeuge ab. Das entspricht einem Plus von 12 Prozent gegenüber 2011. Quelle: dpa
Fiat-ChryslerDer Fiat-Konzern lieferte im vergangenen Jahr 4,2 Millionen Fahrzeuge weltweit aus - sechs Prozent mehr als 2011. Fiat profitiert dabei vom guten Geschäft der US-Tochter Chrysler. Denn ähnlich wie die Kollegen von PSA Peugeot Citroen litten die Italiener massiv unter der Absatzkrise in Europa, sie verkauften dort 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Quelle: dpa
Nissan RenaultCarlos Ghosn - Chef der französisch-japanischen Allianz - kann zufrieden mit sich sein. Bei Nissan lief es hervorragend, Partner Renault litt unter der Schwäche des europäischen Markts. Die Renault-Gruppe setzte weltweit 2,55 Millionen Fahrzeuge und damit 6,3 Prozent weniger als im Vorjahr. In Europa sank der Absatz um volle 18 Prozent. Die Marke Renault verkaufte weltweit 2,1 Millionen Fahrzeuge, Dacia knapp 360.000 Autos. In Deutschland setzte Renault inklusive der Marke Dacia im Jahr 2012 mit 170.000 Einheiten rund 11.000 Fahrzeuge weniger ab als 2011. Die Marke Renault allein verkaufte 2012 in Deutschland 123.779 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Der Marktanteil sank um knapp 0,4 Prozentpunkte. Quelle: REUTERS

Den schwächelnden Absatz in Europa müssten 2013 vor allem Nordamerika und Asien wettmachen. In Mexiko eröffnet VW sein weltweit 100. Werk.

Es ist Autoshow in Detroit und schon vor dem offiziellen Beginn der Messe Anfang dieser Woche, nutzt VW-Konzernchef Martin Winterkorn die Gelegenheit, den Markt einzuschwören auf ein neues Jahr mit „großen Herausforderungen, die vor uns liegen“ – nun ja, gäbe es diese nicht, wäre ihm der Job als Volkswagen-Chef wahrscheinlich auch zu langweilig. Ähnlich klangen seine Ankündigungen für 2012 im vorvergangenen Jahr.

Trotz einer angespannten Weltwirtschaftslage mit der Krise in Europa und der nicht weniger dramatischen Haushaltskrise in den USA, schwelgt VW-Chef Winterkorn in Absatzrekorden. Es ist in der Tat ein ziemlich fettes Plus, das der deutsche Autokonzern da im vergangenen Jahr hingelegt hat.

Mehr als neun Millionen Autos setzte der Konzern weltweit in 2012 ab, ein Plus von 11,2 Prozent. Ob VW damit das ganz große Ziel, den US-Rivalen GM zu überholen geschafft hat, ist noch nicht klar – die Amerikaner veröffentlichen ihre Zahlen erst. Noch liegt Toyota weltweit mit 9,7 Millionen verkauften Autos vorn. Spätestens 2018 will VW an die Spitze vorrücken.

Diese Traumautos stehen im Blitzlicht
Corvette C7Der Wagen ist ein "American Icon": Pünktlich zum 60. Geburtstag der Marke präsentiert Chevrolet auf der Detroit Motor Show sein neues Corvette-Model, den brandneuen Corvette Stingray, kurz C7. Die Amerikaner hatten zuvor ein großes Geheimnis aus dem neuen Muscle-Car gemacht, der Ende 2013 in Produktion gehen soll. Nach Europa dürfte die „Vette“ allerdings erst 2014 kommen. Einige technische Daten waren schon vor der Präsentation bekannt: Der C7 soll Spritspartechniken wie ein Start-Stopp-System und eine Direkteinspritzung an Bord haben. Im Vergleich zu den Vorgängern C2 und C3 ist sie deutlich leichter und am Heck schmaler. Den Kraftprotz treibt eine 6,2-Liter-V8-Maschine mit 455 PS Leistung an. Die 100 km/h erreicht die C7 binnen vier Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 300 km/h. Quelle: dapd
Cadillac Coupé ELR Quelle: dpa
Mercedes CLABereits einen Tag vor dem Start der Auto Show wurde der neue Mercedes CLA präsentiert. Das Modell baut auf der A-Klasse auf, ist aber mit rund 4,60 Metern sogar länger als die C-Klasse. Der CLA-Motor dürfte zwischen zwischen 122 und 211 PS auf die Straße bringen. Zum Aufpreis-Angebot zählt unter anderem ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Ab April 2013 ist er auf den Markt zu haben. Der Preis wird auf rund 28.000 Euro geschätzt. Quelle: dpa
Hyundai HCD-14Einen ersten Blick hatte der koreanische Autobauer Hyundai auf seine neue Limousine schon gestattet - nun wurde sie in Detroit stilecht präsentiert. Der Viertürer kommt mit einem luxuriösen Innenraum mit Ledersitzen und Edelholz. Eine kleine technische Revolution bietet das Eye-Tracking, mit dessen Hilfe sich Navigationssystem und Radio so einfach wie nie bedienen lassen. Quelle: dpa
Honda/Acura NSXIm vergangenen Jahr stellte auf der Detroit Motor Show Honda mit seiner Nobel-Tochter Acura mit dem NSX zum wiederholten Mal eine Sportwagen-Studie vor. Damals hieß es, dass das Modell "spätestens 2015" in den Handel kommen soll. Diese Studie soll - im Gegensatz zu vielen anderen zuvor - nun wirklich umgesetzt werden. Dieses Jahr wurde in Detroit nämlich die erste Serienversion präsentiert. Sie soll noch dieses Jahr den Markt erobern. Der NSX ist ein Hybrid, der mit einem V6-Benzinmotor und mehreren Elektro-Motoren daherkommt. Quelle: REUTERS
Infiniti Q50 Quelle: REUTERS
Honda Urban SUV ConceptDie Japaner stellten bei der NAIAS in Detroit eine Geländeversion des Honda Jazz vor. Diese soll auch in Amerika verkauft werden und so steht die passende Studie Honda Urban SUV Concept im Januar auf der NAIAS in Detroit. Wirklich viel hat Honda noch nicht durchsickern lassen: Design, Motorisierung und Preise sind noch unklar. Gemutmaßt wird aber, dass es einen Vierzylinder-Diesel mit 118 PS geben wird und eine spätere Weiterentwicklung des Urban SUV mit Hybrid-Technik fahren könnte. Quelle: dpa

Die Zahlen des vergangenen Jahres lassen Hoffnung wecken: Wichtigster Einzelmarkt für VW ist China. Hier legte der Konzern 2012 um knapp ein Viertel auf 2,81 Millionen Autos zu. Die Auslieferungen im westeuropäischen Kernmarkt ohne Deutschland fielen allerdings im vergangenen Jahr um 6,5 Prozent auf 1,85 Millionen Autos.

Asien, die Schwellenländer und die USA müssten in diesem Jahr den schwächelnden Markt vor allem in den südeuropäischen Ländern wettmachen. Er schließe nicht aus, dass auch Deutschland wirtschaftlich von der Krise in diesem Jahr empfindlich in Mitleidenschaft gezogen würde, sagte Winterkorn.

China ist VWs größter Einzelmarkt

Neben China machen vor allem die USA dem deutschen Autokonzern richtig große Freude. In den USA knackte VW mit mehr als 596 000 verkauften Autos 2012 den Uralt-Rekord von 1970 und legte im Vergleich zu 2011 um 34 Prozent zu. Auch in diesem Jahr soll es aufwärts gehen in Amerika. Winterkorn hofft, in diesem Jahr in den USA rund 600.000 Autos zu verkaufen.

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