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Automesse in Peking Autobauern drohen Überkapazitäten in China

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Noch hält die Goldgräberstimmung an

In Peking hat heute die chinesische Automesse begonnen. Neben einem stark wachsenden Premiumsegment hat in China auch der Markt für E-Autos großes Potenzial. Hersteller wie Toyota stellen deshalb auch zahlreiche Elektromodelle vor. Quelle: dpa

Noch können die deutschen Hersteller allerdings vom chinesischen Autoboom zehren. Zwar gingen die Verkäufe im ersten Quartal sogar zurück - doch blieb vor allem der Premiummarkt davon unberührt. Die Zahl der Millionäre steigt, die kaufkräftige Mittelschicht wächst weiter - und mit ihr der Hunger nach Mobilität und dem Statussymbol Nummer 1, dem Auto. BMW hat in den ersten drei Monaten des Jahres schon so viele Wagen verkauft wie im ganzen Jahr 2009. Auch Daimler ist gegen den Trend gut ins Jahr gestartet. Auf der Pekinger Messe feiern keine ganz neuen Luxusmodelle Premiere, sondern etwa Langversionen bekannter Reihen wie dem Dreier-BMW. Denn wer es sich leisten kann, kauft nicht nur deutsch, sondern vor allem groß.

Nachholbedarf für chinesische Hersteller

Mit Blick auf das Gesamtjahr dürfte auch das Wachstum im Massenmarkt wieder anziehen. Vertreter Chinas erwarten, das die schwächeren Zuwachsraten seien ohnehin nur vorübergehend gewesen. "Die Talsohle ist erreicht", sagte der Vize von Chinas Personenwagenvereinigung, Cui Dongshu, zu Messebeginn. Er verwies darauf, dass die Entwicklung des chinesischen Automarktes erst zehn Jahre jung sei. Da gebe es noch enormen Nachholbedarf.

Viel aufzuholen haben insbesondere die zahlreichen chinesischen Hersteller, die um einen guten Platz inmitten der mehr als 130 Marken kämpfen, die auf dem Markt konkurrieren. Rein äußerlich ähneln die chinesischen Wagen zwar nach wie vor sehr stark ihren westlichen Vorbildern. Doch als Marke haben sich viele junge Firmen in China noch nicht etabliert. Das erschwert zusätzlich das Geschäft mit dem Auto als so wichtigem Statussymbol - und spielt den Deutschen in die Hände, die von der chinesischen Konkurrenz bislang wenig zu befürchten haben.

Volkswagen war der erste deutsche Hersteller, der in China Autos verkaufte. In zwei Joint-Ventures mit den chinesischen Unternehmen FAW und SAIC bauen die Wolfsburger zahlreiche Modelle nur für den chinesischen Markt. Die mehr als 300.000 verkauften Audis inbegriffen, setzte der VW-Konzern im vergangenen Jahr 2,26 Millionen Fahrzeuge in China ab. Das war Rekord und mehr als ein Viertel aller verkauften Autos des Konzerns. Und ein Ende ist nicht in Sicht: Gerade kündigte VW den Bau eines neuen Werks im noch wenig erschlossenen Westen der Republik an. Die Goldgräberstimmung in China wird noch eine Weile weitergehen.

Mit Material von Reuters und dpa.

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