WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Automesse Shanghai Angriff auf die deutschen Autobauer

Auf der 15. Auto-Messe in Shanghai setzen alle auf Wachstum. Auch die Chinesen selbst wollen im immer noch stark wachsenden Automarkt mitmischen. Eine Chance liegt in den Elektro-Autos.

Die Highlights von Shanghai
VW CrossBlue Coupé StudieBei diesem SUV handelt es sich um einen Plug-In-Hybriden mit V6-Turbo-Benzin-Direkteinspritzers (TSI) und zwei Elektromotoren. So entwickelt er eine Leistung von 305 kW / 415 PS. Von Null auf hundert beschleunigt der CrossBlue in 5,9 Sekunden, bei einer Höchstgeschwindigkeit von 236 km/h. Im Inneren setzt VW auf einen edlen Lounge-Look. Quelle: Volkswagen
Nissan Friend-MeDas Concept Car der Japaner soll vor allem junge Chinesen ansprechen. Deshalb setzt Nissan auf ein aggressiv-sportlich-cooles Design. Das neue Infotainment-Konzept besteht aus einer Mittelkonsole, die sich vom Armaturenbrett bis in den Fond sieht und alle Sitzplätze mit großflächigen Informations-Bildschirmen versorgt. Findet ein Insasse zum Beispiel, r interessante Inhalte auf seinem Smartphone findet, kann er sie auf die On-Board-Bildschirme übertragen und so mit den anderen teilen. Quelle: Nissan
BMW X4Eine Coupé-Version des X3 stellt BMW in Shanghai vor. Dafür sorgt die geschwungene Dachlinie des X4 Concepts. Drei Blechkanten an der Seitenansicht sollen das Modell kraftvoll, aber auch nicht zu wuchtig erscheinen lassen. Quelle: BMW
Beetle mit iPhone-AnbindungWeltpremiere feierte die Symbiose aus iPhone und VW Beetle. Das Smartphone wird künftig über eine eigens entwickelte App („Volkswagen Car Net The Beetle“) und eine Dockingstation in die Fahrzeugfunktionen des Beetle und Beetle Cabriolets integriert. Es wird entweder als optionales Ausstattungsfeature oder als serienmäßiges Ausstattungsdetail des ebenfalls neu konzipierten iBeetle bzw. iBeetle Cabriolet erhältlich sein. Generell sind alle iPhone-Funktionen im Beetle nutzbar, neu hinzukommen u.a. Funktionen, die das iPhone zum erweiterten Bordinstrument des Beetle machen. Quelle: Volkswagen
Porsche PanameraVier Jahre nach der Einführung des Porsche Panamera stellt die Stuttgarter Luxusautoschmiede die zweite Generation des Modells vor. Außer auf ein aufgefrischtes Design setzt Porsche auch auf sparsamere Technik. Der neue Dreiliter-V6-Motor soll weniger verbrauchen und leistungsstärker sein. Beim Panamera S E-Hybrid sollen es nur 3,1 Liter Benzin auf 100 Kilometer sein. Dessen Lithium-Ionen-Akku lässt sich auch an einer Haushaltssteckdose aufladen. Quelle: Porsche
BMW mit neuer MarkeDoch nicht nur mit dem BMW X4 will BMW in China punkten. Ab November will BMW gemeinsam mit seinem chinesischen Partner Brilliance eine neue Marke namens "Zinoro" etablieren. Dann soll der erste Wagen der Submarke auf der Guangzhou Motor Show vorgestellt werden. Ab 2014 ist die Produktion geplant. Die Wagen sollen ausschließlich für den chinesischen Markt gebaut werden. Insgesamt kooperieren BMW und der Hersteller Brilliance China Auto schon seit zehn Jahren miteinander: Entstanden sind bisher der X1, der 3er und der 5er BMW – beide Limousinen gibt es exklusiv für China in einer Langversion. Preislich bietet BMW die Fahrzeuge etwas günstiger an als in Deutschland, um sich dem Markt anzupassen. Quelle: dpa
Ford Escort ConceptSpeziell für chinesische Kunden konzipiert wurde der Ford Escort Concept. Damit verstärkt Ford sein Engagement auf dem Markt. Der Ford Escort Concept rückt gezielt die Kompaktwagen-Klasse des Reichs der Mitte ins Visier - jenes Segment, in dem mehr als 25 Prozent aller Neufahrzeuge in China abgesetzt werden. Copyright: Ford-Werke GmbH Quelle: obs

Angeblich gibt es eine Regel auf der chinesischen Automesse: Je leicht bekleideter die Damen, die vor dem Auto lächelnd herumstehen, desto schlechter das Fahrzeug. Rund 2000 Autohersteller und Zulieferer aus 18 Ländern präsentieren hier rund 1300 Autos, davon 111 Weltpremieren. Nun gibt es auf der Automesse eine große Zahl von dünn bis kaum angezogenen Mädchen, die sich vor diversen Automodellen räkeln, um Pressefotografen zumindest mit dieser Art von Kurven zum Fotografieren zu verleiten.

Während in Europa die Stimmung eher mies ist, gibt sich die deutsche Autobranche auf der Messe positiv und manchmal gar euphorisch. Denn: Die Chinesen lieben deutsche und ausländische Autos. Alleine der VW-Konzern hat sich 20,3 Prozent Marktanteil erobert. Die deutschen Marken dominieren das Geschehen. Für sie gedeiht der Markt und lässt die Bosse strahlen. So referierte Daimler-Chef Dieter Zetsche auf dem Stand seines Hauses vor der Presse die relevanten Eckdaten: 2012 kauften die Chinesen 13 Millionen neue Autos. 2013 werden es zwischen einer und 1,7 Millionen mehr sein. 2020 rechnet der Daimler-Chef, dass jeder dritte Neuwagen auf der Welt einen chinesischen Käufer findet. Somit erklärt sich der Umstand, dass die seit 1985 im Rhythmus von zwei Jahren veranstaltete Automesse die derzeit wichtigste der Welt ist. 111 Premieren von Serienfahrzeugen und 69 Studien auf einer Automesse sind ein einsamer Rekord.

Chinesen lieben deutsche Autos

Der Erfolg der deutschen Hersteller kommt nicht von ungefähr. Autos "Made in Germany" bieten hohe Qualität, Status und treffen damit den Geschmack der Käufer. In Shanghai huldigen sie dem Trend zu SUVs mit durchweg gelungenen Studien. Bereits ganz nah an die Serie hat sich der Mercedes GLA heran gearbeitet. Die Allradversion der A-Klasse kommt bereits 2014. Das vierte Modell auf Basis der Frontmotor-Plattform, die bislang die A- und B-Klasse sowie die viertürige Limousine CLA hervorgebracht hat, orientiert sich am Audi Q3 oder am BMW X1. Bei der Motorisierung der Studie GLA entschied sich der Hersteller für den bereits bekannten 1,6-Liter-Benziner mit 155 kW/211 PS.

China-Gewinner Volkswagen

15,5 Millionen Autos wurden 2012 in China abgesetzt, 2,6 Millionen davon verkaufte allein Volkswagen. Das China-Geschäft macht rund ein Viertel des weltweiten Absatzes von VW aus. "In Ostchina verlangsamt sich das Wachstum", sagt Uwe Haizmann, China-Chef des Konzerns. "Es steigt aber in Süd- und Westchina, wo wir neue Fabriken eröffnen."

Auch die jüngste Rückrufaktion von 380.000 Wagen trübt die Wachstumsaussichten nicht. Am 15. März, dem Weltverbrauchertrag, war Volkswagen neben Apple und zwei chinesischen Firmen im Staatsfernsehen CCTV angeklagt worden: Seine Getriebeschaltung DSG funktioniere schlecht. Daimler, BMW und Audi wurde außerdem vorgeworfen, giftige Dämmstoffe zu verwenden. China-Kenner vermuten dahinter eine gezielte Attacke auf ausländische Konzerne. Wer in China Autos verkaufen will, muss sich einen heimischen Partner suchen. "Alle Joint-Ventures sind Zwangs- und keine Liebesheiraten", sagt Autoexperte Jochen Siebert von der Unternehmensberatung JSC in Shanghai. "Insofern läuft keines besonders glücklich." Pekings Strategie, über Technologie-Transfers heimische Autobauer zu stärken, geht trotzdem nicht auf: Nur drei von zehn verkauften Fahrzeugen kommen von chinesischen Herstellern. Das stinkt der Regierung in Peking.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%