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Automobilbranche Daimler im A-Klasse-Rausch

Alle wollen die neue A-Klasse. Daimler muss wegen der hohen Nachfrage die Produktion ausweiten. Ein großer Erfolg für Konzernchef Dieter Zetsche. Und ein Lichtblick im Krisenjahr 2012.

Daimler-Chef Dieter Zetsche - am Mittwoch legt der schwäbischen Premiumautobauer die Zahlen für das zweite Quartal vor. Quelle: REUTERS

Mitten in der europäischen Absatzkrise wirkt die Daimler-Meldung wie aus einer anderen Welt: Die neue A-Klasse komme bei den Kunden so gut an, dass die beiden Mercedes-Werke in Rastatt und im ungarischen Kecskemét komplett ausgelastet werden. Daimler-Produktionsvorstand Wolfgang Bernhard kann sich zurecht freuen, als er diese Nachricht verkündet. Gerade hat der französische Autokonzern PSA Peugeot Citroen angekündigt hat, sein Werk bei Paris bis 2014 mangels ausreichender Auslastung zu schließen - bei Daimler hingegen sind so viele Bestellung aufgelaufen, dass die Werke überlastet sind. Der Marktstart für die eben vorgestellte A-Klasse ist erst Mitte September, doch schon jetzt lägen über 40.000 Bestellungen vor. Um dem Ansturm gerecht zu werden, lässt Daimler in den kommenden Jahren mehr als 100.000 Einheiten der neuen A-Klasse beim finnischen Zulieferer Valmet in Auftrag fertigen.

Angriff mit der A-Klasse
Dr. Dieter Zetsche, Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars (rechts), Dr. Wolfgang Bernhard, Vorstandsmitglied der Daimler AG, Quelle: Pressebild
Ein Werksmitarbeiter montiert am Montag (16.07.12) im Mercedes-Werk in Rastatt einen Mercedes-Stern an eine Mercedes-Benz A-Klasse. Quelle: dapd
Dieter Zetsche (l), Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, und Wolfgang Bernhard, Vorstandsmitglied der Daimler AG Quelle: dpa
Mitarbeiter bei der Fertigung der A-Klasse Quelle: Pressebild
a-klasse Quelle: Pressebild
Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, präsentiert am Montag im Werk Rastatt der Daimler AG die neue Mercedes-Benz A-Klasse Quelle: dpa

Die frohe Kunde kommt zur rechten Zeit. Am Dienstag wird Daimler die Zahlen für das zweite Quartal bekannt geben - als erster der drei deutschen Premiumautobauer. Analysten erwarten einen deutliches Plus bei Umsatz und Gewinn - insgesamt wird 2012 aber ein schwieriges Jahr werden. Arndt Ellinghorst, Analyst der Credit Suisse, sagte im Handelsblatt, er rechne nicht damit, dass Daimler sein Gewinnziel von neun Milliarden Euro erreichen könne. "Der Konzern müsste dazu im zweiten Halbjahr rund zwölf Prozent mehr verdienen als in der ersten Jahreshälfte, womit ich nicht rechne."

Rückblick auf das erste Quartal

Unter den Oberklasse-Herstellern ist Daimler aktuell der schwächste. Audi und BMW haben im ersten Halbjahr sowohl auf dem europäischen als auch auf den asiatischen Märkten mehr Autos abgesetzt. So verkaufte Audi in Westeuropa in den ersten sechs Monaten 4,7 Prozent mehr Autos als im Vorjahr, in der gesamten EU waren es 4,5 Prozent mehr. Audi-Chef Rupert Stadler sieht sein Unternehmen „klar auf Kurs“. Der Autohersteller peile für das Gesamtjahr weiterhin einen Absatz von 1,4 Millionen Autos an. Audi steigerte seine Auslieferungen im ersten Halbjahr in China um 37,8 Prozent, in den USA um 16,5 Prozent.

BMW musste im ersten Halbjahr auf dem europäischen Markt zurückstecken. Die gesamte Gruppe büßte ein Prozent ein, die Marke BMW verlor 0,8 Prozent, Mini 1,6 Prozent. Allerdings ging es - zumindest für Mini - im Monat Juni schon wieder leicht bergauf, nämlich um 0,9 Prozent. Verglichen zum Vorjahresmonat hat die BMW-Gruppe insgesamt jedoch 0,5 Prozent weniger Autos innerhalb der EU verkauft. Auf dem westeuropäischen Markt waren es im Juni dagegen 0,2 Prozent mehr. BMW-Chef Reithofer zuversichtlich: „Wir sind auf dem besten Weg, im Gesamtjahr einen neuen Absatzrekord zu erzielen.“

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