Automobilbranche Porsche auf Expansionskurs im Ausland

Nach Jahren der Expansion bremst Porsche seinen Mitarbeiteraufbau. Künftig wird vor allem im Ausland eingestellt. In der Produktion in Deutschland will die VW-Tochter trotzdem weiter investieren.

Uwe Hück:

Der Sport- und Geländewagenbauer Porsche will seinen Mitarbeiterstamm künftig weniger stark ausbauen als in den vergangenen Jahren. Die VW-Tochter werde weltweit in den kommenden fünf Jahren durchschnittlich 1000 neue Mitarbeiter jährlich einstellen, sagte Personalvorstand Thomas Edig am Standort des Porsche-Entwicklungszentrums in Weissach. Das Unternehmen werde sehr deutlich wachsen - vor allem aber im Ausland

Porsche hatte schon im ersten Quartal die ursprünglich für 2018 angepeilte Schwelle von 20.000 Mitarbeitern überschritten. Ende Juni habe es weltweit 21 500 Beschäftigte gegeben, sagte Edig. Seit 2009 habe Porsche im Schnitt neue 2000 Mitarbeiter jährlich eingestellt.

Porsche Cayman – der sportlichere Elfer?
Auf der Los Angeles Auto Show feiert der Porsche Cayman gerade seine Weltpremiere. Die ab März nächsten Jahres erhältliche dritte Generation des kleinen Porsche kommt flacher, gestreckter, leichter, schneller und sparsamer im Verbrauch daher. Auf den ersten Blick scheint das nachvollviehbar, denn das Schwestermodell Boxster, von dem sich der Cayman Technik und Design leiht, konnte bereits in Tests überzeugen. Quelle: Presse
Nachdem Porsche im vergangenen Frühjahr bereits den neuen Boxster präsentiert hat, schieben die Zuffenhausener jetzt auch den geschlossenen Bruder Cayman nach. Natürlich ist das Blechkleid des Zweisitzers weitgehend mit der Cabrio-Version identisch. Unterschiede gibt es im Heckbereich. So zeichnet das Coupé eine flacher auslaufende Dachlinie und ein deutlich größeres Heckfenster aus. Spurweiten und Radstand stimmen mit der Cabrioversion überein, im Gegensatz zum Vorgängermodell ist der Radstand aber um sechs Zentimeter auf 2,48 Meter angewachsen. Gleichzeitig verfügt der Mittelmotor-Sportwagen aber über kürzere Überhänge an Front und Heck. Quelle: Presse
Für den Antrieb stehen zwei unterschiedliche Boxer-Motoren zu Wahl, die unsichtbar in den Tiefen des Fahrzeugs vor der Hinterachse eingebaut sind. Sie verfügen über eine Benzin-Direkteinspritzung und sind zudem serienmäßig mit einem Start-/Stopp-System ausgerüstet. In der Version als Cayman leistet der 6-Zylinder-Mittelmotor aus 2,7 Litern Hubraum 202 kW/275 PS und soll das Coupé in 5,7 Sekunden von Null auf 100 km/h beschleunigen. Als Höchstgeschwindigkeit gibt Porsche 266 km/h an. Quelle: Presse
Noch bessere Fahrleistungen bietet der Cayman S. Sein Hubraum beträgt bei ebenfalls sechs Zylindern 3,4 Liter. Dies soll für ein Sprintergebnis von 5,0 Sekunden von Null auf 100 km/h sorgen und für eine Höchstgeschwindigkeit von 283 km/h reichen. Auch beim Durchzug liegt die S-Version deutlich vorne. Hier garantieren 370 Newtonmeter Drehmoment, gegenüber 290 Newtonmetern beim kleinen Bruder, ein spürbares Plus an Durchzugskraft. Beide Triebwerke werden übrigens auch im Boxster eingebaut, müssen dort aber mit jeweils zehn PS weniger Leistung auskommen. Übertragen wird die Kraft über ein manuelles Sechsganggetriebe an die Hinterräder. Eine Siebengang-Doppelkupplung gibt es für beide Versionen gegen Aufpreis. Quelle: Presse
Damit die Fahrleistungen auch in sportlicher Manier umgesetzt werden können, haben die Porsche-Techniker die Karosserie gegenüber dem Vorgängermodell deutlich verstärkt, das Fahrwerk gründlich überarbeitet und neue Dämpferabstimmungen gewählt. Auch das Coupé verfügt jetzt über eine elektromechanische Lenkung. Und während der Cayman seinen Kontakt zur Fahrbahn über 18-Zoll-Reifen hält, ist der Cayman S mit 19-Zöllern unterwegs. Optional kann der Kunde sein Fahrzeug aber auch mit 20-Zöllern bestücken. Quelle: Presse
Ein weiterer Grund für die sportlicheren Fahrleistungen liegt sicherlich auch in der Reduzierung des Fahrzeuggewichts bis zu 30 Kilogramm. Dieses ist effizienter verteilt und der Wagen erreicht eine ausgeglichene Balance. Zudem wirkt sich das niedrigere Gewicht auch auf den Verbrauch aus.  Porsche gibt für seinen neuen Cayman in der 202 kW/275 PS-Version 8,2 Liter SuperPlus je 100 Kilometer bei einem CO2-Ausstoß von 192 Gramm pro Kilometer an, für den stärkeren
Von vorne ist der neue Cayman an seinen dominanten, zur Seite hin größer werdenden Kühllufteinlässen zu erkennen. Diese sind im Vergleich zum Boxster nochmals weiter ausgestellt. Genauso spezifisch für die neue Generation des Sportcoupés ist die große, flache Heckklappe aus Aluminium und das Heckteil mit den umlaufenden Kanten. An die Heckklappe schließt unmittelbar das dünne Blatt des Heckspoilers an, das im Vergleich zum Boxster höher und in einem steileren Winkel ausfährt. Insgesamt tritt der Cayman noch eigenständiger auf als bisher und differenziert sich deutlich von seinem Vorgänger. Quelle: Presse

Der Autobauer war zuletzt auf strengem Expansionskurs. Bis Ende Mai hatte Porsche seine an die Kunden ausgelieferten Fahrzeuge auf 71 478 gesteigert. 2015 will das Unternehmen die Marke von 200.000 Autos in einem Gesamtjahr knacken. Dieses Ziel sei an die Mitarbeiterzahl von 20.000 gekoppelt, sagte Betriebsratschef Uwe Hück, der auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender ist.

Ein Konzept für einen Ausbau der Produktion auf bis zu 300.000 Fahrzeuge gebe es nicht, berichtete Hück. Porsche sei keine Legebatterie, sondern müsse seine „Garagenduft-Mentalität“ erhalten.

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Porsche hat bereits in den vergangenen Jahren seine Produktivität stetig gesteigert. Liefen in Zuffenhausen 2011 noch 164 Autos täglich vom Band, sind es aktuell mehr als 200. „Das ist erst der Anfang“, sagte Hück. „Wir brauchen Gewinn, um das Soziale abzufedern.“

Die Arbeitnehmer haben mit der VW-Tochter gerade erst eine neue Betriebsvereinbarung für Auszeiten beispielsweise zur Pflege von Angehörigen geschlossen. Andere Regelungen umfassen die Arbeit zu Hause. Porsche hatte zuletzt zugesagt, jährlich weiter 200 Millionen Euro in seine Standorte in Weissach und Zuffenhausen zu investieren.

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