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Automobilindustrie 2011 wird das Auto-Rekordjahr

Mehr Umsatz, höhere Produktion, höhere Exportzahlen: Die deutsche Automobilindustrie erwartet 2011 neue Rekorde.

Matthias Wissmann, Präsident der Verbands der Deutschen Automobilindustrie VDA Quelle: REUTERS

In Deutschland würden in diesem Jahr über 3,1 Millionen Autos neu zugelassen, teilte der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) mit. Diese Entwicklung werde sich zwar nicht auf das kommende Jahr fortschreiben lassen.

Man sei aber auch für 2012 zuversichtlich, wenn es gelinge, die Finanzmärkte zu stabilisieren, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. „Wir gehen etwas vom Gas, behalten aber Tempo.“

Im Ausland sehr gefragt

Deutsche Autos waren 2011 besonders im Ausland gefragt: Der VDA erwartet einen Exportrekord von 4,55 Millionen Fahrzeuge. Auch die Bestellungen seien auf einem hohen Stand. Dies gelte auch für das Inland. In Deutschland wurden bis Ende November 2,93 Millionen Autos zugelassen. Dies ist ein Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum von neun Prozent.

Diese Autos führen in den Verkaufs-Statistiken
SUV werden in Deutschland immer beliebter. Das beweisen die aktuellen Zulassungszahlen, die das Kraftfahrtbundesamtes (KBA) auf monatlicher Basis bekanntgibt. Insgesamt rangieren die so genannten Sports Utility Vehicels nun schon an vierter Stelle der nach Segmenten sortierten Statistik. Die erste Position des VW Tiguan im Oktober 2011 bei den geländegängigen Fahrzeugen birgt dabei keine Überraschung, sie gilt bereits seit Monaten als gefestigt, nachdem das Modell zuletzt einem Facelift unterzogen wurde. Quelle: PR
Die zweite Position des Nissan Qashqai, der auch als Crossover bezeichnet wird, ist dagegen schon eine kleine Überraschung. Der schon seit Jahren überaus erfolgreiche Japaner fand von Januar bis Oktober 2011 insgesamt 27.707 neue Besitzer. Dies entspricht einem Zuwachs von 46,2 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das Gesamtsegment der SUVs nahm dagegen nur um 24,7 Prozent zu. Quelle: PR
Der im englischen Werk in Sunderland produzierte Qashqai feierte 2007 sein Debüt. Im Frühjahr 2010 gab es ein Facelift. Angeboten wird das erfolgreiche SUV von Nissan entweder mit Allradantrieb oder nur mit Frontantrieb. Zwei Benzinmotoren mit 117 und 141 PS und zwei Dieseltriebwerke mit 110 und 150 PS stehen zur Auswahl. Die Kraftübertragung erfolgt entweder über ein manuelles Getriebe, eine Automatik oder ein CVT-Getriebe. Angeboten wird der Nissan Qashqai ab 19.950 Euro. Quelle: PR
Das günstige Preis-/Leistungsverhältnis ist sicherlich mit ausschlaggebend für die Verkaufserfolge des Nissan Qashqai, der im Oktober 2011 innerhalb des SUV-Segments den BMW X1, den günstigen Dacia Duster und auch den Audi Q5 auf die Plätze verwies. Quelle: PR
Die Oberklasse machte zwar im Oktober 2011 nur ein Prozent aller Neuzulasungen aus, ist für die Hersteller aber wichtig, weil hier richtig verdient wird. Der Mercedes-Benz CLS sicherte sich in der Zulassungsstatistik den ersten Platz. Der Anteil der gewerblichen Pkw-Neuzulassungen war nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) im Oktober mit 61,1 Prozent, wie schon im Vormonat, leicht erhöht. In dem Oberklassensegment waren erneut überproportionale Zuwächse (+ 29,7 %) zu beobachten. Ein Wachstumsplus gab es auch bei den Vans (+ 11,3 %) und den Kleinwagen (+ 4,7 %). Quelle: PR
Der BMW 5er blieb Spitzenreiter in der oberen Mittelklasse, in der insgesamt im Oktober 2011 4.780 Fahrzeuge neu zugelassen wurden. 35,6 Prozent Anteil davon entfielen allein auf den 5er. Deutsche Marken konnten sich überwiegend gut am Markt positionieren. Ford, VW, BMW und Opel verbuchten Zugewinne gegenüber Oktober 2010. Bei Porsche fiel die Aufwärtsbewegung mit 22,2 Prozent am deutlichsten aus. Über das Jahr gesehen liegen alle deutschen Marken im Plusbereich. Quelle: PR
Das gewohnte VW-Bild gab es in der Kompakt- und der Mittelklasse, bei den Geländewagen und den Großraum-Vans sowie bei den Utilities: Hier stellte Europas größter Autohersteller mit Golf (inklusive Jetta, hier im Bild), Passat, Tiguan, Touran und Caddy erneut die beliebtesten Modelle. Quelle: PR

Mercedes legt in den USA zu

Die Daimler-Tochter Mercedes-Benz hat im November auf dem US-Automarkt am stärksten zugelegt. Dank eines Modellwechsels verdoppelten sich die Verkäufe der C-Klasse. Der sportlichere Wagen habe vor allem mehr junge Leute und Mercedes-Erstkäufer angelockt, erklärte der Hersteller. Die Zahl der verkauften Autos Mercedes-Modelle samt Smart stieg nach  Unternehmensangaben um 55 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 28.300.

 Volkswagen brachte 28.400 Wagen an die Kunden, 41 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Besonders stark legte der neu auf den Markt gebrachte US-Passat zu. In zwei Monaten hat VW schon mehr der großen Limousinen verkaufen können als im gesamten Vorjahr. Auch der neue Beetle hat viele Fans gefunden. „Der November war ein fantastischer Monat für Volkswagen“, sagte Nordamerika-Chef Jonathan Browning.

Die US-Autozeitschrift „Motor Trend“ kürte den Passat zum „Auto des Jahres 2012“. Der Wagen ist größer als sein europäisches Pendant, wird aber gleichzeitig zu einem günstigeren Einstiegspreis angeboten. Das hatte die Nachfrage in die Höhe schnellen lassen.

A5 und A8 punkten in Übersee

Die VW-Tochter Audi steigerte sich um knapp 4 Prozent auf 9700 Autos, vor allem brachten die Ingolstädter mehr große Autos wie den A6 und den A8 los, A3 und A4 ließen sich schleppender absetzen.

Abstriche musste allein Porsche machen: Der mit Volkswagen verbundene Sportwagenbauer verbuchte ein Minus von 7 Prozent auf knapp 2255 Wagen und führte das auf Lieferengpässe zurück. Der Geländewagen Cayenne war der einzige Lichtblick.

BMW -meldete einen Zuwachs von 15 Prozent auf insgesamt 26.300 Fahrzeuge seiner Marken BMW und Mini, wobei BMW um 7 Prozent und Mini um satte 71 Prozent zulegte dank der neuen Modelle Crossover und Coupe.

GM setzt auf Kleinwagen

Von den US-Herstellern legte Chrysler am stärksten zu. Der vom italienischen Autobauer Fiat kontrollierte Konzern steigerte seine Verkaufszahl um 45 Prozent auf 107.200 Fahrzeuge.

Branchenprimus General Motors legte um 7 Prozent auf 180.400 Wagen zu. "Wir sehen eine große Bandbreite an Kunden, die auf den Markt zurückkommen“, sagte US-Verkaufsschef Don Johnson. Während der Rezession waren die Verkäufe drastisch eingebrochen. Um die Kunden zurückzugewinnen, bietet GM nun auch verstärkte kompakte oder kleine Wagen an.

Erzrivale Ford legte um 13 Prozent auf 166 900 Autos zu. Der einstige Weltmarktführer Toyota büßte weiter Marktanteile ein. Mit einem Plus von 7 Prozent auf 138.000 Autos legte der Konzern weniger stark zu als die Konkurrenz. (mit dpa, rtr)

 

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