Automobilindustrie Autoabsatz in Europa wird Rekorde nicht mehr erreichen

China wird Experten zufolge auf absehbare Zeit der Schlüsselmarkt für die globale Automobilindustrie bleiben. Im Jahr 2019 dürften in China rund 27,7 Millionen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge verkauft werden.

Welche Autobauer am besten für die Zukunft gerüstet sind
Mazda Quelle: dapd
Suzuki Quelle: obs
Der PSA-Konzern, zu dem die Marken Peugeot und Citroen gehören, liegt wie zuvor auf Platz 11. Für die Franzosen rächt sich laut CAM-Ranking ihre starke Fokussierung auf den europäischen Markt, der zunehmend härter umkämpft wird und zugleich Marktrückgänge verzeichnet. Quelle: dpa
Ebenfalls noch im Bereich der
Chrysler Quelle: REUTERS
Toyota Quelle: REUTERS
nissan Carlos Ghosn Quelle: REUTERS

Damit werden in der Volksrepublik fast doppelt so viele wie 2012 und beinahe so viele wie in Westeuropa und den USA zusammen verkauft, wie eine am Donnerstag veröffentlichte PwC-Studie ergab. Zwar sei im krisengeschüttelten europäischen Automarkt die Talsohle erreicht und eine Erholung in Sicht. Signifikantes Wachstum sei aber hier nicht mehr zu erwarten, erläuterte PwC-Partner Felix Kuhnert: "Die Automobilmärkte der westlichen Industriestaaten sind weitgehend gesättigt." Er sehe derzeit keine Anzeichen dafür, dass der Rekord von 18 Millionen in Europa verkauften Pkw und leichten Nutzfahrzeugen aus dem Jahr 2007 je wieder erreicht werde.
Im Gegensatz zu China, wo sich immer mehr Menschen zum ersten Mal ein Auto leisten könnten, werde die Autonachfrage in Europa nur noch vom Ersatzbedarf getrieben. Der sei inzwischen aber groß. "Vor allem in Europa haben Autobesitzer eine fällige Neuanschaffung aufgrund der Wirtschaftskrise hinausgezögert", erläuterte Kuhnert. Insofern erwarten die PwC-Experten, dass der europäische Automarkt den Tiefpunkt in diesem Jahr mit einem nochmaligen Minus von rund vier Prozent auf 13,5 Millionen Fahrzeuge erreicht. Für die folgenden Jahre sehen sie wieder Wachstum, zum Teil von sechs Prozent pro Jahr, bis auf 16,8 Millionen verkaufte Pkw und leichte Nutzfahrzeuge im Jahr 2019. Für den einzelnen Autobauer sei eine Absatzsteigerung in Europa aber nur noch auf Kosten der Wettbewerber möglich. "Europa braucht nicht viel mehr Autos. Ganz im Gegensatz zu den aufstrebenden Schwellenländern Asiens, Südamerikas und Osteuropas", hieß es in der Studie.

In den USA wird sich das Marktwachstum ebenfalls abschwächen und nach PwC-Schätzungen gegen Ende des Jahrzehnts bei 16 bis 17 Millionen Fahrzeugen einpendeln. Auf lange Sicht gebe es für den einst größten Automarkt der Welt kaum Grund für großen Optimismus. "Ob die Absatzgrenze jenseits des Atlantiks nun bei 16, 17 oder 18 Millionen Einheiten liegt: Langfristig gibt es auch dort kein unbegrenztes Wachstum", schrieben die Experten.

Auch bei der Produktion fährt Asien der Studie zufolge bald vorneweg: Bis 2019 werde der globale Ausstoß um jährlich rund vier Prozent auf 104,7 Millionen Fahrzeuge zulegen. Das Plus von 25,5 Millionen Fahrzeuge entspreche etwa 60 Produktionsstätten herkömmlicher Größe. "Eine gigantische Zahl von Werken, die da gebaut werden muss", sagte Mitautor Christoph Skudelny. Und die meisten davon in den Schwellenländern Asiens, allen voran China. In der Volksrepublik werde die Produktion bis 2019 um mehr als 60 Prozent zulegen, im Durchschnitt jährlich um 7,4 Prozent. "Derzeit ist nirgends auf der Welt mehr Wachstum möglich."

In Europa gebe es stattdessen Überkapazitäten und strukturellen Anpassungsbedarf - im laufenden Jahr seien neun Werke in Europa weniger als zur Hälfte ausgelastet. Allerdings sehen die PwC-Experten für Deutschland einen Anstieg der Auto-Produktion in den kommenden Jahren. "Die Modellvielfalt stellt die Hersteller vor große Herausforderungen in der Produktion. Da braucht man qualifizierte Ingenieure und Leute in der Fertigung. Das ist ein wichtiger Standortfaktor", erläuterte Skudelny. Das werde sich auch in den Beschäftigungszahlen niederschlagen.

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