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Autonomes FahrenDer Sixt-Plan: Robo-Autos sollen bald in 25 europäischen Städten rollen

Im kommenden Jahr startet in München eine Testflotte des Autovermieters Sixt mit bis zu 25 vollautonomen Taxis. Der Service soll auf ganz Europa ausgeweitet werden, wie Firmenchef Alexander Sixt im WirtschaftsWoche-Podcast Chefgespräch verrät.Martin Seiwert 01.10.2021 - 14:45 Uhr

Robotaxi von Mobileye in Tel Aviv: 2022 sollen solche Robotaxis auch in München fahren

Foto: dpa

Der Autovermieter Sixt will in den kommenden fünf Jahren in 25 europäischen Metropolen Fahrdienste mit autonomen Autos aufbauen. Das sagte Alexander Sixt, der seit Juni zusammen mit seinem Bruder Konstantin Chef des Autovermieters ist, im Podcast Chefgespräch der WirtschaftsWoche.

„Wir werden in der zweiten Jahreshälfte des kommenden Jahres in München mit 20 bis 25 vollautonomen Autos starten“, sagte Sixt. Zu Beginn werde in den Autos noch ein Sicherheitsfahrer sitzen, der im Notfall eingreifen kann, so Sixt. Sobald es rechtlich möglich sei, würden diese Fahrer nicht mehr mitfahren und die Autos würden ohne Fahrer betrieben. „Wir möchten dieses Angebot in 20 bis 25 europäischen Metropolen ausrollen.“ Die technischen Hürden seien dabei niedriger als die regulatorischen. Der Aufbau des Angebots werde „eher fünf als zehn Jahre dauern“, sagte Sixt.

Sixt bringt die Autos zusammen mit dem zu Intel gehörenden Zulieferer Mobileye an den Start. Es ist die erste bekannte Kooperation eines Technologieanbieters und eines Mobilitätsdienstleisters zum Aufbau einer Robotaxi-Flotte. „Mit starken Partnern wie Sixt kann Mobileye das Versprechen von selbstfahrenden Fahrzeugen in Städten auf der ganzen Welt Realität werden lassen“, sagte Mobileye-Chef Amnon Shashua bei der Automesse IAA Anfang September.

Podcast – Chefgespräch

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Die selbstfahrenden Autos mit sechs Passagierplätzen sollen mit der App Moovit von Intel oder einer Sixt-App bestellbar sein und Teil des Ride-Hailing-Dienstes „SIXT ride“ werden. Mobileye hatte bei der IAA in München Fahrzeuge gezeigt, die mit „MoovitAV“ und „SIXT“ beschriftet waren. Technisch basieren die Robotaxis angeblich auf dem chinesischen Elektroauto NIO ES8 und sind mit Radar- und Lidarsensoren sowie mit Kameras ausgestattet. Eigentümer der Fahrzeuge soll Mobileye sein. Sixt will sich um den Betrieb und die Wartung kümmern.

Erst das kürzlich in Kraft getretene Gesetz zum autonomen Fahren erlaubt den Einsatz von selbstfahrenden Fahrzeugen auf deutschen Straßen. Die Sixt-Flotte soll nach der behördlichen Genehmigung vom Testbetrieb in den kommerziellen Realbetrieb übergehen. „Durch die rasche Weiterentwicklung des Rechtsrahmens für autonomes Fahren hat Deutschland seine globale Führungsrolle für die Zukunft der autonomen Mobilität demonstriert“, sagt Intel-Chef Pat Gelsinger. „Ohne dieses neue Gesetz wäre es uns nicht möglich, im nächsten Jahr den Robotaxi-Betrieb in München aufzunehmen.“

Auch Alexander Sixt lobte das neue deutsche Gesetz. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer habe mit dem Gesetz „einen ganz wesentliche Meilenstein gesetzt, dass Deutschland Vorreiter sein kann beim Autonomen Fahren“, so Sixt im WirtschaftsWoche-Podcast. Das sei ein „sehr bemerkenswerter Schritt“ für den Technologiestandort Deutschland. Allerdings müsse nun auch der Ausbau des Mobilfunknetzes Schritt halten. Deutschland müsse den Mobilfunkunternehmen „die wirtschaftliche Freiheit geben, dass Netz auszubauen statt teure Mobilfunklizenzen erwerben zu müssen“, sagte Sixt.

Mehr zum Thema: In der Schule war er der große Provokateur, jetzt leitet er ein milliardenschweres Mietwagen-Imperium: Alexander Sixt spricht über seine Pläne beim Aufbau einer Mobilitätsplattform und das Verhältnis zu seinem Übervater.

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