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Autonomes Fahren Deutsche erwarten Zeitersparnis durch selbstfahrende Autos

Die Deutschen sind bei selbstfahrenden Autos skeptisch, die technischen Herausforderungen sind groß. Laut einer Umfrage sehen viele aber auch Vorteile: Sie wollen zum Beispiel schneller ans Ziel kommen.

Fahren ohne Hände am Steuer: In sündhaft teuren Prototypen testen die Autobauer bereits das autonome Fahren. Quelle: dpa

Jahre vor dem Marktstart gibt es bereits hohe Erwartungen an selbstfahrende Autos. So erhoffen sich 62 Prozent der Menschen in Deutschland eine Zeitersparnis bei Fahrten, jeweils 60 Prozent rechnen mit einem geringeren Unfallrisiko und mehr Fahrkomfort, wie eine am Dienstag vorgestellte repräsentative Umfrage der Unternehmensberatung BearingPoint ergab. Rund 70 Prozent sehen demnach durch autonomes Fahren eine bessere Mobilität für Ältere oder Menschen mit Behinderung.

Zugleich sehen 60 Prozent große bis sehr große Herausforderungen in einer sicheren Technik. Für 53 Prozent ist der Datenschutz ein Problem – allerdings hätten Befragte im Alter unter 30 Jahren da deutlich weniger Bedenken.

Noch viele Hürden für selbstfahrende Autos

BearingPoint befragte für die Erhebung Ende Juni 1000 Menschen im Alter zwischen 16 und 69 Jahren. Experten rechnen damit, dass selbstfahrende Auto zum Jahr 2020 regulär auf die Straße kommen.

Noch ist die notwendige Technik teuer

Fahrerassistenzsysteme, die etwa den Abstand zum vorausfahrenden Auto einhalten, werden bereits in vielen Fahrzeugen verbaut. Traditionell führen Oberklasse-Hersteller Zusatzfunktionen als erste ein, denn ihre Kunden zahlen am meisten dafür. BMW stellte gerade seinen neuen 7er mit Stauassistent vor. Auch Audi stattet seine Modelle mit entsprechenden Systemen aus.

Der Schritt von einfachen Assistenzsystemen zu Funktionen, bei denen das Auto zumindest teilweise die Kontrolle übernimmt, ist zumindest aus wirtschaftlicher Sicht noch ein großer. „Aus heutiger Sicht ist es aber eher schwierig mit teilautomatisierten Systemen Geld zu verdienen, weil sie Redundanz brauchen“, sagt Wolfgang Bernhart von der Strategieberatung Roland Berger. Weil der Fahrer die Verantwortung an den Wagen und damit an den Hersteller abgibt, reichen selbst mehrere Millionen Testkilometer nicht aus, um die Ausfallsicherheit zu gewährleisten. Deshalb arbeiten Hersteller wie Bosch auch an neuen Testverfahren, sagt Michael Fausten, Projektleiter für das automatisierte Fahren bei Bosch.

Welche Assistenzsysteme es schon gibt und wann Roboter das Steuer komplett übernehmen

Um die Funktionen wirtschaftlich anbieten zu können, muss vor allem die Laser-Technik (LIDAR) billiger werden. Sie kostet heute deutlich mehr als 10.000 Euro, dürfte aber bis 2020 bei 1000 Euro liegen, so Bernhart: „Der Sprung zur Vollautomatik wird auf jeden Fall mindestens einen vierstelligen Euro-Betrag allein für die Hardware kosten.“ Dazu kämen Entwicklungsaufwendungen in dreistelliger Millionenhöhe.

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Bosch verbaut in seinen Testwagen für autonome Autobahnfahrten derzeit Technik für eine halbe Million Euro. Das ist weit von dem entfernt, was Verbraucher zu zahlen bereit wären. Sie würden nach Erkenntnissen des Autozulieferers zwischen 3000 und 5000 Euro für diese Technik ausgeben. „Wir müssen Systeme schaffen, die in diese Regime fallen“, sagte Bosch-Geschäftsführer Dirk Hoheisel. Er rechnet damit, dass diese Preisgrenze um das Jahr 2020 erreicht wird. Dann werde es nach den Erwartungen von Bosch auch erste hochautomatisierte Systeme für Autobahnen geben.

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