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Autosalon Die Welt blickt nach Paris

Ab Samstag eröffnet der Autosalon seine Pforten und Millionen Autofans aus aller Welt strömen nach Paris. Die Gemütslage der Autobauer dürfte angesichts der schlechten Verkaufszahlen angespannt sein.

Welche Neuheiten Auto-Fans nach Paris locken
Erst kürzlich wurde der neue Golf der Weltöffentlichkeit präsentiert. Wie immer hegt Volkswagen hohe Erwartungen an dessen Verkaufserfolg. Quelle: Pressebild
Japanischer Golf-Gegner: Die zweite Generation des Auris ist eines von vielen neuen Kompaktmodellen. Quelle: Pressebild
Die wichtigsten Neuheiten des Pariser Autosalons werden 2012 in der Kompaktklasse stehen. Die Wettbewerber Audi A3 und Mercedes A-Klasse sind bereits am Start, der Golf VII wurde am 4.9. in Berlin vorgestellt. Und in Paris lässt sich Toyota nicht lumpen, und zeigt als Weltneuheit die nächste Generation des Auris. Auch dieser Kompaktwagen soll - wie die genannten Konkurrrenten - dynamischer, besser ausgestattet und günstiger im Unterhalt sein als der Vorgänger. Die Höhe schrumpfte um 55 Millimeter, was sich unter in einem cW-Wert von 0,28 niederschlägt. Das Fahrzeuggewicht sank um bis zu 40 Kilogramm ... Quelle: Pressebild
Im Profil zeigt sich der neue Auris deutlich gestreckt. Gegenüber dem Vorgänger ist er um 30 auf 4275 Millimeter Länge gewachsen. In der Seitenansicht fallen die optional in schwarzem Klavierlack ausgeführte B-Säule und die dynamisch gezeichnete C-Säule ins Auge. Betont wird die Gürtellinie durch eine aufsteigende Chromleiste. Die Heckklappe mit ihren konvexen und konkaven Flächen öffnet weiter als bisher, die Rückleuchten umspannen das ganze Heck.Geprägt ist die Front des neuen Auris durch das neue Markengesicht von Toyota. Es verbindet das neue „Keen look“-Design („scharfe Klinge“, „stechender Blick“) der Scheinwerfer mit dem nun trapezförmig ausgestalteten Kühlergrill. Dazu kommt LED-Tagfahrlicht. Quelle: Pressebild
Toyota verspricht beim Neuling mehr Raum, größeren Komfort und eine fühlbar bessere Materialanmutung im Interieur. Das Panorama-Sonnendach ist das größte im Segment. Neben den haptischen Verbesserungen galt das Augenmerk der Entwickler der Ergonomie des Innenraums. So wurde die Sitzposition für den Fahrer optimiert, während der Knieraum bei unverändertem Radstand von 2,60 Metern hinten um 20 Millimeter gewachsen ist. Zugleich ist der Laderaum 90 Millimeter länger geworden. Quelle: Pressebild
Alle Fließheckvarianten des Auris bieten nun ein klassenübliches Kofferraumvolumen von 360 Litern. Dies gilt auch für den Auris Hybrid. Ermöglicht wurde das durch die Unterbringung der Batterie unter den Rücksitzen.Neben dem Hybridantrieb bietet Toyota für den neuen Auris alternativ zwei Dieselmotoren mit 1,4 und 2,0 Litern Hubraum sowie zwei Benziner mit 1,33 und 1,6 Litern Hubraum an. Toyota erwartet, dass sich die deutschen Kunden zu etwa einem Drittel für den Hybridantrieb entscheiden.Fahrdynamisch profitiert der neue Auris vom niedrigeren Schwerpunkt und dem geänderten Packaging. Lenkung und Federung wurden ebenfalls überarbeitet. Die hinteren Doppelquerlenker erhöhen den Federungskomfort und unterstützen zugleich einen agilen Fahrstil, verspricht Toyota. Quelle: Pressebild
Audi hat seinen Supersportwagen R8 überarbeitet und zudem eine neue Topvariante mit 550 PS (im Bild) auf die Räder gestellt. Quelle: Pressebild

Für über 13.000 Journalisten beginnen heute stressige Stunden in Paris: Zwei Tage lang geben sich die Medienvertreter aus 103 Ländern beim Pariser Autosalon ein Stelldichein. Ab Samstag steht „der Salon“, der zu den größten Messen der Welt gehört, dann allen Auto-Interessierten offen. Über eine Million Auto-Fans werden kommen, um den Neuauflagen von VW Golf, Renault Clio, Mercedes A-Klasse und Ford Mondeo zu huldigen.

Sie werden den ersten Van aus dem Hause BMW und den neuen Winzling Adam von Opel bestaunen, werden erkennen, dass die Billig-Dacias, die Hyundais und Kias immer ansehnlicher werden und auch feststellen, dass BMW die Mini-Palette um eine siebte Variante, den Paceman, erweitert und dass die angeschlagene VW-Tochter Seat mit dem überarbeiteten Leon einen womöglich letzten Versuch unternimmt, sich in der Mittelklasse breit zu machen. Neben diesen herkömmlichen Modellen werden die Salon-Besucher das schnell wachsende Angebot von Elektro- und Hybridautos in Augenschein nehmen können.

Moskau lockt mit Models und Motoren
Model mit Mitsubishi Outlander auf dem Internationalen Automobil-Salon in Moskau (MIAS). Die Messe, bei der nur wenige Premieren, aber dafür umso mehr PS-protzige Autos und knapp bekleidete Messehostessen im Vordergrund stehen, läuft bis zum 9. September. Und es geht lebhaft zu in Moskau. Nicht nur auf den Straßen wird gedrängelt, sondern auch auf der Messe. Der boomende russische Automobilmarkt hebt die Stimmung in diesem Jahr auf Rekordniveau. Quelle: dpa
Auf dem MIAS präsentieren sich die rund 100 internationalen Hersteller mit pompösen Messeständen, neuen Modellen und anderen Schönheiten. Der vom roten Bodysuit verdeckte Outlander wurde von Mitsubishi aufgestellt. Quelle: dpa
Ein besonderes Highlight: Das erste SUV von Lamborghini, das auf den Namen Urus hört. Der scharf geschnittene und 440 kW/600 PS starke Geländewagen, traditionell wieder benannt nach einem Kampfstier, soll Lamborghinis dritte Baureihe werden und der italienischen Marke das Überleben sichern. Noch ist der Urus aber ein Concept Car. Eine Serienversion des Super-SUV dürfte aber in vier Jahren auf der Straße sein, auf Basis der nächsten Audi-Q7-Generation. Bis dahin werden zumindest die Außenspiegel überarbeitet ... Quelle: dpa
Über eine Million Besucher werden an den Ausstellungstagen bis zum 9. September 2012 in den sieben Hallen erwartet. Die Mischung der Aussteller ist bunt, die Platzverteilung eigen: Hyundai beansprucht mit einer eigenen Halle mehr Platz als der Marktführer Lada. Die deutschen Konzerne BMW und Volkswagen stellen bei der Messe ihre kompletten Markenpaletten vor. Auch Individualisten-Autos wie Rolls Royce oder Bentley verzeichnen eine steigende Nachfrage. Im Bild: Der Skoda Yeti Sochi 1.4 TSI DSG. Quelle: dpa
Der Rubel rollt. Russland gewinnt für die Autohersteller immer mehr an Bedeutung. Knapp 2,5 Millionen Neuzulassungen waren es im vorigen Jahr. Glaubt man den Prognosen, könnte das Riesenreich schon 2013 Deutschland den ersten Rang streitig machen. Mazda nutzt die diesjährige Motorshow sogar erstmals für eine Weltpremiere. Debüt feiert die dritte Generation der Mittelklasse-Limousine Mazda6. Sie wird am 2. Februar zusammen mit dem ebenfalls brandneuen Kombi in Deutschland auf den Markt kommen. Die Preise sollen bei unter 25 000 Euro beginnen ... Quelle: Presse
Wer beim Wort „Stufenhecklimousine“ an Langeweile denkt, liegt beim Mazda 6 völlig falsch. Designer Akira Tamatani hat ein elegantes, sportliches und gut proportioniertes Auto kreiert , das fast einem viertürigen Coupé gleicht. Im Segment dürfte der Japaner damit weit vorne liegen. Zumal auch technisch ein Riesensprung gemacht worden ist. Der Mazda 6 ist nach dem CX-5 das zweite Modell der Marke, das auf der sogenannten SkyActiv-Technologie basiert. Hierzu zählen neue, sparsame Antriebe, ein neues Fahrwerk sowie eine neue und leichte Karosseriestruktur. Mit einer Länge von 4,86 Metern ist der neue Mazda 6 elf Zentimeter länger als der Vorgänger, wiegt aber satte 100 Kilogramm weniger. „Dies wird sich in der Agilität und im Verbrauch bemerkbar machen“, verspricht Chef-Entwickler Hiroshi Kajiyama. Quelle: Presse
Auch BMW hatte seinen überarbeiteten 7er im Vorfeld bereits in Russland präsentiert. Der Markt für Luxuslimousinen wie den 760 xDrive verlagert sich schon seit Jahren ostwärts. Das gilt insbesondere für Langversionen. Quelle: dpa

Das ist die Produktwelt von Paris. Mindestens ebenso interessant ist jedoch die Gefühlswelt – die Gemütslage, mit der die Manager der großen Autobauer an die Seine gereist sind. Angesichts der Euro-Krise stehen die Zeichen auf Sturm: „Jede Menge neue Modelle, die eigentlich den Markt bewegen könnten, wenn da nicht die Schuldenkrise wäre“, sagt Auto-Professor Ferdinand Dudenhöffer über die Stimmungslage in Paris. „Die Automärkte in Südeuropa befinden sich im ungebremsten Fall.“

Voraussichtliches Absatzminus der Autoindustrie 2012

Dudenhöffer erwartet, dass 2013 das schlechteste Verkaufsjahr in Westeuropa seit 1993 wird – mit 11,6 Millionen Auto-Verkäufen nach 11,9 Millionen in diesem Jahr. Auch Autoexperte Stefan Bratzel prognostiziert Krisenmanagement statt Aufbruchstimmung: „Die Hersteller werden sich eher überlegen, wie sie es halbwegs schaffen, bei dem enormen Wettbewerbsdruck ihren Kopf über Wasser zu halten“, so Bratzel. „Wir sehen mindestens in den kommenden vier bis fünf Jahren keine Rückkehr zum Absatz auf Vorkrisenniveau“, meint Ian Fletcher, Analyst bei IHS Automotive.

Das klingt nach 2009, als in Folge der Bankenkrise die Autoverkäufe weltweit einbrachen und die Branche in einer ihrer übelsten Krisen schlitterte. Doch es gibt heute einen entscheidenden Unterschied: Die Krise von 2009 war ein heilsamer Schock für die Autohersteller und ihre Zulieferer. Sie haben in den vergangenen Jahren ihre Hausaufgaben gemacht, sind technisch so kreativ, in der Produktion so flexibel und im Management so stringent wie nie zuvor. Dafür dürfen die Autobauer auch mal gelobt werden.

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