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Autozoom

Lügen haben kleine Räder

Martin Seiwert
Martin Seiwert Redakteur Blickpunkte

Fiat ist damit gescheitert, Chrysler-Modelle mit Lancia-Logo zu verkaufen. Mit dem abschreckenden Beispiel erweisen die Italiener der Autobranche einen großen Dienst: Billige Markentricksereien haben sich hoffentlich ein für alle Mal erledigt. 

Doppelte Staatsbürgerschaft - Lancia Thema

Haben Sie schon einmal etwas von „Badge Engineering“ gehört? Womöglich nicht. Aber damit herumgefahren sind Sie bestimmt schon. Denn Engineering (Konstruktion) mittels Badge (Emblem) ist eine recht weit verbreitete Unart in der Autoindustrie: Hersteller A füllt eine Lücke im Portfolio mit billig eingekauften Autos des Herstellers B und pappt einfach seine Marke vorne auf den Kühlergrill. Das ist streng genommen kein „Engineering“, weshalb die Bezeichnung auch etwas Ironisches hat. „Bad Engineering“ wäre treffender.   

Die größten "Rückrufer" unter den Autoherstellern
Subaru Quelle: REUTERS
Toyota Quelle: dapd
Volkswagen Quelle: dapd
Mitsubishi Quelle: dpa
Suzuki Quelle: dapd
Ford Quelle: REUTERS
Volvo Quelle: dpa

Waghalsiger Versuch mit gefälschten Lancias

Fiat-Chef Sergio Marchionne hielt es trotzdem für eine gute Idee. 2009 beschloss er, Chrysler-Modelle unter der italienischen Designmarke Lancia anzubieten. Vor wenigen Tagen nun musste er einräumen, dass er damit auf dem Holzweg war. Sämtliche Experten, Journalisten und Branchenkollegen sagten ihm das schon vor drei Jahren. Doch erst das Debakel der gefälschten Lancias an der Verkaufsfront konnte Marchionne zur Besinnung bringen. Lancia wird als Marke nun weitgehend aufgegeben.

Amerikanische Autos, die nach brachialen Knauser-Kriterien gebaut werden, mit einer Marke zu versehen, die für italienische Designkunst steht, das war, gelinde gesagt, waghalsig. Mit diesen Autos ausgerechnet in Europa anzutreten, wo die Kunden auch an Volumenmodelle höchste Qualitätsansprüche haben – ja, dafür muss man schon ein sehr eigensinniger Mensch sein. 

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