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Wie sicher ist sicher genug?

Jürgen Rees
Jürgen Rees Ehem. Redakteur Technik & Wissen

Als erster Hersteller setzt der schwedische Autobauer Volvo auf einen Fußgänger-Airbag. Doch der reicht noch lange nicht aus.

Während Autofahrer durch immer raffiniertere Technik bei Unfällen vor Schäden geschützt werden, wurden Schutzmaßnahmen für Fußgänger bisher vernachlässigt - Volvo will jetzt Abhilfe schaffen Quelle: dpa

Exakt 4.002 Menschen verloren im vergangenen Jahr im Straßenverkehr ihr Leben. Damit ist die Zahl der Verkehrstoten 2011 zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder gestiegen:  Es waren 354 oder 9,7 % mehr als ein Jahr zuvor. Damit hat der Straßenverkehr durchschnittlich 11 Menschen pro Tag das Leben gekostet. Auch die Zahl der Verletzten erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr, und zwar um 5,6 % auf rund 391.932.

Es ist ganz klar: Das ist ein Rückschlag für die Vision vom unfallfreien Fahren wie sie die EU proklamiert und wie sie beispielsweise Daimler-Chef Dieter Zetsche in zehn Jahren für möglich hält. Bis jetzt haben sich die Ingenieure der Autohersteller darauf konzentriert, die Fahrzeuginsassen heil ans Ziel zu bringen oder wenigstens die Unfallfolgen stark zu mildern: Gurte, bessere Bremsen, der Schleuderschutz ESP, die automatische Notbremsassistent, bis zu elf Airbags schützen alle, die im Auto sitzen. Aber es bleibt noch viel zu tun: Noch mehr Fahrassistenzsysteme müssen den Fahrer unterstützen und da wo sie schneller und besser reagieren, ihm sogar das Heft aus der Hand nehmen. Denn aus der Luftfahrt wissen wir, dass die Elektronik in vielen Situationen besser, schneller und sicherer reagiert.

Die innovativsten Automarken
Produktion bei VW Quelle: dpa
Platz 15 - HondaDer japanische Autohersteller erholt sich langsam von den Folgen des Erdbebens und der Atomkatastrophe. Zuletzt legt der Gewinn wieder deutlich zu. Im Innovationsranking geht es für die Japaner trotzdem einen Platz nach unten. Schwerpunkte der Forschung und Entwicklung wollen die Japaner auf die Sicherheit und Umweltverträglichkeit legen. Für den Legend, Accord und im CR-V wurde beispielweise erfolgreich das präventive Fahrerassistenzsystem CMBS (Collision Mitigation Brake System) entwickelt. Durch einen Millimeterwellen-Radar wird damit der Abstand zu anderen Fahrzeugen gemessen. Quelle: dapd
Platz 14 - Land Rover (Großbritannien)Seit vier Jahren gehört der britische Offroad-Spezialist zum indischen Autokonzern Tata Motors. Im Innovationsranking können die Geländewagen einige Plätze gutmachen. Nach Platz 21 im Vorjahr schneidet Land Rover mittlerweile besser ab. Mit dem Range_E überraschte Land Rover beispielsweise auf dem Autosalon in Genf mit der Parallel-Hybrid-Technik. Der zusätzliche Elektroantrieb soll den Verbrauch der Geländewagen senken. Quelle: Reuters
Platz 13 - Lancia (Italien)Die unbeliebte Tochter der Fiat-Familie ist der große Gewinner des diesjährigen Innovationsranking. Satte 24 Plätze machen die Turiner gut und sichern sich damit einen Platz in der Top 15. Lange galt die Marke als sehr Rallye-fixiert. Mittlerweile setzt man auf außergewöhnliche Materialien und Design. Quelle: dapd
Mann begutachtet einen Neuwagen beim Peugeot-Händler Quelle: AP
Platz 11 - Opel (Deutschland)Gute Nachrichten sind selten für die GM-Tochter. Zuletzt kursierten Gerüchte über eine Werksschließung in Bochum, auch das Werk in Rüsselsheim verliert mit dem Astra ein wichtiges Modell. Im Innovationsranking rutscht Opel um zwei Plätze nach unten und damit aus der Top 10. Zu den Innovationen des Konzerns gehört beispielsweise das adaptive Sicherheitsfahrlicht AFL+ . Bewegliche Elemente in den Scheinwerfern stellen sich dabei automatisch auf unterschiedliche Fahrbedingungen ein. Quelle: obs
Platz 10 - Volvo (Schweden)Der schwedische Autobauer will in diesem Jahr weltweit und insbesondere in China schneller als der Markt wachsen. Volvo gilt als Erfinder des Dreipunktgurtes. Doch 2011 ging es im Innovationsranking um zwei Plätze abwärts. Quelle: Reuters

Fußgänger brauchen mehr Schutz

Doch wie sieht es mit den Fußgängern und Radfahrern aus? Was wird zu ihrem Schutz getan? Leider deutlich weniger als für die Insassen. Fußgänger sind den immer größeren Fahrzeugen fast schutzlos ausgeliefert. Nachgiebigere Fahrzeugfronten und verformbare Motorhauben reichen bei weitem nicht aus, um die Fußgänger und Radfahrer besser zu schützen. Das ist aber dringend nötig: Im Jahr 2010 starben mehr als 850 Fußgänger und Radfahrer bei Verkehrsunfällen, knapp 95.000 wurden verletzt.    

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