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Autozulieferer Hunderte Continental-Beschäftigte protestieren gegen Stellenabbau

Die IG-Metall hatte zu Demonstration angesichts des geplanten Stellenabbaus bei Continental aufgerufen. Beschäftigte der Conti-Standorte Roding sowie Regensburg sind nach Hannover gekommen, um dort vor der Konzernzentrale gegen die angekündigten Standortschließungen und den Beschäftigungsabbau zu demonstrieren. Quelle: dpa

Beim zweitgrößten Autozulieferer fühlen sich Gewerkschafter an die letzte Sparrunde vor zehn Jahren erinnert. Continental will sich neu aufstellen - das kostet Jobs. Die Stimmung ist gereizt.

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Wegen des geplanten Konzernumbaus mit der absehbaren Streichung von Stellen haben Hunderte Mitarbeiter von Continental am Mittwoch vor der Firmenzentrale in Hannover demonstriert. Sie waren von Standorten aus ganz Deutschland angereist und appellierten vor einer Aufsichtsratssitzung an die Unternehmensleitung, das Konzept zur Neuausrichtung des Autozulieferers zu überdenken. Conti soll angesichts des Umbruchs der Autobranche künftig weniger Hydraulik und Technik für Verbrennungsmotoren anbieten - mit entsprechenden Folgen für die Jobs. Stattdessen will sich der Zulieferer unter anderem auf Elektronik, Sensorik und automatisiertes Fahren konzentrieren.

Der Aufsichtsrat habe den unlängst für mehrere Standorte angekündigten Anpassungen bereits zugestimmt, teilte der Dax-Konzern am Mittwoch im Anschluss an eine außerordentliche Sitzung des Kontrollgremiums in Hannover mit. Demnach werden die Werke in Roding in der Oberpfalz und Newport News in den USA geschlossen. Im hessischen Babenhausen und in Limbach-Oberfrohna in Sachsen fallen ebenso Stellen weg wie im italienischen Pisa. Insgesamt werden in einer ersten Welle gut 5000 Stellen abgebaut.

Nach Angaben der IG Metall kamen 870 Beschäftigte zu der Kundgebung, auch aus besonders betroffenen Standorten wie Babenhausen (Hessen), Roding und Regensburg (Bayern) oder Oppenweiler (Baden-Württemberg), ebenso aus Gifhorn und Hannover-Stöcken. In den Werken selbst liefen parallele „Aktionstage“, die Chemiegewerkschaft IG BCE schloss sich den Protesten an. Eine Unterschriften-Tafel wurde der Konzernführung übergeben und im Foyer der Zentrale aufgestellt.

IG-Metall-Vizechefin Christiane Benner - zugleich stellvertretende Vorsitzende des Continental-Aufsichtsrats - kritisierte, der Umbauplan sei überhastet: „Wir wollen die Prozesse verbessern. Aber wir brauchen mehr Zeit.“ Das Management dürfe die Veränderungen nicht einfach mit Verweis auf die schwierige Lage der Autobranche möglichst schnell durchdrücken. Bisher sei zudem unklar, wie genau die Spitze den Konzern langfristig aufstellen wolle - dabei dürfte es auch noch lange eine Nachfrage nach Technik für Diesel- und Ottomotoren geben. Die bislang vorgesehenen Qualifizierungsmaßnahmen reichten nicht aus, meinte Benner: „Es müssen alle Beschäftigten mitgenommen werden.“

Vorstandschef Elmar Degenhart hatte zugesagt, dass Kündigungen nur als „allerletztes Mittel“ denkbar seien. Grundsätzlich will Continental den Umbau über möglichst viele Umschulungen und über die Nicht-Nachbesetzung von Stellen abfedern. Personalvorständin Ariane Reinhart erklärte: „Angesichts der Transformation unserer Industrien und rückläufiger Märkte leiten wir umgehend und vorausschauend über drei bis sieben Jahre die notwendigen Anpassungen ein.“

Man werde die betroffenen Mitarbeiter „bestmöglich unterstützen“, versprach Reinhart - neben weiterer Qualifizierung auch über den konzerninternen Arbeitsmarkt und Kooperationen mit Partnerunternehmen. „Wir vertrauen auf unsere zusätzlichen Beschäftigungschancen auf unseren profitablen Wachstumsfeldern.“ Gewerkschafterin Benner kündigte an: „Wir werden der Kapitalseite Vorschläge machen, wie der Umbau nachhaltiger geplant werden kann.“ Die IG Metall sieht auch Managementfehler als Ursache für den Stellenabbau.

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