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Autozulieferer Takata bestreitet Explosionsgefahr von Airbags

Der japanische Autozulieferer Takata schließt eine generelle Explosionsgefahr seiner Airbags aus, obwohl bereits fünf Menschen ums Leben gekommen sind. Takata wird vorgeworfen, das Problem verschleppt zu haben.

Der japanische Autozulieferer Takata schließt eine generelle Explosionsgefahr seiner Airbags in älteren Autos aus Quelle: REUTERS

Der japanische Autozulieferer Takata hat bei einer Anhörung im US-Kongress eine generelle Explosionsgefahr seiner Airbags in älteren Fahrzeugen bestritten. Bei der Überprüfung von Tausenden ausgebauten Airbags sei es zu Fehlzündungen nur unter hoher Luftfeuchtigkeit gekommen und nicht bei trockeneren Bedingungen, erklärte Takata-Vizechef Hiroshi Shimizu am Donnerstag bei einer Anhörung im Handels- und Verkehrsausschuss des Senats in Washington.

Der Defekt komme nur bei älteren Modellen vor, die dauernd einem feucht-warmen Klima ausgesetzt seien und bei denen es zu "potenziellen Produktionsproblemen" gekommen sei.

In den USA wurden bereits Millionen Fahrzeuge von insgesamt zehn Herstellern, darunter auch BMW, wegen der Explosionsgefahr von Takata-Airbags zurückgerufen. In fünf Fällen - vier in den USA und einer in Malaysia - kamen Menschen durch umherfliegende heiße Metallteile ums Leben. Takata wird vorgeworfen, das Problem verschleppt zu haben.

Takata erkennt nur drei der fünf Todesfälle an

Zum ersten Mal erfahren habe Takata von dem Mangel im Mai 2005, sagte Shimizu. Damals sei kein systematischer Fehler erkennbar gewesen. Die Todesfälle bedaure das Unternehmen zutiefst. Allerdings erkennt Takata erst drei der fünf Fälle an.

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hatte in dieser Woche BMW und vier andere Autobauer aufgefordert, ihre Rückrufaktion auf die gesamten Vereinigten Staaten auszudehnen. Bisher war sie auf die südlichen Bundesstaaten mit feuchterem Subtropen-Klima beschränkt.

Nun äußerte der Vize-Chef der Behörde, David Friedman, allerdings Zweifel, ob die Ausweitung angemessen ist. Ein landesweiter Rückruf könnte die Ersatzteile in den Regionen verknappen, wo sie am dringendsten gebraucht würden. Es werde nach dem Bekanntwerden eines Verdachtsfalls außerhalb der Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit noch geprüft, ob der Defekt dort auftreten kann.

"Die Autos aus dem Verkehr ziehen"

Der NHTSA-Vize forderte die Autobauer auf, bei ihren Kunden energischer dafür zu sorgen, dass sie in die Werkstätten zum Austausch der Airbags kämen. Der US-Chef des am stärksten betroffenen Herstellers Honda, Rick Schostek, spielte den Ball an die Behörden zurück. Diese müssten die Autos aus dem Verkehr ziehen, bis sie repariert seien, forderte er.

US-Behörde untersucht Dodge wegen Wegrollgefahr
Behörde untersucht weitere Fiat-Chrysler-Wagen Quelle: AP
BMW ruft Autos zurück Quelle: dpa
Toyota - Millionen fehlerhafter AirbagsToyota ruft weltweit weitere 5,8 Millionen Fahrzeuge wegen möglicher Probleme mit Airbags des Zulieferers Takata zurück. In Europa müssten 1,47 Millionen Autos zurück in die Werkstätten, teilte der japanische Konzern am Mittwoch mit. Allein in Deutschland seien knapp 118.000 Fahrzeuge betroffen. Dabei geht es unter anderem um die Modelle Corolla und Yaris, vorwiegend älterer Baujahre, sagte ein Sprecher. In Japan sollen die Besitzer von rund 1,15 Millionen Fahrzeugen in Werkstätten vorstellig werden. Weltweit haben Autohersteller bereits mehr als 100 Millionen Autos zurückgerufen, um die fehlerhaften Airbags auszutauschen. Quelle: dpa
VW und Audi rufen wegen Feuergefahr 281.000 Autos in USA zurück Volkswagen ruft 281.500 Fahrzeuge in den USA wegen möglicher Brandgefahr zurück. Es geht Fahrzeuge der Marken VW und Audi, wie aus einer Mitteilung des Unternehmens an die Börsenaufsicht vom 7. Oktober hervorgeht. Bei den Fahrzeugen könne in Folge von Lecks Benzin austreten und Feuer ausbrechen. Allerdings seien entsprechende Vorfälle noch nicht berichtet worden. Auch habe es keine Verletzten gegeben. Quelle: dpa
Fiat Chrysler ruft fast zwei Millionen Fahrzeuge zurück Quelle: dpa
General Motors ruft über 4 Millionen Fahrzeuge zurückGeneral Motors ruft wegen eines Defekts an der Airbag-Software weltweit mehr als vier Millionen Fahrzeuge zurück. In seltenen Fällen könne der Bordcomputer in den Testmodus umschalten, erklärte der US-Autobauer am Freitag in Detroit. Die vorderen Airbags würden dann im Fall eines Unfalls nicht auslösen. Auch die Sitzgurte funktionierten möglicherweise nicht. Der Fehler werde mit mindestens einem Todesfall und drei Verletzten in Verbindung gebracht. GM werde die betroffenen Kunden informieren und die Software kostenfrei aktualisieren, teilte das Unternehmen mit. Der Rückruf der 4,28 Millionen betrifft unter anderem bestimmte Modelle von Buick, Chevrolet und Cadillac der Modelljahre 2014-2017, allein 3,6 Millionen davon in den USA. Quelle: dpa
Mazda ruft 2,2 Millionen Fahrzeuge zurück Mazda ruft wegen Problemen mit der Heckklappe weltweit 2,2 Millionen Fahrzeuge zurück. Die Rostschutzlackierung der Heckklappenaufhängung sei nicht ausreichend, erklärte der japanische Autohersteller am Donnerstag. Im Laufe der Zeit könne daher mit Streusalz vermischtes Wasser dazu führen, dass die Aufhängung bricht und die Heckklappe abfällt. Berichte über Unfälle oder Verletzte lägen jedoch nicht vor. Der Rückruf betrifft bestimmte Modelle des Kompaktwagens Mazda 3 der Jahrgänge 2010 bis 2013 sowie Vans des Typs Mazda 5 von 2012 bis 2015. Ebenfalls betroffen sind bestimmte Modelle des CX-5 von 2013 bis 2016 und des SUVs CX-3 von 2016. Händler tauschten beide Aufhängungen aus, erklärte Mazda. Kunden erhielten noch im September oder im Oktober nähere Informationen. Quelle: dapd

In Europa gab es nach Kenntnis des Kraftfahrtbundesamts noch keine Vorfälle mit Takata-Airbags, die in einem von fünf Autos eingebaut sind weltweit. Seit dem vergangenen Jahr riefen BMW, Nissan, Mazda und Honda in Deutschland wegen der Airbag-Bedenken rund 535.000 in die Werkstätten.

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