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BaiduAuf Chinas Straßen nehmen autonome Taxis Fahrt auf

Als erstes Unternehmen in China darf der Tech-Gigant Baidu seine selbstfahrenden Taxis auch ohne Sicherheitsfahrer betreiben. Bis 2025 soll die Flotte in 65 Städten verfügbar sein.Jörn Petring 18.08.2022 - 19:59 Uhr

Apollo Go Baidu

Foto: REUTERS

In der südchinesischen Metropole Shenzhen sind die autonome Taxis von Baidu schon gar kein Hingucker mehr. Die Menschen haben sich längst daran gewöhnt, dass der chinesische Tech-Gigant seine selbstfahrenden Fahrzeuge in der Stadt testet. Wenn also eines der weißen Baidu-Autos mit Knubbel auf dem Dach neben ihnen an der Ampel steht, löst das kein großes Erstaunen aus. In dem Aufbau sind Kameras und andere Technik untergebracht, die es möglich machen, dass die Fahrzeuge theoretisch ganz von allein durch die Stadt fahren können.

Noch handelt es sich in Shenzhen um eine Testflotte, die es auch in einigen anderen chinesischen Städten schon gibt.

Nutzer können eine App herunterladen, die ähnlich wie Uber funktioniert. Einfach Abholort und Ziel eingeben, Minuten später kommt das Robo-Taxi angerollt. Die Fahrt ist in der Testphase kostenlos. Ausländer können noch nicht ohne Hilfe eine Fahrt buchen, weil die App bisher nur die Registrierung mit einem chinesischen Personalausweis erlaubt. Auch ist bislang stets noch ein Sicherheitsfahrer an Bord. Die Gesetze in China haben das bislang so vorgeschrieben.

Zwar gibt es viele chinesische Anbieter, die sich mit autonomen Taxis versuchen. Doch Baidu hat nun vor allen seinen Mitstreitern einen großen Durchbruch geschafft. Als erstes Unternehmen in China darf Baidu dank einer neuen Lizenz seinen Dienst auch kommerziell und vor allem ohne Sicherheitsfahrer anbieten.

Synthetische KI

Damit das autonome Fahrzeug wirklich bremst

Genehmigungen wurden zunächst für die Metropolen Wuhan und Chongqing erteilt. Es dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein, bis auch andere Städte grünes Licht geben. Verhandlungen mit Peking und Guangzhou laufen bereits. Baidu teilte mit, dass es täglich zwischen 9 und 17 Uhr in Wuhan und von 9:30 bis 16:30 Uhr in Chongqing seinen Dienst anbieten wird. Das Servicegebiet umfasst demnach 13 Quadratkilometer in der Wuhan Economic & Technological Development Zone und 30 Quadratkilometer im Bezirk Yongchuan in Chongqing.

Für Baidu ist die neue Genehmigung ein wichtiger Meilenstein. Denn der Suchmaschinen-Gigant, der unter sinkenden Werbe-Umsätzen leidet, hat sein Zukunfts-Geschäft auf künstliche Intelligenz und autonomes Fahren ausgerichtet.

China liefert sich bei der Entwicklung der Technik ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den USA. Dort hatte im Juni Cruise, ein Tochterunternehmen von General Motors, in der US-Metropole San Francisco erstmals eine Lizenz erhalten, seine fahrerlosen Taxis kommerziell nutzen zu dürfen. Doch das US-Unternehmen ging zunächst nur mit 30 Robo-Taxis an den Start. In China hat Baidu deutlich ambitioniertere Ziele.

Autonomes Fahren

Teslas Autos sind rollende Spione

von Matthias Hohensee und Martin Seiwert

Noch bis Jahresende will Baidu seine Flotte, die bisher vor allem aus Fahrzeugen mit Sicherheitsfahrern besteht, auf 600 Fahrzeuge verdoppeln. Das Unternehmen plant, seinen Taxi-Dienst Apollo Go bis 2025 auf 65 chinesische Städte auszuweiten. Bis 2030 dann sogar auf 100 Städte. Langfristig sollen Zehntausende der autonomen Taxis im Einsatz sein.

Baidu baut dabei nicht nur seine eigene autonome Taxi-Flotte auf. Es stellt sein Apollo-System auch Dutzenden Autoherstellern in China zur Verfügung, um eigene autonome Autos zu konstruieren. Baidu gilt in China als führend bei der Entwicklung von Technik, die autonomes Fahren ermöglicht. Nach eigenen Angaben verfügt der Konzern über einen Datenschatz, aus mehr als 20 Millionen Kilometern überwachtem autonomen Fahren. Die Daten nutzt Baidu ähnlich wie Tesla, um seine Algorithmen zu trainieren.

Erst im Juli stellte der Internetkonzern mit dem Apollo RT6 die neuste Version seines Robo-Taxis vor. Der RT6 soll zu einem Preis von 250.000 Yuan (etwa 36.000 Euro) pro Fahrzeug in Massenproduktion gehen. Das ist laut Baidu nur noch die Hälfte des Vorgängermodells. Für Baidu und andere Anbieter von Robo-Taxis ist es wichtig, die Produktionskosten für die Fahrzeuge so weit es geht zu senken. Denn nur so können sie im Alltag mit herkömmlichen Taxis konkurrieren. Vor allem in China, wo Taxis deutlich günstiger sind als etwa in Deutschland, weil die Fahrer viel weniger verdienen.

Baidu will die Preise für herkömmliche Taxi-Fahrten deutlich unterbieten. „Wir steuern auf eine Zukunft zu, in der die Fahrt mit einem Robo-Taxi halb so viel wie eine normale Taxifahrt kosten wird“, sagte Baidu-Gründer Robin Li anlässlich der Vorstellung des RT6, der ab 2023 auf chinesischen Straßen zu sehen sein wird.

Lesen Sie auch: Meine ernüchternden Erfahrungen mit Teslas „autonomem“ Fahren

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