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Bieterstreit Italiener steigen bei Aston Martin ein

Der italienische Finanzinvestor Investindustrial hat das Bieter-Rennen um den britischen Autobauer Aston Martin gewonnen. Das Unternehmen investiere 186 Millionen Euro und übernimmt einen Anteil von 37,5 Prozent.

Italien oder Indien - am Ende hatten die Europäer die Nase vorn. Quelle: REUTERS

Das teilten beide Seiten am Freitag mit. Aston-Martin-Modelle spielen in den James-Bond-Filmen eine tragende Rolle. Bei dem Geschäft gehe man von einem Unternehmenswert von rund 940 Millionen Euro aus, teilte der von Andrea Bonomi geleitete Fonds am Freitag mit, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Der Kauf müsse noch von den Kartellbehörden genehmigt werden. Dieser Schritt sei für das erste Quartal 2013 vorgesehen.

Zuvor hatte es mehrfach Spekulationen um mögliche Anteilsverkäufe gegeben - unter anderem hatte es geheißen, der kuwaitische Eigner Investment Dar wolle veräußern. Neben den Italienern bot auch der indische Automobilhersteller Mahindra mit. Beide wollten sich 50 Prozent an dem britischen Traditionsunternehmen sichern.

Was Aston Martin im Angebot hat
Aston Martin ist nicht nur bei Autofans begehrt: Im Moment tobt ein Bieterstreit um die britische Nobelmarke, sowohl der indische Konzern Mahindra als auch die italienische Investitionsgesellschaft Investindustrial wollen Aston Martin übernehmen. Wer auch immer im kommenden Jahr Aston Martin sein Eigen nennen wird, er übernimmt ein gut bestelltes Haus. Die wichtigsten Baureihen der Briten wurden frisch überarbeitet oder gehen für das Modelljahr 2013 in einer komplett neuen Version an den Start. Neben den angestammten Sportcoupés und ihren Cabrio-Ablegern hat Aston Martin auch wichtige Nischen besetzt ... Quelle: Reuters
Nach fünf Jahren Pause bietet der Edel-Sportwagen-Bauer wieder einen Vanquish an. Der wahlweise als Zwei- oder 2+2-Sitzer erhältliche, 4,72 Meter lange Brite kostet in Deutschland 249.995 Euro. Als Antrieb dient der bekannte, aber stark überarbeitete Sechsliter-V12-Front-Mittelmotor ohne Turboaufladung, der seine 573 PS via Sechsgangautomatik samt sequentiellem Schaltmodus an die 20-Zoll-Hinterräder weiter gibt. So absolviert der Vanquish den Spurt aus dem Stand auf 100 km/h in 4,1 Sekunden, der Vortrieb endet laut Hersteller erst bei 295 km/h. Der 368 Liter große Kofferraum erlaubt auch längere Touren, die obendrein ein 1.000-Watt-Bang&Olufsen-Audiosystem musikalisch begleitet. Ein Notbremsassistent unterstützt den Fahrer, wenn es einmal brenzlig wird. Auf den deutschen Markt bringt Aston Martin den Vanquish voraussichtlich Ende 2012. Quelle: PR
Seit Oktober 2012 ist der neue DB9 auf dem deutschen Markt erhältlich. Gleichzeitig wird die Produktion des Typs Virage eingestellt. Der seit 2003 gebaute DB9 hat sich zum Kernstück der Marke entwickelt und ist ohne überraschende Änderungen an seinem optischen Auftritt in etlichen Details überarbeitet worden. Ziele waren verbesserter Fußgängerschutz bei einem Unfall, mehr Leistung, Gewichtseinsparungen und noch mehr Luxus in Ausstattung und Fahrgefühl. Die Auslieferung des neuen DB9 beginnt zu Basispreisen von 174.994 Euro für das Coupé und 189.995 Euro für den Volante (Cabriolet). Hinter dem Grill liegt der prall gefüllte Maschinenraum, in dem der 6-Liter-V12 der neuen AM-11-Generation buchstäblich den Ton angibt. Das Aggregat leistet 517 PS bei etwa 6.500 U/min und schickt ein maximales Drehmoment von 620 Nm auf die mit der Traktion beschäftigten Hinterräder. Diese werden jetzt in der interessanten 20-Zoll-Dimension geliefert und man darf mit extraterrestrischen Fahrleistungen rechnen. Quelle: PR
Für andere Hersteller ist die noch junge Klasse der viertürigen Luxus-Coupés nur eine Nische, im Modellprogramm von Aston Martin nimmt der Rapide aber eine wichtige Rolle ein. Die Preisliste für den 477 PS starke Cruiser startet bei 180.000 Euro.  Der Rapide bietet Platz für vier - oder besser zwei plus zwei. Denn im Gegensatz zu Konkurrenten wie Maserati Quattroporte, Mercedes CLS und besonders Porsche Panamera bietet der grandios gezeichnete Aston Martin in der zweiten Reihe allenfalls Platz für zwei schmal gewachsene Damen oder den eigenen Nachwuchs. Geschäftspartnern oder selbst den Schwiegereltern will man die engen Einzelsitze in der zweiten Reihe allenfalls auf einen Kurztrip zum nächsten Tennisplatz zumuten. Quelle: PR
Aston-Martin-Chef Dr. Ulrich Bez: "Wir bieten auch hinten Sportsitze. Das ist ein völlig anderes Fahrgefühl als auf einer Bank." Da wird das Ein- und Aussteigen zur Kletterpartie. Ebenfalls beengt geht es für das Gepäck zu; der Laderaum fasst lediglich 301 bis 750 Liter.  Der Aston Martin Rapide ist im Gegensatz zu Vantage, DB9 und Vanquish kein waschechter Brite. Denn weil die Produktionskapazitäten im Stammwerk Gaydon fehlen, wurde der Bau des Aushängeschildes zu Karosseriespezialist Magna ins österreichische Graz gegeben wo pro Jahr 2.000 Autos entstehen sollen. Quelle: PR
Die Basis des Vantage ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen, für die 2012er Generation hat Aston Martin sein Einsteigermodell aber nachgeschärft. Die britischen Sportwagen mit dem Gänsehaut-V8 beginnen bei 108.500 Euro und sind technisch und optisch weiter entwickelt worden, ohne ihren puristischen Auftritt zu verwässern. Im Mittelpunkt der Vantage-V8-Verbesserungen steht die optionale Sportshift-Automatik, das nun mit sieben Gängen arbeitet und statt der bisherigen Sechsgangversion eingebaut wird. Die neue Siebengangbox ist eine Spezialausführung für Aston Martin und verspricht schnellere und präzisere Gangwechsel und soll wegen der besseren Aufteilung der Übersetzungsverhältnisse für noch heftigere Fahrleistungen sorgen (in etwa 4,3 Sekunden bis 4,6 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 300 km/h). Auch der 4,7-Liter-V8 mit 426 PS sowie die Bremsen und die Lenkung wurden technisch revidiert. Alles mit dem Ziel, den Vantage-V8-Modellen ein noch rascher und exakter reagierendes Fahrverhalten zu verleihen. Quelle: PR
Die V8-Modifikationen gelten für Coupé und Roadster. Bei dem nahezu unverändert offerierten Vantage S (128.500 Euro) mit 436 PS entwickelt die Maschine nun einen Soundtrack, den die Briten mit der Intensität des Fahrerlebnisses gleich setzen. Wahrscheinlich flattern dem Fahrer schon im Leerlauf die Hosenbeine. Unverändert gebaut wird der unvergleichliche 6-Liter-V12 Vantage (im Bild der Vantage V12 Roadster). Er hält 517 PS bereit und gibt bei 4.000 U/min unter voller Last einen akustischen Ausblick auf Dantes Inferno. Seine Fahrer allerdings wähnen sich dann im Paradies. Im sportlich-edlen Innenraum fallen zudem die aus Glas gefertigten Bedienschalter auf. Wer das Besondere wünscht und zwölf Zylinder haben will, muss mit 192.741 Euro rund 50.000 Euro mehr als für einen V8 auf den Tisch blättern. Gegenüber dem Coupé mit V12-Motor fallen rund 20.000 Euro Mehrkosten an. Wer sich in solchen Preisregionen bewegen kann, wird den satten Aufpreis sicherlich in Kauf nehmen – zumal der V12 Vantage Roadster mit Sicherheit zum echten Sammlerstück wird. Quelle: PR

Investindustrial betonte, man freue sich darauf, nun gemeinsam mit Dar an der Stärkung von Aston Martin zu arbeiten. In den kommenden fünf Jahren wolle man mehr als eine halbe Milliarde Pfund in neue Produkte und Technologien investieren, hieß es von Aston Martin. Der Firmensitz bleibe weiter im englischen Gaydon in der Grafschaft Warwickshire. Dort arbeiten 1600 Menschen. Der Luxusautobauer hatte in den vergangenen Jahren unter der weltweiten Wirtschaftskrise gelitten.

Die Entscheidung, wer letztlich die Nase vorn haben wird, musste die kuwaitische Investitionsgesellschaft Investment Dar, der die Sportwagenschmiede gehört, treffen. Die Bieter aus Italien verleibten sich bereits 2006 den italienischen Motorradhersteller Ducati ein. Sechs Jahre später verkauften sie ihn für 860 Millionen Euro an Audi. Hinter Investindustrial steht die italienische Familie Bonomi. Die Investoren aus Europa waren siegesgewiss, da sie sich technisch Rückendeckung von Mercedes geholt hätten.

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