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BMW Autobauer mit fünftem Rekordjahr in Folge

BMW-Chef Norbert Reithofer kann zu seinem Abschied noch einmal mit Rekordzahlen glänzen. Sein Nachfolger hat trotzdem genug Arbeit vor sich.

BMW 116i Quartalszahlen Quelle: REUTERS

BMW-Chef Norbert Reithofer verabschiedet sich mit einem Rekordgewinn von der Konzernspitze. Unter seiner Führung fuhr der erfolgsverwöhnte Oberklasse-Autobauer 2014 ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von 8,7 Milliarden Euro ein. Das sind 10,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor und sogar noch etwas mehr als das bis dato angekündigte Plus.

Die Bayern profitieren davon, dass sie viele neue Pkw-Modelle am Start hatten, für die Kunden mehr Geld bezahlen. Außerdem sind große Limousinen und Geländewagen gefragt, die ebenfalls mehr abwerfen als kleine Autos. Reithofer sagte am Donnerstag, BMW habe trotz vieler Marktschwankungen neue Bestmarken bei Absatz, Umsatz und Konzernergebnis erzielt. Nach fünf Rekordjahren in Folge liegt für Nachfolger Harald Krüger, der sein neues Amt Mitte Mai antritt, die Latte hoch.

VW bleibt trotz Dieselgate vor Toyota
Toyota – 1. Halbjahr 2016Der japanische Branchenprimus, zu dem auch der Kleinwagenbauer Daihatsu Motor und der Nutzwagenhersteller Hino Motors gehören, verkaufte zwischen Januar und Juni global 4,99 Millionen Autos. Das ist ein Rückgang zum Vorjahreszeitraum von 0,6 Prozent. Die ganze Halbjahres-Bilanz auch mit Umsatz- und Gewinnkennzahlen legt der japanische Konkurrent am 4. August vor. Quelle: AP
Volkswagen (Konzern) – 1. Halbjahr 2016Krise? Welche Krise? Die Abgas-Affäre scheint die Auslieferungen bei Volkswagen nicht zu bremsen. Pünktlich zum Halbjahr setzt sogar die schwächelnde Kernmarke zur Wende an. Mit 2,925 Millionen verkauften Volkswagen blieb die Marke zwar knapp unter dem Vorjahresergebnis, die Tendenz im Juni zeigte aber um fast fünf Prozent nach oben. Mit dem starken Juni stehen nach sechs Monaten die Zeichen bei den Verkäufen klarer als zuvor auf Zuwachs: 5,12 Millionen Fahrzeuge – vom VW-Up bis zum schweren Scania-Lkw – sind 1,5 Prozent Verbesserung im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015. Trotz Diesel-Krise steuert der Konzern damit 2016 bisher auf ein Auslieferungsplus zu. Nach fünf Monaten Ende Mai hatte der Zuwachs lediglich bei 0,8 Prozent gelegen. Zumindest als Momentaufnahme scheint der Autobauer damit zehn Monate nach dem Ausbruch der Diesel-Krise eine Durststrecke zu verlassen. Quelle: dpa
BMW – 1. Halbjahr 2016Zwischen Januar und Juni diesen Jahres wurden weltweit 986.557 BMW verkauft. Damit konnten die Münchner im Vergleich zum Vorjahr um 5,8 Prozent zulegen. Allein im Juni stieg der Absatz um 9,7 Prozent auf 189.097 – mit den Marken Mini und Rolls-Royce kommt der Konzern sogar auf 227.849 Autos (+9,1 Prozent). Für das Plus sorgte demnach vor allem die hohe Nachfrage in Europa und Asien. In den USA dagegen schrumpfte der Absatz. Mit den knapp 190.000 Fahrzeugen im Juli lag BMW vor den beiden Dauer-Konkurrenten Audi (169.000 Autos) und Mercedes (188.444 Fahrzeuge). Doch wie sieht es im gesamten ersten Halbjahr aus? Quelle: dpa
Audi – 1. Halbjahr 2016Zumindest Audi konnte BMW hinter sich lassen. Die Ingolstädter konnten zwar zulegen, mit 5,6 Prozent fiel das Wachstum aber geringer aus als bei der Konkurrenz aus München – genauso die absolute Zahl an Auslieferungen von 953.200 Fahrzeugen. Dennoch ist die Bilanz für Audi positiv. Man habe den Absatz in allen Weltregionen steigern können, sagte Vertriebsvorstadn Dietmar Voggenreiter. Spaß-Modelle wie das TT Cabrio im Bild tragen traditionell wenig zum Volumen bei. Zu den größten Treibern gehörten die Baureihen A4 mit einem Plus von 12,3 Prozent und das Oberklasse-SUV Q7, das es nach dem Modellwechsel im Vorjahr auf ein Plus von satten 73,6 Prozent bringt. Auch für das zweite Halbjahr ist Voggenreiter optimistisch: Dann stehen die Premieren des überarbeiteten A3 und der komplett neuen Baureihen A5 und Q2 an. Quelle: obs
Daimler – 1. Halbjahr 2016BMW und Audi waren gut, Mercedes war besser. So lässt sich das erste Halbjahr zusammenfassen – sowohl beim Wachstum als auch beim Absatz konnte die Marke mit dem Stern die Konkurrenten abhängen. In den ersten sechs Monaten gingen 1.006.619 Mercedes-Benz an die Kunden – das entspricht eine Zuwachs von 12,1 Prozent. Ganz nebenbei der 40. Rekordmonat in Folge für die Marke. Dabei profitiert Mercedes vor allem von den SUV-Modellen, die inzwischen ein Drittel des weltweiten Absatzes ausmachen. „ Das zeigt, dass sich unsere Produktoffensive auszahlt und unser rundum erneuertes SUV-Portfolio hervorragend bei den Kunden ankommt“, sagt Vorstandsmitglied Ola Källenius. Zusammen mit den 73.510 verkauften Smart kommt die Pkw-Sparte des Daimler-Konzerns so auf 1,08 Millionen Fahrzeuge. Quelle: dpa
Porsche – 1. Halbjahr 2016Drei Prozent Wachstum auf 117.963 Fahrzeuge. Das sind die Eckdaten des ersten Halbjahres bei Porsche. Der Sportwagenbauer zeigt sich damit zufrieden und spricht von einer „Stabilisierung auf hohem Niveau“. Viele Modelle wie die Baureihen Cayman, Boxster, Macan und der 911er konnten zwar zweistellig wachsen, bei der Limousine Panamera hielten sich die Kunden wegen des anstehenden Modellwechsels aber spürbar zurück. „Die durchweg positive Resonanz auf die Weltpremiere des neuen Panamera Ende Juni stimmt uns sehr optimistisch. Wir erwarten uns davon einen deutlichen Schub“, sagt Marketing- und Vertriebsvorstand Detlev von Platen. Der neue Panamera kann seit dem 28. Juni bestellt werden und steht in Europa ab November beim Händler. In den USA und im chinesischen Markt ist das Auto ab Januar 2017 verfügbar. Quelle: dpa
Toyota – Gesamtjahr 2015Der japanische Autokonzern Toyota hat seine Stellung als weltgrößter Fahrzeughersteller im vierten Jahr nacheinander behauptet und den durch den Abgasskandal gebeutelten Konkurrenten VW auf Distanz gehalten. 2015 verkaufte das Unternehmen 10,15 Millionen Autos, wie Toyota am Mittwoch mitteilte. VW kam im vergangenen Jahr auf 9,93 Millionen verkaufte Autos, General Motors auf 9,8 Millionen. 2016 rechnet Toyota mit einem Absatz von 10,11 Autos. Im vergangenen Jahr lag die Prognose bei 10,1 Millionen Fahrzeugen für 2015 und wurde durch die Realität übertroffen. VW hatte Toyota bei den Verkaufszahlen im ersten Halbjahr 2015 überholt, war dann aber infolge des Abgasskandals wieder zurückgefallen. Die Autoverkäufe auf den großen Märkten in den USA und Japan haben sich verlangsamt. Darüber hinaus hat sich auch das in den vergangenen Jahren stetige Wachstum auf aufstrebenden Märkten abgeschwächt. Das schlägt sich auch in den Toyota-Zahlen nieder: 2014 hatten die Japaner noch 10,23 Millionen Autos verkauft. Quelle: dpa

Wie hoch genau, das dürfte sich bei der Bilanzpressekonferenz nächste Woche zeigen - dort gibt BMW meist eine konkrete Prognose für das laufende Jahr. Vorerst bekräftigte Reithofer lediglich, dass der Absatz 2015 dank 15 neuer und überarbeiteter Modelle erneut auf einen Höchstwert steigen soll.

"Number One" spart viel Geld

Im vergangenen Jahr lieferte der Konzern weltweit mehr als zwei Millionen Fahrzeuge seiner drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce aus. Pro verkauftem Pkw blieb zudem mehr Geld hängen: In der Autosparte zog die Rendite (Ebit-Marge) auf 9,6 (9,4) Prozent an. Damit lagen die Münchner genau gleichauf mit dem Ingolstädter Rivalen Audi, der als Teil des riesigen Volkswagen-Konzerns leichter Kosten sparen kann und meist mit der höchsten Marge unter den drei Oberklasse-Konkurrenten brilliert. Daimler wies für 2014 eine Gewinnspanne von 8,1 Prozent in der Pkw-Sparte aus.

Der scheidende BMW-Chef Reithofer versäumte es nicht, die Erfolge der - von ihm aufgesetzten - Strategie "Number One" zu loben. Dazu zählt unter anderem der Einsatz von mehr gleichen Teilen in verschiedenen Fahrzeugen. So lässt sich Geld beim Einkauf wie beim Einbau sparen.

Das sind die innovativsten Autostandorte der Welt
BMW drückt beim Ausbau seines weltweiten Produktionsnetzwerks aufs Tempo. Laut einem Bericht des " Handelsblatt" prüft der Konzern intensiv den Bau eines zweiten großen Werks in Übersee, der Favorit soll Mexiko sein. Gebaut werden sollen dort die Kompakten der Einser- und Dreier-Reihe sowie der Mini. Der neue Standort würde BMW mindestens eine Milliarde Dollar kosten, berichtet das Blatt weiter. Mit einem Ausbau in Startanburg und dem angedachten neuen Werk wolle BMW sein Produktionsvolumen in Amerika auf mehr als 600.000 Autos pro Jahr verdoppeln. Ein Blick auf die innovativsten Auto-Standorte der Welt: Quelle: AP
Russland"Wie wettbewerbsfähig sind Ihrer Meinung nach folgende Automobilstandorte hinsichtlich ihrer Innovationskraft?", lautete eine der Fragen, die die Berater von Ernst & Young den Managern von 300 Unternehmen aus der europäischen Automobilbranche stellten. Im Falle Russlands antworteten sieben Prozent mit "sehr wettbewerbsfähig", 24 Prozent sagten "wettbewerbsfähig". Quelle: dpa-tmn
FrankreichFrankreich gehört nach wie vor zu den bedeutendsten Automobilstandorte der Welt. Allerdings hat das Land sehr unter der Absatzkrise auf dem europäischen Automarkt gelitten. Das zeigt sich in den Bewertungen der Europäischen Automanager: In den Bereichen Innovationskraft, Produktqualität und Produktivität verlor Frankreich als Standort zwischen sieben und 21 Prozentpunkten. 34 Prozent der Befragten halten Frankreich in puncto Innovation für wettbewerbsfähig beziehungsweise sehr wettbewerbsfähig. Das reicht für Platz neun. Quelle: AP
Schweden43 Prozent der Manager aus der Automobilbranche halten Schweden als Automobilstandort für wettbewerbsfähig bis sehr wettbewerbsfähig, was die Innovationskraft anbelangt. Besser schneiden die skandinavischen Autobauer bei der Qualität ihrer Produkte ab: 2013 landet Schweden auf dem dritten Platz des Produktqualitäts-Rankings. Quelle: dpa
IndienIn Indien haben derzeit 14 Automobilhersteller ihren Hauptsitz, darunter Ashok Leyland, Bajaj Auto oder Tata Motors. Tata Motors ist der größte Automobilhersteller Indiens. Was die Wettbewerbsfähigkeit des Landes in puncto Produktionskosten angeht, belegt Indien sogar den zweiten Platz. Nur bei der Innovation sind die befragten Manager skeptischer. Da reicht es nur für Platz sieben. Quelle: obs
BrasilienBrasilien ist der viertgrößte Autoproduzent der Welt. Doch nur zehn Prozent der Automobilhersteller halten den Standort für "sehr wettbewerbsfähig", 39 Prozent schätzen das Land immerhin als wettbewerbsfähig ein, was die Innovationsfähigkeit anbelangt. Quelle: dpa
USA56 Prozent der Automanager sind der Meinung, dass die Vereinigten Staaten als Automobilstandort 2013 in Sachen Produktqualität wettbewerbsfähig sind. 13 Prozent schätzen den Standort als "sehr wettbewerbsfähig" ein. Im Vergleich zu 2011 entspricht das einem Zuwachs von sieben Prozent. Damals hielten etwas weniger als die Hälfte der Automanager die USA für einen wettbewerbsfähigen Standort in der Kategorie Innovationskraft. Quelle: AP

Dank steigender Effizienz bleibt dem Konzern Geld für teure Innovationen wie Elektroautos. Hohe Ausgaben sind zudem für den Auf- und Ausbau von Werken in aller Welt und die Entwicklung immer neuer Modelle nötig. An der Rendite zehrten zuletzt auch Rabattschlachten.

Autobauer machen sich in China gegenseitig das Leben schwer

Im weltgrößten Automarkt China, wo das Geschäft nur noch gut und nicht mehr sagenhaft läuft, machen sich die Pkw-Bauer mit Preisnachlässen gegenseitig das Leben schwer. Zudem schreckt der Streit mit den dortigen Autohändlern über ehrgeizige und teils unerreichbare Verkaufsziele die gesamte Branche auf. BMW zahlt seinen Händlern fast 700 Millionen Euro, um sie zu befrieden.

Analysten fragten sich, ob das Gemeinschaftsunternehmen der Münchner in China Verlust macht. BMW weist Details dazu im Finanzergebnis aus; diese werden am 18. März im Geschäftsbericht veröffentlicht. Mehrere Experten äußerten sich enttäuscht über das vierte Quartal 2014, in dem die Rendite in der Autosparte von 9,2 auf 8,2 Prozent fiel. Dies sei der niedrigste Wert seit Anfang 2010, als BMW nach dem Krisenjahr 2009 in der Autosparte wieder schwarze Zahlen schrieb.

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An der Börse lag die am Vortag noch stark gelaufene Aktie des Autobauers rund zwei Prozent im Minus. Die Aktionäre dürfen sich trotzdem freuen: Die Dividende soll um je 30 Cent auf den neuen Höchstwert von 2,90 Euro je Stammaktie und 2,92 je Vorzugsaktie steigen. Davon profitiert vor allem die Familie Quandt mit Mutter Johanna, Sohn Stefan und Tochter Susanne Klatten - ihnen gehören fast 47 Prozent des Autobauers.

Wie BMW weiter mitteilte, ist ein Nachfolger für den designierten Vorstandschef und bisherigen Produktionsvorstand Krüger gefunden. Oliver Zipse übernimmt das Schlüsselressort - er kam 1991 als Trainee zu BMW und stieg über Stationen als Werksleiter in Oxford und Leiter der technischen Fertigungsplanung auf bis zum Chef der Konzernplanung und Produktstrategie. Nach der Hauptversammlung am 13. Mai übernimmt Krüger den Posten als Vorstandsvorsitzenden. Amtsinhaber Reithofer wechselt dann nach achteinhalb Jahren an der Firmenspitze auf den nächsten Chefsessel: Er soll den Aufsichtsrat lenken.

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