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BMW i3, Nissan Leaf und Co Was dem Elektroauto zum Durchbruch fehlt

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Nissan fertigt seine Batterien selbst

Die meisten LiTec-Angestellten sollen zur ebenfalls zu Daimler gehörenden Deutschen Accumotive wechseln – ebenfalls in Kamenz. Dieses Unternehmen fertigt die Batterien für Elektroautos – künftig dann aus zugekauften Zellen aus Asien. Auch BMW bezieht für sein Elektroauto i3 die Akkus vom koreanischen Großkonzern Samsung.

Dieses Problem hat Nissan nicht. Die Japaner haben seit den ersten Planungen ihres Elektro-Projekts im Jahr 2006 auf eine eigene Batteriefertigung bestanden. „Nur mit unserer eigenen Technik können wir die Kosten, die Zuverlässigkeit und die Kapazität der Batterien langfristig kontrollieren“, sagt Nissan-Manager Diernaz. Bislang seien rund vier Milliarden Dollar in das Batterieprogramm geflossen.

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Heute fertigt Nissan an drei Standorten seine Stromspeicher – sowohl die Batteriestapel als auch die einzelnen Zellen: im japanischen Zama in der Nähe von Yokohama, in Smyrna im US-Bundesstaat Tennessee und im nordenglischen Sunderland.

Nach Jahren der Geheimhaltung hat Nissan jetzt erstmals Journalisten durch die hochmoderne Produktionsstätte in Sunderland geführt. Eindrücke aus einem der größten Reinräume Europas finden Sie hier.

Rund 60.000 Batterien pro Jahr könnte Nissan in Sunderland produzieren. Zur derzeitigen Auslastung des 2013 eröffneten Batteriewerks will der Autobauer keine genauen Angaben machen – aber ganz offenbar ist noch Luft nach oben.

150.000 Kilometer mit einer Batterie

Insgesamt 192 Zellen, jede in etwa so groß wie ein Din-A-5-Heft, werden in einem Leaf verbaut – und bleiben dort im Normalfall ein Fahrzeugleben lang. Bisher musste Nissan nur drei fehlerhafte Batterien austauschen.

Selbst unter extremer Belastung scheint die oft infrage gestellte Zuverlässigkeit der Batterien kein Problem zu sein. Zehn Leafs haben im Amsterdamer Taxi-Betrieb bereits mehr als 150.000 Kilometer zurückgelegt. Die Kapazität der Akkus hat trotz der häufigen Schnellladungen in dieser Zeit nur acht Prozent seiner Kapazität verloren.

Auto



Einige der Vorurteile gegen die Elektromobilität scheinen nach den ersten Jahren der Serienfertigung nicht haltbar – bis auf die begrenzte Reichweite. Diese gilt neben den langen Ladezeiten als einer der Bremsklötze der Elektromobilität. Mehr als 200 Kilometer ist bei einem aktuellen Modell kaum drin, lediglich das Tesla Model S schafft mehr als 400 Kilometer.

Doch auch hier will Nissan offenbar nachziehen. In einem Interview mit einem japanischen TV-Sender deutete Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn an, vor der Einführung einer neuen Batteriegeneration zu stehen. Auf die Rückfrage in dem nicht online verfügbaren Interview, ob er von einer Reichweite von mehr als 400 Kilometern spreche, antwortete Ghosn offenbar mit einem knappen „Ja“.

Wenn der Preis stimmt, könnte das der Durchbruch sein.

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