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Börsengang Knorr-Bremse wird mit bis zu 14 Milliarden Euro bewertet

Knorr-Bremse Logo Quelle: dpa

Der Bremsenhersteller Knorr-Bremse geht im Oktober an die Börse und will im Zuge der Notierung zwischen 3,48 und 4,21 Milliarden Euro an Kapital einnehmen.

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Der Bremsenkonzern Knorr-Bremse wird bei seinem geplanten Börsengang mit bis zu 14 Milliarden Euro bewertet. Das Münchner Unternehmen legte die Preisspanne am Freitag auf 72 bis 87 Euro je Aktie fest. Mehrheitseigentümer Heinz Hermann Thiele will, abhängig von der Nachfrage, bis zu 30 Prozent der Anteile seiner Familie verkaufen. Er könnte damit zwischen 3,48 und 4,21 Milliarden Euro einnehmen. Die Preisspanne entspricht einem Börsenwert zwischen 11,6 und 14 Milliarden Euro. Die bis zu 48,4 Millionen Aktien können von Montag an bis zum 11. Oktober gezeichnet werden. Einen Tag nach dem Ende der Zeichnungsfrist soll Knorr-Bremse sein Debüt an der Frankfurter Börse feiern.

Thiele hatte vor mehr als 30 Jahren die Mehrheit an Knorr-Bremse übernommen. Seither hat sich das Unternehmen mit einem Umsatz von 6,2 Milliarden Euro zum Weltmarktführer bei Zug- und Nutzfahrzeug-Bremsen entwickelt. Aus dem operativen Geschäft hat sich Thiele weitgehend zurückgezogen. Pläne zum Verkauf an ZF Friedrichshafen oder Bosch hatten sich zerschlagen, weil Thiele die Mehrheit nicht abgeben wollte. „Ein Börsengang ist für uns der richtige nächste Schritt. Er verschafft Knorr-Bremse eine stabile strategische und finanzielle Basis“, sagte Vorstandschef Klaus Deller.

Knorr-Bremse lockt potenzielle Investoren für seine Aktien mit einer Ausschüttungsquote von 40 bis 50 Prozent, wie Insider der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Im vergangenen Jahr lag das operative Ergebnis (Ebitda) des 30.000 Mitarbeiter starken Konzerns bei 1,12 Milliarden Euro, in den ersten sechs Monaten 2018 stieg es um zwölf Prozent und damit etwas stärker als der Umsatz. In diesem Jahr peilt Knorr-Bremse einen Umsatz von 6,4 bis 6,6 Milliarden Euro und ein Ebitda von bis zu 1,3 Milliarden Euro an. In den nächsten Jahren soll der Umsatz im Schnitt um weitere fünf Prozent pro Jahr wachsen, die operative Umsatzrendite soll sich mittelfristig Richtung 20 (2017: 18,1) Prozent bewegen. Kleinere Zukäufe kann sich Knorr-Bremse aus eigener Kraft leisten.
Im Zug-Geschäft droht Knorr Branchenkennern zufolge wegen des aufwendigen Zulassungsprozesses kaum neue Konkurrenz. Mit 50 Prozent Marktanteil liegt Knorr-Bremse weit vor dem Rivalen Wabtec (15 Prozent), bei Lkw-Bremsen liegt der Konzern mit 42 Prozent ebenfalls vor dem Konkurrenten Wabco (34).

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