Boxster und Cayman mit Vierzylinder Porsche wagt den Tabubruch in den USA

Porsche wagt einen mutigen Feldversuch in den USA: Ab kommendem Jahr sollen dort zwei Sportwagen mit einem kleinen Vierzylinder-Motor auf den Markt rollen. Kann das gut gehen?

Porsche Boxster: Ab 2016 in den USA auch mit vier Zylindern erhältlich. Quelle: AP

Es wird eine Zäsur für Porsche-Fans: Der Autobauer wird erstmals Vierzylinder-Motoren in einen Sportwagen einbauen. Porsche-Chef Matthias Müller bestätigte gegenüber der „Automotive News“, dass man in den USA mit der neuen Generation der Zweisitzer Boxster und Cayman einen neuen Einstiegsmotor anbieten werde.

Einen Fingerzeig über die Vierzylinder-Pläne der Zuffenhausener gab es bereits auf der New York Autoshow, als Porsche einen neuen, sehr flachen Vierzylinder-Motor präsentierte. Ab Mitte 2016 wird dieses neue Einstiegsaggregat in Nordamerika angeboten.

Bislang bietet Porsche bereits einen Vierzylider an, allerdings im SUV Macan und auch dort nur in den CO2- und Hubraum-besteuerten Märkten Großbritannien und China.

Nur für Fans scharfer Kurven
In dem 4,48 Meter langen Sportwagen steckt der 3,8 Liter große Boxer-Motor aus dem Carrera S. Quelle: Porsche
Seine offizielle Premiere feierte der Cayman GT4 auf dem 85. Genfer Autosalon. Quelle: Porsche
Mit stärkerem Motor, strammerem Fahrwerk und schärferem Design erkämpft sich der Cayman GT4 Anschluss an den Porsche 911. Quelle: Porsche
Fahrer und Beifahrer nehmen in Leder-Alcantara-Sportsitzen Platz. Das Sportlenkrad ist serienmäßig, weitere Rundstrecken-Extras wie Keramikbremsanlage oder Sport-Chronopaket sind ebenfalls erhältlich. Quelle: Porsche
Auch bei einem Spitzentempo von 295 km/h haftet der Cayman dank seines verbesserten Abtriebs sicher auf dem Asphalt. Quelle: Porsche
Dabei zeugen nicht nur Motorleistung, Design und Ausstattung, sondern auch der Preis von hohem Niveau. Quelle: Porsche
Von der Rundstrecken-Variante des 911, dem GT3, übernimmt der drei Zentimeter tiefer gelegte Zweisitzer zum Beispiel Fahrwerks-Komponenten sowie die Bremsanlage. So ausgerüstet platziert sich der Sportler mit einer Rundenzeit von sieben Minuten und 40 Sekunden auf der Nürburgring-Nordschleife. Quelle: Porsche
Drei markante Lufteintrittsöffnungen in der Front und ein großer, feststehender Heckflügel sollen für genügend Abtrieb sorgen. Quelle: Porsche
Der Porsche Cayman GT4 kommt Ende März 2015 in den Handel und kostet mindestens 85.776 Euro. Quelle: Porsche
Auf Wunsch kann der potenteste Cayman noch umfassender für den sportlichen Einsatz ausgerüstet werden. Als Optionen stehen unter anderem eine Keramikbremsanlage, Vollschalensitze aus kohlefaserverstärktem Kunststoff (CfK), ein spezifisches Sport Chrono-Paket mit „Track Precision App“ sowie ein Clubsport-Paket zur Wahl.  Quelle: Porsche
Mit einer Rundenzeit von 7 Minuten und 40 Sekunden auf der Nürburgring-Nordschleife platziert sich der neue Sportwagen an der Spitze seines Marktsegments. Quelle: Porsche
Äußerlich unterscheidet sich der Cayman GT4 deutlich von den verwandten Mittelmotor-Coupés: Drei markante Eintrittsöffnungen im Bug und der große, feststehende Heckflügel sind Teil eines Aerodynamikpakets. Quelle: Porsche
Mit dem Cayman GT4 bedienen die Zuffenhausener Kunden, denen ein Auto nicht schnell genug sein kann. Der Mittelmotor-Sportler wird neben Längsperformance vor allem Liebhaber schneller Kurvenfahrten ansprechen.  Quelle: Porsche

Die Emissionsgrenzen dürften auch bei der aktuellen Entscheidung für einen kleineren Motor eine gewichtige Rolle gespielt haben. Auf Leistung müssen die Porsche-Kunden bei einem Vierzylinder wohl nicht verzichten: Das Analysehaus IHS Automotive geht davon aus, dass die Einsteigsmodelle 2,0- und 2,5-Liter-Motoren erhalten werden, deren Leistung zwischen 227 und 325, respektive 355 und 404 PS liegen werde.

Porsche wartet auf Reaktion der Kunden

Für Müller ist das Angebot eine Art Feldversuch. Man werde sehen wie es funktioniere und wie die Kunden auf das Angebot reagieren, so der Porsche-Chef. Bislang greifen Porsche-Käufer in den USA in der Regel zu der klassischen Motorisierung, dem Sechszylinder-Boxer.

Für einen Autobauer, bei dem jahrelang diskutiert wurde, ob ein Porsche-Motor immer luftgekühlt bleiben müsse und eine Wasserkühlung als Frevel erschien, kommt der Vierzylinder einem Tabubruch gleich.

Fans des 911er können aber aufatmen, zumindest teilweise. „Einen Elfer mit Vierzylinder gibt es unter mir nicht“, sagt Entwicklungsvorstand Wolfgang Hatz.

Einen anderen Punkt kann Hatz aber wohl nicht umgehen: Die aktuelle 911er-Generation dürfte die letzte mit Saugmotoren sein. Künftig dürfte der ikonische Sportwagen auch in der Basisversion mit einem Turbomotor ausrücken.

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