BrandIndex

Die beliebtesten Automarken von Kleinwagen bis Van

Holger Geißler
Holger Geißler Psychologe, Werbepsychologe

Soll die Mittelklasse von VW oder doch lieber von BMW kommen? Der Kleinwagen von Opel oder Ford? Das sind die beliebtesten Automarken in den jeweiligen Klassen.

VW und Audi Quelle: REUTERS

Wenn wir einen Autobauer benennen wollen, der den Geschmack der Deutschen am besten trifft, dann ist es Volkswagen. Auch in unserem Buch „Wie wir Deutschen ticken“ steht Volkswagen ganz oben bei den Symbolen für Deutschland, noch vor Goethe und Angela Merkel.
Wir wollten diesmal wissen: Welche Automarken bevorzugen die Deutschen, die an einem Gebraucht- oder Neuwagenkauf einer bestimmten Autoklasse interessiert sind? Der YouGov-Markenmonitor BrandIndex liefert uns diese Antworten.

Bei den SUVs und in der oberen Mittelklasse (E-Klasse, Audi A6 etc.) sind es nicht die Autos des VW-Konzerns, sondern die von BMW, die am besten ankommen – fast alle anderen Kategorien, von Kleinstwagen bis Van, gewinnen aber die Marken VW und Audi. Einige zweite und dritte Plätze überraschen.

Diese Autos verlieren wenig an Wert
Platz 15: MazdaDass Mazda auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt nicht die besten Restwerte hat, stand zu erwarten. Alleine schon das Markenimage des japanischen Herstellers reicht nicht aus, um die Wiederverkaufswerte von deutschen Premiummarken zu erreichen. Dennoch sind die 83,3 Prozent in der aktuellen Schwacke-Liste ein ordentliches Ergebnis: Mazda liegt damit vor Marken wie Volvo, Hyundai, Kia und Ford – und nur knapp hinter einem deutschen Autobauer. Quelle: Mazda
Platz 14: NissanZwischen Mazda und den besagten deutschen Autobauer hat sich noch Nissan geschoben. Für Platz 14 reichen dafür 84,7 Prozent. Auf diese Prozentangaben kommen die Restwertexperten von Schwacke nach einer Auswertung von Gebrauchtwagen mit einem Alter von drei Jahren und einer Laufleistung von 60.000 Kilometern. Die beste Marke wird als Benchmark mit 100 Prozent bewertet, alle anderen Marken beziehen sich auf diese Referenzgröße. Quelle: Nissan
Platz 13: Mercedes-BenzNicht in die Top Ten geschafft hat es Mercedes-Benz. Die Stuttgarter kommen auf 84,7 Prozent. Die Modelloffensive bei den Kompaktwagen, Rabatte und Tageszulassungen kurbeln zwar den Neuwagenabsatz an, auf die Restwerte der Gebrauchtwagen wirkt sich das aber negativ aus. Der Daimler-Tochter Smart ergeht es noch schlechter: Sie liegt mit 74,3 Prozent nur auf Platz 28 von 30. Quelle: Daimler
Platz 12: ToyotaGlobal gehört Toyota zu den stärksten Marken, in Deutschland haben es die Japaner aber deutlich schwerer. So reicht es im Schwacke-Ranking der wertstabilsten Marken für Toyota mit 84,9 Prozent nur zu Platz 12. Einziger Trost: Der Dauerrivale Volkswagen... Quelle: Toyota
Platz 11: Volkswagen... liegt nur einen Platz vor Toyota auf Rang 11. Auch die Wolfsburger bekommen mit ihren 84,9 Prozent zu spüren, dass aufwändige Rabattaktionen und künstlich billige Tageszulassungen die Gebrauchtwagenpreise torpedieren. Quelle: Volkswagen
Platz 10: SubaruSo kommt es, dass in der Liste der wertstabilsten Marken auch Autobauer vor Volkswagen liegen, die bei allen anderen Kennzahlen gewöhnlich nicht einmal in die Nähe der Wolfsburger kommen. Mit einer gesunden Preispolitik kann zum Beispiel Subaru die Zahl der Gebrauchtwagen auf den Höfen seiner Händler stabil halten – was gut für deren Preise ist. Für die Japaner bedeuten 85,4 Prozent Rang 10. Quelle: PR
Platz 9: SuzukiÄhnliches gilt für Suzuki: Wer nicht viel Wert auf die Marke legt, sondern seinen Wagen mit möglichst wenig Verlusten nach wenigen Jahren wieder verkaufen will, könnte einen Blick auf die Autos der Japaner werfen. Mit 86,3 Prozent liegt Suzuki nur knapp hinter... Quelle: Suzuki

Kompaktklasse ist „VW-Klasse“

Autokäufer, die an einem Kleinst- oder Kleinwagen wie VW Up oder Opel Corsa interessiert sind, würden am ehesten einen Pkw von VW kaufen. Auf Platz zwei und drei in diesem Segment landen Opel und Ford. Das bessere Image als die letztgenannten Marken haben bei diesen Autokäufern zwar Audi, BMW und Mercedes – bei der Kaufabsicht werden diese Autobauer aber weniger berücksichtigt. Was wohl daran liegen dürfte, dass sie Kleinst- und Kleinwagen im Prinzip nicht im Programm haben.

Die Kompaktklasse, man könnte sie umbenennen in „VW-Klasse“, dominiert der Volkswagen-Konzern. VW und Audi sind die beliebtesten Marken bei denjenigen, die sich für einen PKW der Kompaktklasse interessieren. Diesen Marken bescheinigen die Verbraucher auch die beste Qualität, und es sind die, die sowohl bei einer ersten Marktrecherche als auch bei einer konkreten Kaufabsicht die besten Chancen haben.

Die größten Autohändler in Deutschland

Mercedes punktet mit E-Klasse

In der Mittelklasse, repräsentiert durch z.B. Mercedes C-Klasse, 3er BMW, VW Passat und Audi A4, schwächelt VW – dafür schickt der Wolfsburger Autobauer die Marke Audi ins Rennen. Die dann auch alles gewinnt. Bei denjenigen, die sich für einen Kauf eines Mittelklasse-Autos interessieren, genießt Audi die größte Beliebtheit und das größte Kaufinteresse – in letzterer Dimension des YouGov-BrandIndex liegt Mercedes erneut hinter Audi, BMW und VW.
Punkten kann Mercedes in der oberen Mittelklasse mit der E-Klasse und dem besten Qualitätsimage. Zwar ziehen mehr potenzielle Käufer eines Pkw dieser Klasse BMW und Audi in die engere Wahl, auch ist BMW die beliebteste Marke in diesem Segment. Geht es aber um die konkrete Kaufentscheidung, würden zurzeit die meisten ein Mercedes-Autohaus aufsuchen. Die obere Mittelklasse ist übrigens die einzige Fahrzeugkategorie, in der VW nicht unter den ersten vier genannten Marken bei der konkreten Kaufabsicht ist. Das verwundert nicht – VW bietet in diesem Segment schließlich kein Modell an.

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Skoda ist Preis-Leistungs-Sieger

Spezielle, aber beliebte Pkw-Klassen sind die der SUVs und Vans. BMW baut mit der X-Reihe zurzeit anscheinend die Autos, die bei SUV-Interessierten am besten ankommen. Sie genießen die größte Beliebtheit, auch bei der konkreten Kaufentscheidung belegt BMW Platz eins. Dahinter liegt übrigens Nissan mit den Modellen Qashqai und X-Trail.

Diejenigen, die sich für den Kauf eines Autos aus der Klasse Mini-Van und Van interessieren, ziehen aktuell VW (z.B. Touran, Sharan), Ford (B-/C-/S-Max), Opel (Meriva, Zafira) und Renault (Scenic, Espace) in die engere Wahl. Das sind auch die Marken, die bei einer konkreten Kaufentscheidung bevorzugt werden würden.

Eine Marke, die noch gar nicht genannt wurde: Skoda. Sie ist erwähnenswert, denn sie belegt in fast allen Pkw-Klassen Platz eins beim Preis-Leistungs-Verhältnis, das vom YouGov-Markenmonitor BrandIndex ebenfalls gemessen wird. Nur in der oberen Mittelklasse (E-Klasse, 5er BMW) liegt VW vor Skoda. Und bei den Mini-Vans und Vans wird Dacia das beste Preis-Leistungs-Verhältnis knapp vor Skoda bescheinigt.

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