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Car2Go und DriveNow Wie die Fusion den Carsharing-Markt bewegen würde

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DriveNow und Car2Go: Was sich für Nutzer und Städte ändert

Was ändert sich für die Nutzer?

Das bleibt abzuwarten. Da die Autos künftig über eine gemeinsame Internetplattform angeboten werden sollen, dürfte sich wohl nur etwas an der App ändern, über die Kunden die Fahrzeuge finden und buchen können.

Im Idealfall verbessert sich das Angebot für den Kunden: Über die neue Plattform werden dann die Autos beider Anbieter angezeigt, womit sich mehr Auswahl und kürzere Wege ergeben. Offen ist aber, wie sich die Flottengrößen entwickeln: Lassen beide Unternehmen sämtliche Fahrzeuge in den Städten oder werden einige Autos aus der fusionierten Flotte abgezogen? Dazu haben sich Daimler und BMW nicht geäußert.

Mit mehr Fahrzeugen wäre es auch möglich, das Geschäftsgebiet in den Städten zu erweitern. Gerade in den Randbezirken von Großstädten war die Auslastung der Fahrzeuge noch geringer als in den Zentren, weshalb Car2Go und DriveNow ihre Geschäftsgebiete in der Vergangenheit teilweise verkleinert hatten. Möglich ist auch, dass die Preise angehoben werden – im Konkurrenzkampf haben die beiden Carsharer an oder unter der Grenze zur Profitabilität gearbeitet.

Was ändert sich für die Städte?

Das ist im Moment ebenfalls nur zu erahnen. Studien haben zwar bereits einen positiven Effekt von Carsharing-Angeboten auf den Innenstadtverkehr belegt, also wäre ein großer, starker Anbieter für eine Stadt wünschenswert. Mit einem ausgeweiteten Geschäftsgebiet oder einer größeren Flotte müsste die Stadt aber auch potenziell mehr kostenlose Parkplätze für die Carsharing-Autos zur Verfügung stellen – womit ihr Einnahmen entgehen würden.

Vergangene Woche hat das Carsharingunternehmen Turo aus den USA angekündigt, in Deutschland starten zu wollen. Ist das eine ernste Konkurrenz für DriveNow und Car2Go?

Ja und nein. Natürlich bringt ein Unternehmen, das nach eigenen Angaben in 5500 Städten aktiv ist und mehr als fünf Millionen Kunden hat, mehr Wettbewerb auf dem Carsharing-Markt. Und ist damit interessant für alle, die ab und zu ein Auto nutzen, aber keines besitzen wollen.

Das große Aber: Turo verfolgt ein anderes Konzept als DriveNow und Car2Go. Die beiden deutschen Anbieter betreiben ein sogenanntes Freefloat-Carsharing. Dabei werden die Autos, die Eigentum des Unternehmens sind oder zumindest geleast werden, frei im Geschäftsgebiet verteilt und parken am Straßenrand. Die Autos können per Smartphone geortet und geöffnet werden, für eine spontane Kurzzeitmiete braucht es keinen langen Buchungsprozess.

Das Konzept von Turo ist hingegen sogenanntes Peer-to-Peer-Carsharing, das auf der Vermietung von Privatfahrzeugen basiert.

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