China-Experte Daimler will China-Ressort schaffen

Im Vorstand des Autobauer Daimler soll ein eigenes China-Ressort geschaffen werden. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Das deutsche Unternehmen hat Probleme im Wachstumsmarkt China.

Laut

Dafür werde der Vorstand des Stuttgarter Autobauers von sieben auf acht Mitglieder vergrößert. Ein Manager solle künftig das China-Geschäft steuern, wie es in der Vorabmeldung hieß. Konzernsprecher Jörg Howe sagte dazu auf dpa-Anfrage: „Das sind Spekulationen, die wir grundsätzlich nicht kommentieren.“ Laut „Spiegel“ soll die Erweiterung auf der nächsten Aufsichtsratssitzung beschlossen werden. Auf dem Wachstumsmarkt China fährt Daimler den Konkurrenten Audi und BMW seit längerem hinterher. Es droht sogar den Anschluss zu verlieren.

Zuletzt hatte der Autobauer Verbesserungen bei der Vertriebsorganisation im Reich der Mitte angekündigt. Im Oktober waren die Einkäufe im Jahresvergleich mit minus 3,9 Prozent rückläufig. Die Konkurrenz BMW und Audi spielt in dem Land, dessen riesiger Markt die Zukunft der Oberklasse-Hersteller entscheidend bestimmt, schon heute in einer ganz anderen Liga: Monat für Monat werden dort zweistellige Zuwächse vermeldet. BMW kam zuletzt mit rund 30.000 Einheiten auf etwa doppelt so viele Autos wie Daimler.

Die Lieblingsautos der Deutschen
Der VW UP der Wolfsburger ist in der Mini-Klasse der beliebteste Wagen. Insgesamt 4490 Mal wurde er im Oktober 2012 neu zugelassen - eine Steigerung um 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Von Januar bis Oktober wurden insgesamt bislang 24.719 Wagen verkauft. Quelle: Volkswagen
6.853 Wagen des VW Polo wurden in diesem Jahr im Oktober verkauft. Im Vergleich zum Oktober 2011 macht das einen Anstieg von 5,8 Prozent aus. In den vergangenen zehn Monaten wurden insgesamt 65.894 Exemplare des Kleinwagens an den Mann gebracht. Quelle: dpa
VW Golf und Jetta sind unangefochten die beliebtesten Autos in der Kompaktklasse mit 21.957 neuzugelassen Wagen im Oktober. In dieser Klasse hält VW einen Marktanteil von 34 Prozent. Insgesamt wurden zwischen Januar und Oktober 209.010 Golfs und Jettas verkauft - damit sind sie meistverkauften Automodelle in Deutschland. Quelle: dpa
Der Gewinner in der Mittelklasse heißt VW Passat. Insgesamt 8.204 Autos wurden davon im Oktober verkauft - ein Rückgang um 4,2 Prozent gegenüber Vorjahr. Im gesamten Jahr wurden bisher fast 75.000 Passat verkauft.
In der oberen Mittelklasse überzeugte der 5er BMW am meisten Kunden. Er wurde im Oktober 3.817 Mal verkauft - und damit 20 Prozent weniger als im Oktober 2011. Insgesamt schlug BMW das Modell in diesem Jahr bisher fast 40.000 Mal los. Quelle: dpa
Der BMW 7er war im Oktober das Lieblingsauto der Deutschen in der Oberklasse (423 Neuzulassungen). Gegenüber dem Vorjahr legte der 7er nochmal um fast 18 Prozent zu. Insgesamt konnte BMW in Deutschland bis Ende Oktober 3.447 Modelle dieses Typs verkaufen. Quelle: BMW
GeländewagenDer VW Tiguan ist die Nummer eins unter den SUV mit 5.147 verkauften Modellen im Oktober. Damit legt das VW-Modell gegenüber Vorjahr um mehr als 43 Prozent zu. In diesem Jahr hat sicher der Tiguan bisher fast 47.000 Mal verkauft.
SportwagenNoch ein Sieg für Daimler. Die Mercedes E-Klasse Coupé ist der meistverkaufte Sportwagen in Deutschland im Oktober - ein plus von 25 Prozent gegenüber Oktober 2011. Bisher hat Daimler die E-Klasse 7.600 Mal verkauft. Quelle: Daimler
Mini-VansKein schlechtes Ergebnis für die Schwaben: Auch in der Kategorie Mini-Vans sahnt Daimler ab. Im Oktober verkaufte sich die B-Klasse mit mehr als 5000 Neuzulassungen besser als jeder andere Mini-Vans in Deutschland. Die B-Klasse ist er seit November 2011 auf dem Markt und startete prompt voll durch: 51.641 B-Klassen wurden 2012 in Deutschland neu zugelassen. Quelle: Daimler
Von Januar bis Oktober 2012 wurde die C-Klasse von Mercedes 59.442 Mal zugelassen. Das ist allerdings im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von 8,6 Prozent. Trotzdem gehört er noch immer zu den Topsellern und reiht sich dort auf Platz vier ein. Quelle: AP
Nur etwas weniger, nämlich 58.032 Autos, wurden vom Opel Astra verkauft. Er liegt bei den Topsellern damit auf Platz fünf. Allerdings muss auch der deutsche Autobauer aus Rüsselsheim Verluste hinnehmen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurden 19,6 Prozent weniger Autos zugelassen. Quelle: REUTERS
Platz sechs der meistverkauften Autos gibt es für den Mercedes der B-Klasse. 51.641 Wagen wurden von Januar bis Oktober 2012 verlauft. Eine Zuwachsrate von 108 Prozent. Quelle: dpa-tmn
Der Opel Corsa liegt auf Platz acht der Topseller. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum muss er allerdings deutliche Einbußen hinnehmen, minus 18 Prozent heißt es in der Statistik. Trotzdem wurden von Januar bis Oktober noch 47.303 Autos neu zugelassen. Allein im Oktober konnte der Rüsselsheimer Autokonzern 4.433 Wagen verkaufen. Quelle: dapd
Der Audi A4 gehört zu den Mittelklassewagen und liegt auf Platz neun, der meistverkauften Wagen von Januar bis Oktober. 47.300 Autos wurden zugelassen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein leichtes Minus. Quelle: REUTERS
Schlusslicht ist der 1er BMW - ein Wagen, der Kompaktklasse. 46.981 Wagen wurden von Januar bis Oktober 2012 verkauft, im Oktober 4.461. Trotzdem kann sich BMW mit 10,8 Prozent über ein leichtes Plus in den Neuzulassungen freuen. Quelle: dapd

Der „Spiegel“ schreibt, Konzernchef Dieter Zetsche könne sein Ziel, bis 2020 weltweit mehr Autos zu verkaufen als Audi und BMW, nicht erreichen, wenn er die Stellung in China nicht stärke. Im Stuttgarter Vorstand fühlte sich niemand dafür verantwortlich. Als Grund für die Schwäche wird gesehen, dass der Stuttgarter Autobauer zwei Vertriebsorganisationen in der Volksrepublik China habe, die mehr gegen- als miteinander arbeiteten. Die eine Organisation verkaufe Fahrzeuge aus einem deutsch-chinesischen Gemeinschaftsunternehmen, das Mercedes-Modelle in China produziere. Die andere Gesellschaft biete Fahrzeuge an, die aus Deutschland eingeführt würden.

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