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Chinas Automarkt BMW baut und bangt in China

BMW eröffnet ein neues Motorenwerk in China. Für das Unternehmen ein weiteres Bekenntnis für den chinesischen Markt. Doch wie es dort weitergeht, wissen die Münchner nicht.

Das neue Motorenwerk des Münchener Autobauers BMW steht in Shenyang Quelle: BMW

„Ein Meilenstein für die Produktion in China“: Mit diesen Worten eröffnete BMW-Vorstand Oliver Zipse Anfang des Jahres das neue Motorenwerk im Nordosten Chinas.

Doch das Konfetti konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zukunft für den Autobauer in China schwieriger werden könnte. Schon im vergangenen Jahr wuchs BMW nur um 1,7 Prozent. Zwar konnte der Autobauer absolut rund 493.000 Autos in China verkaufen. „Das war aber natürlich unter unserer Planung“, sagt Olaf Kastner, Leiter für die Vertriebsregion China.

Entsprechend bedeckt hielt sich die Führungsriege auch bei ihren Prognosen für das kommende Jahr: zwischen einem und zehn Prozent peile man an. Genauer wollte BMW sich in Shenyang nicht festlegen.

Nicht nur für BMW ist das Pläneschmieden in China schwieriger geworden. Durch die sich abkühlende chinesische Wirtschaft und die sinkende Nachfrage kämpfen auch andere Autobauer mit wachsender Unsicherheit. Volkswagen setzte 2015 rund 3,4 Prozent weniger Autos ab als im Vorjahr, Audis Auto-Absatz schrumpfte um 1,4 Prozent. Die zu BMW gehörende Luxusmarke Rolls-Royce brach sogar um über 54 Prozent ein.

Bilder aus BMWs Motorenfabrik in China
Das neue Motorenwerk des Münchener Autobauers BMW steht in Shenyang Quelle: BMW
Es ist das weltweit vierte Motorenwerk des deutschen Autobauers. Quelle: BMW
Besonders an den Motoren ist ihr Baukastensystem. Quelle: BMW
Hier sieht man einen sogenannten Sandkern. Quelle: BMW
Kurbelwellen-, Kurbelgehäuse- und Zylinderkopffertigung Quelle: BMW
BWM betont gerne, dass die Autos in den Werken in China nach weltweit gültigen Standards des Unternehmens gebaut werden. Quelle: BMW
Im Werk arbeiten zudem rund 100 Mitarbeiter aus anderen BMW-Standorts, die die chinesischen Mitarbeiter schulen sollen. Quelle: BMW

Lediglich Daimler konnte zulegen. Die Verkaufszahlen von Mercedes und Smart-Autos stiegen um satte 33 Prozent auf insgesamt 373.000 Autos. Während der Volkswagen-Konzern bereits seit Ende der 1970er Jahre in China aktiv ist und fünf Autowerke sowie sechs Komponenten-Werke an elf Standorten in China hat, ist Daimler erst seit Mitte der 2000er Jahre in China.

Chinas Automarkt wächst langsamer – aber er wächst

Vor allem mit dem Smart konnte das Unternehmen junge chinesische Autokäufer für sich gewinnen. Diese interessieren sich zunehmend für Fragen der Nachhaltigkeit. Dementsprechend positiv wurde auch die Kooperation zwischen Daimler und Tencent aufgenommen, dem Betreiberunternehmen des chinesischen Nachrichtenmessengers WeChat. Rund 10.000 Mitarbeiter des Unternehmens können in einem Pilotprojekt seit 2014 in Shenzhen die Flotte von car2share nutzen, dem chinesischen Ableger von car2go.

US-Absatz deutscher Hersteller 2000-2025

Insgesamt rechnet die Beratungsfirma JSC Automotive durchschnittlich mit einer Zunahme der Verkäufe von fünf Prozent in China. „Der Markt wird sich von einem Markt mit starkem Wachstum und hohen Margen zu einem mit stark sinkenden Margen entwickeln“, prognostiziert Geschäftsführer Jochen Siebert. Dabei ist im vergangenen Jahr vor allem die Nachfrage nach SUV-Modellen gestiegen. Mit 30 Prozent Marktanteil ist nahezu jedes dritte neuzugelassene Fahrzeug in China mittlerweile ein SUV. 2015 stiegen die Verkäufe der Modelle um 53 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahlen erklärten vor allem das schlechte Ergebnis von Volkswagen – das die chinesischen Verbraucher nicht mit seinen SUV-Modellen überzeugen konnte.

Auch der chinesische Autohersteller Renault steigt nun mit seinem Joint Venture Dongfeng Renault Automotive Company dieses Jahr genau über diesen Weg im Markt ein. Das SUV-Modell Renault Kadjar soll Türöffner für das Unternehmen werden, in wenigen Monaten will das Unternehmen ein weiteres SUV vorstellen. Produziert wird der Wagen im neu eröffneten Werk in Wuhan, in dem langfristig bis zu 300.000 Autos pro Jahr vom Band laufen sollen.

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