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Chinas Tesla-Konkurrent Das steckt hinter der 500-Millionen-Spritze für Byton

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Die Vision von der zukunftsfähigen Plattform für Elektrofahrzeuge

Sie präsentieren Byton als globales Unternehmen. Gleichzeitig haben sie nun eine weitere Finanzierungsrunde abgeschlossen. Darunter sind aber keine nicht-chinesischen Investoren. Welche sind denn Ihre großen ausländischen Investoren?
Von der Investorstruktur sind wir aktuell relativ chinesisch. Das Managementteam ist aber selbst mit der größte Aktionär. Das Team ist sehr international. In unsere Series-C-Finanzierungsrunde werden wir stärker im europäischen und amerikanischen Raum suchen. In Europa ist der Kapitalmarkt aber nicht vorbereitet, in Unternehmen wie uns zu investieren.

Sie bekommen aber auch massiv Unterstützung von chinesisch-öffentlicher Seite. Zum Beispiel von dem Belt & Road Investment Funds und der Lokalregierungen in der Provinz Jiangsu und der Stadt Nanjing.
Ja, unser Werk in Nanjing ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Regierung von Nanjing. Und da haben wir eine Serie von Unterstützungsleistungen bekommen. Anfangen mit Krediten, Zugang zu Land und anderen Ressourcen. Dazu massive Unterstützung bei den bürokratischen Hürden, so dass wir möglichst schnell vorankommen. Das ist auch sehr wichtig und ein Faktor, warum wir in China sind.

Machen Sie sich nicht abhängig?
Nein, die Nanjinger Stadtregierung investiert in uns, weil sie eine Vision hat, um ihre Stadt in eine zukunftsfähige Plattform für Elektrofahrzeuge zu entwickeln, die auch einen globalen Einfluss hat. Aber wir sind ein unabhängiges Unternehmen. Auch wenn wir unser Werk und unser Hauptsitz dort haben. Die Zentralregierung hat verschiedene Gründe, das Thema so stark nach vorne zu schieben. Das ist mit Sicherheit auch Industriepolitik, wo man die Chance sieht, ein chinesisches Unternehmen jetzt global in die erste Reihe zu heben.

Sie kooperieren unter anderem mit Tencent, dem chinesischen Messenger-Betreiber WeChat, und dem chinesischen Suchmaschinenbetreiber Baidu in China: Wie wollen Sie in Zukunft Kunden garantieren, dass ihre Daten nicht auf chinesischen Servern landen?
Tencent war ein Partner bei der Gründung, ist jetzt aber kein Investor bei uns. Baidu ist ein strategischer Partner. Wir arbeiten aber auch mit anderen Internetfirmen zusammen. Wir haben keinen Anteilseigner eines chinesischen Internetunternehmens.

Aber beispielsweise der Kartendienst von Baidu wird Daten speichern.
In der Entwicklung unseres Systems arbeiten wir mit fast allen wichtigen Internetunternehmen der Welt zusammen, um deren Inhalte auf unsere Plattformen zu bringen. Zum Beispiel arbeiten wir mit Amazon zusammen, um Alexa zu integrieren. Was wir in China machen, und was wir außerhalb des Landes machen, wird für den Nutzer komplett unterschiedlich aussehen. Wir arbeiten an zwei unterschiedlichen Versionen. Und Datensicherheit hat bei uns oberste Priorität.

Sie arbeiten mit dem chinesischen Batteriehersteller CATL zusammen. Deutsche Hersteller haben es bisher nicht geschafft, einen eigenen Batterieproduzenten aufzubauen. Wieso eigentlich nicht?
Batterien- und Zelltechnologie hat mit der traditionellen Automobilindustrie wenig zu tun. Das ist hochkomplex. Die Unternehmen aus Korea und Japan, die in diesem Bereich führend sind, haben jahrelang in diesem Bereich geforscht. Sie können nicht nur eine Fabrik hinstellen und Zellen produzieren. Sie müssen in Vorleistung gehen und mit fünf bis zehn Jahren rechnen. CATL ist mit chinesischem Tempo unterwegs und hat auch zehn Jahre gebraucht. Jetzt sind sie technologisch global mitführend.

Die deutschen Hersteller hätten sich auch zusammentun können. Haben es VW, BMW und Co. nicht schlicht verpennt?
Absolut. Wenn sie morgen sagen würden, wir stellen jetzt komplett auf Elektro um, das würden sie schnell hinkriegen. Die Technologie ist nicht komplexer als bei Verbrennungsmotoren. Aber wenn sie die Zellen selbst machen wollen, dann müssten sie fünf Jahre in Vorleistung gehen. Da hätte man früher starten müssen.

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