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CO2-Grenzwerte Oettinger kämpft für VW – und gegen Klimaauflagen

Die großen Autohersteller brauchen sich kaum Sorgen um strengere Vorgaben zum CO2-Ausstoß zu machen: Ein Brief von Energiekommissar Oettinger an VW-Chef Winterkorn zeigt, dass die Politik es gut meint mit den Konzernen.

Wie Hersteller den Spritverbrauch frisieren
Modell: Audi A4 2.0 TDI Ambition (DPF) Leistung / Hubraum: 100 kw / 1.968 ccm CO2-Ausstoß: 112 Gramm/km Verbrauch im ADAC-Test: 4,9 Liter/100 km (am 28.02.2012) Herstellerangabe: 4,3 Liter/100 km Abweichung: 14 Prozent Quelle: PR
Modell: BMW 328i Luxury Line Automatic Leistung / Hubraum: 180 kw / 1.997 ccm CO2-Ausstoß: 112 Gramm/km Verbrauch im ADAC-Test: 7,1 Liter/100 km (am 28.02.2012) Herstellerangabe: 6,3 Liter/100 km Abweichung: 13 Prozent Quelle: PR
Modell: BMW X1 sDrive20d Efficient Dynamics Edition (DPF) Leistung / Hubraum: 120 kw / 1.995 ccm CO2-Ausstoß: 119 Gramm/km Verbrauch im ADAC-Test: 5,8 Liter/100 km (am 28.02.2012) Herstellerangabe: 4,5 Liter/100 km Abweichung: 29 Prozent Quelle: PR
Die einzige positive Überraschung unter den acht Modellen im ersten neuen EcoTest des ADAC: Ein geringerer Verbrauch als vom Hersteller angegeben! Modell: Mazda 3 1.6 Edition Leistung / Hubraum: 77 kw / 1.598 ccm CO2-Ausstoß: 147 Gramm/km Verbrauch im ADAC-Test: 6,3 Liter/100 km (am 28.02.2012) Herstellerangabe: 6,4 Liter/100 km Abweichung: -2 Prozent Quelle: PR
Modell: Mercedes B 180 CDI BlueEFFICIENCY 7G-DCT (DPF) Leistung / Hubraum: 80 kw / 1.796 ccm CO2-Ausstoß: 115 Gramm/km Verbrauch im ADAC-Test: 4,9 Liter/100 km (am 28.02.2012) Herstellerangabe: 4,4 Liter/100 km Abweichung: 11 Prozent Quelle: PR
Modell: Opel Zafira Tourer 2.0 CDTI ecoFlex Start&Stop Edition (DFP) Leistung / Hubraum: 96 kw / 1.956 ccm CO2-Ausstoß: 119 Gramm/km Verbrauch im ADAC-Test: 5,2 Liter/100 km (am 28.02.2012) Herstellerangabe: 4,5 Liter/100 km Abweichung: 16 Prozent Quelle: PR
Modell: Renault Fluence Z.E Expression Leistung / Hubraum: 70 kw / --- ccm CO2-Ausstoß: 112 Gramm/km Verbrauch im ADAC-Test: 25,7 Liter/100 km (am 28.02.2012) Herstellerangabe: 14 Liter/100 km Abweichung: 84 Prozent Quelle: PR

Die EU-Kommission soll der Autoindustrie bei der Verhandlung um den künftigen CO2-Ausstoß ihrer Fahrzeuge erheblich entgegengekommen sein. Das geht laut „Süddeutsche Zeitung“ aus einem Brief von Energiekommissar Günther Oettinger an Volkswagen-Chef Martin Winterkorn hervor.

Demnach wertete er es als einen Erfolg, dass Brüssel im Juli keine verbindlichen CO2-Grenzwerte für die Zeit nach 2020 festgelegt habe. Dank des Engagements könne "die Diskussion über unsere CO2-Politik für Pkws nach 2020 ergebnisoffen geführt werden", zitiert die "Süddeutsche" aus dem Schreiben des Kommissars an den Chef des VW-Konzerns.

Damals hatte EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard neue Details vorgeschlagen, wie ein durchschnittlicher CO2-Ausstoß von 95 Gramm pro Kilometer bei Neuwagen bis 2020 zu berechnen sei. Umweltorganisationen hatten einen Grenzwert von 80 Gramm und weitere Vorgaben für das Jahr 2025 gefordert. Greenpeace wirft der Branche seit langem vor, zu wenig für den Klimaschutz zu tun. „Energiekommissar Oettinger hat dazu beigetragen, die Klimaauflagen zu verwässern“, sagte Greenpeace-Expertin Franziska Achterberg der Zeitung.

Oettingers Brief ist laut dem Blatt eine Antwort auf eine Bitte Winterkorns, darauf zu achten, dass der Wolfsburger Konzern durch ein neues Gesetz nicht schlechter gestellt werde als die Konkurrenz. Fehlende Grenzwerte für die Zeit nach 2020 dürften aber allen europäischen Herstellern gelegen kommen.

Erst am Mittwoch war eine ähnliche Hilfestellung der Kommission für die derzeit von der Absatzkrise gebeutelte Autoindustrie ans Licht gekommen: Industriekommissar Antonio Tajani will dafür sorgen, dass Audi, VW und Co. künftig nicht mehr durch scharfe Klima- oder Abgasauflagen gegenüber der Konkurrenz aus Asien oder den USA ausgebremst werden.

Voraussichtliches Absatzminus der Autoindustrie 2012

Anfang November wird er dazu eine Strategie vorlegen; der Entwurf liegt der Nachrichtenagentur dapd bereits vor. Das Kernelement: "Rigorose Wettbewerbsprüfungen" für alle neuen Gesetze sollen sicherstellen, dass der Branche keine "unverhältnismäßigen Lasten" aufgebürdet werden. Die Zeitung "Die Welt" hatte zuvor über die Initiative berichtet.

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