WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Continental und Google Vollautomatisiertes Fahren ist Zukunftsmusik

Seite 2/2

Horrende Investitionen nötig


Welche Autobauer am besten für die Zukunft gerüstet sind
Mazda Quelle: dapd
Suzuki Quelle: obs
Der PSA-Konzern, zu dem die Marken Peugeot und Citroen gehören, liegt wie zuvor auf Platz 11. Für die Franzosen rächt sich laut CAM-Ranking ihre starke Fokussierung auf den europäischen Markt, der zunehmend härter umkämpft wird und zugleich Marktrückgänge verzeichnet. Quelle: dpa
Ebenfalls noch im Bereich der "Low Performer" befindet sich der Renault-Konzern. Allerdings konnte sich das französische Unternehmen um respektable vier Plätze nach oben kämpfen und landete so immerhin auf Platz 10. Und das, obwohl Renault einen Absatzrückgang von 7,1 Prozent verkraften musste. Quelle: REUTERS
Chrysler Quelle: REUTERS
Toyota Quelle: REUTERS
nissan Carlos Ghosn Quelle: REUTERS

Hinzu kommt: Autofahren hat viel mit Vertrauen zu tun, Vertrauen in die Technik und vor allem Vertrauen darauf, dass die Technik auch funktioniert. Beim Bremskraftverstärker oder den schon erwähnten Parksensoren in der Stoßstange denkt niemand mehr darüber nach, ob die Technik zuverlässig funktioniert, schon beim Navigationsgerät ist das nicht so selbstverständlich. Da gibt es immer noch genug Leute, die der angebotenen Stauumfahrung auf ihren Stammstrecken nicht vertrauen. Und dass zusätzliche Elektronik im Auto per se zunächst zusätzliche Fehlerquellen schafft, weiß auch jeder, der mit seinem Neuwagen schon mal wegen Elektronik-Ausfall liegen geblieben ist.

Bevor sich jeder mit seinem Auto vollautomatisch durch die Gegend kutschieren lässt, braucht es noch einige Zeit. Die Vorstellung, was passieren könnte, wenn tausende mit Google-Hilfe gesteuerte Autos an einem Freitagnachmittag auf dem Kölner Ring unterwegs sind und Google – so wie neulich – einen vierminütigen Totalausfall hat, trägt sicher nicht dazu bei, den Prozess der Vertrauensbildung zu beschleunigen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Last-but-least: Für lau wird automatisiertes Fahren sicher nicht zu haben sein. Nicht nur die im Auto notwendige mobile Elektronik kostet Geld, auch die stationäre Infrastruktur will bezahlt werden. In Anbetracht der Schwierigkeiten, die Reparatur wadentiefer Schlaglöcher oder vergammelter Autobahnbrücken zu bezahlen, sollte man sich über die Finanzierung der für das automatische Fahren notwendigen Investitionen keine Illusionen machen. Aufbringen ließen sich die Mittel vermutlich nur über private Geldgeber – aber die wollen damit verdienen. Der zusätzliche Komfort, wenn er denn irgendwann Realität wird, bleibt auf jeden Fall ein teurer Spaß für alle Beteiligten.

    Auto



    Bleibt eine letzte Frage zu beantworten: Was ist dran an den Gerüchten um die Allianz zwischen Continental und Google? Vermutlich eine ganze Menge, denn die Partnerschaft folgt einer industriellen Logik. Hier würden sich zwei- zählt man Cisco und IBM dazu - sogar vier zusammentun, die die für automatisiertes Fahren notwendigen Bausteine schon haben:Continental die mobile Technik, die im Auto steckt, Cisco und IBM das Knowhow für schnelle Datenübertragung, Google die Datenbanktechnik, um die Unmengen an Daten, die von den via Internet miteinander verbundenen Autos und die vorhandenen Informationen über Straßen, Verkehrsschilder, Wetterbedingungen oder Staus sinnvoll miteinander zu verknüpfen und an die Fahrzeugsteuerung zurückzuleiten.

    Was abzuwarten bleibt: Wer hat in der Partnerschaft – so sie denn zustande kommt - das Sagen, wessen Interessen folgt die Allianz, wie genau ist die Arbeitsteilung, hat das Bündnis auf Dauer Bestand und welcher Zeithorizont ist vorgesehen? Bevor die Vision vom vollautomatisierten Fahren, vom Fahrer, der zwischen Frankfurter Kreuz und Abfahrt München-Zentrum Zeitung liest, seine E-Mails beantwortet und zwischendurch noch ein halbes Stündchen schlummert, Wirklichkeit wird, werden noch Jahre ins Land gehen. 

    Inhalt
    Artikel auf einer Seite lesen
    Zur Startseite
    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%