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Continental und Google Vollautomatisiertes Fahren ist Zukunftsmusik

Eine Allianz des Autozulieferers Continental mit dem Technologiekonzern Google macht Sinn. Aber bevor das Projekt „Vollautomatisiertes Fahren“ Wirklichkeit wird, wird noch einige Zeit vergehen.

Das Bild zeigt einen Audi beim sogenannten

Was wäre, wenn ein Auto wie ein Windows-Computer funktionieren würde? Eine grausliche Vorstellung: Das Starten des Autos würde eine Viertelstunde dauern, genauso viel Zeit müsste man zum Abstellen einplanen, wenn das Ziel erreicht ist. Will man den Motor abstellen, müsste man auf „Start“ drücken, während der Fahrt würde das Auto ab und an ohne ersichtlichen Grund stehen bleiben und im Display auf dem Armaturenbrett wäre dann zu lesen, „Es ist ein schwerer Ausnahmefehler aufgetreten“.

Zugegeben, der Witz ist nicht neu. Aber er fällt einem sofort wieder ein, nachdem die Gerüchte im Markt sind, der deutsche Autozulieferer Continental werde mit den beiden US-Technologiekonzernen Google und IBM kooperieren, um zusammen ein vollautomatisiertes Auto zu entwickeln. Und der Witz führt zu einigen kritischen Fragen, die man sich bei aller Begeisterung für technische Entwicklungen durchaus stellen kann.

Die erste ist eher grundsätzlicher Art: Ist automatisiertes Fahren eine Option, für die Autofahrer sich begeistern könnten und für die sie obendrein noch eine ganze Stange Geld bezahlen würden. Klar ist es gefährlich, als Kind seiner Zeit darüber zu spekulieren, ob technische Entwicklungen, die machbar sind, auch Abnehmer finden. Unsere Ur-Großeltern hätten sich ganz sicher nicht vorstellen können, dass heute jeder jederzeit per Telefon erreichbar ist. Sie sind mit dem Fräulein vom Amt aufgewachsen, die technischen Möglichkeiten eines Handys lagen weit außerhalb ihres Vorstellungsvermögens.

Die Schlussfolgerung: Durchaus möglich, dass automatisiertes Fahren in zehn oder spätestens 20 Jahren genauso selbstverständlich ist wie heute die Servolenkung, ein Automatikgetriebe, ABS, ESP oder die piepsenden Warntöne beim rückwärts Einparken. Die Anfänge sind gemacht: Parkassistenten manövrieren das Auto wie von Geisterhand in enge Lücken, Bremsassistenten stoppen das Auto, wenn der Fahrer einen Fußgänger übersehen hat, Abstandswarner halten die Distanz zum Vordermann.

Andererseits: Wer sich für viel Geld ein PS-starkes Auto kauft, macht das ja nicht nur aus der rationalen Überlegung heraus, sich komfortabel und schnell von A nach B bewegen zu wollen. Autofahren ist nach wie vor zu einem Großteil Emotion und Image, an der Ampel richtig los zu röhren und den Nebenmann stehen zu lassen, gehört für viele zum Lebensgefühl, auch wenn das keiner gerne zugibt. Fraglich, ob der kleine Sebastian Vettel, der in vielen von uns steckt, noch Freude am Fahren hätte, wenn er darauf genauso wenig Einfluss nehmen könnte, wie im 1.-Klasse-Abteil des ICE von Köln nach Frankfurt.

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