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Corporate Carsharing Unternehmen wollen weg vom Dienstwagen

Im Stadtbild gibt es sie schon lange: Kleine Flitzer, die sich nehmen kann, wer gerade ein Auto braucht. Mittlerweile optimieren auch immer mehr Unternehmen ihren Fuhrpark durch Carsharing. Das spart Platz und Kosten.

Die Firmenautos der Jahres 2013
Kategorie: Minicars Sieger Gesamtwertung: Smart Fortwo Eletric Drive Sieger Importwertung: Fiat 500 1.2 8V Die Flottenmanager bewerteten neben Fahrverhalten und Komfort insbesondere die Wirtschaftlichkeit des Autos. Dazu legten sie mit den 164 Autos (jedes Modell war mit zwei Testwagen vertreten) auf rund 2.000 Fahrten etwa 30.000 Kilometer zurück. Den Preis verlieh die Fachzeitschrift Firmenauto gemeinsam mit der Sachverständigenorganisation Dekra. Quelle: Daimler
Kategorie: Kleinwagen Sieger Gesamtwertung: Audi A1 Sportback 1.4 TSI Sieger Importwertung: Citroen DS 3 THP 155 Quelle: Audi
Kategorie: Kompaktklasse Sieger Gesamtwertung: BMW 120 d xDrive Sieger Importwertung: Skoda Octavia 2.0 TDI Quelle: BMW
Kategorie: Mittelklasse Sieger Gesamtwertung: Audi A4 Avant 2.0 TDI Sieger Importwertung: Hyundai i40cw 1.7 CRDi Quelle: Audi
Kategorie: Obere Mittelklasse Sieger Gesamtwertung: Mercedes E300 Bluetec Hybrid T-Modell Sieger Importwertung: nicht vergeben Quelle: Daimler
Kategorie: Kleine und kompakte SUV Sieger Gesamtwertung: Audi Q5 3.0 TDI Quattro Sieger Importwertung: Range Rover Evoque 2.2. SD4 4WD Quelle: Audi
Kategorie: Große SUV Sieger Gesamtwertung: Porsche Cayenne Diesel Sieger Importwertung: Jeep Grand Cherokee 3.0 CRD 4x4 Quelle: Porsche

Lufthansa tut es, Ebay tut es, Vodafone und viele andere Unternehmen tun es auch. Anstatt für die Mitarbeiter eine riesige Fahrzeugflotte bereitzuhalten, die im schlimmsten Fall ungenutzt auf dem Parkplatz einstaubt und Versicherungsbeiträge schluckt, setzen sie auf Flexibilität:

Braucht ein Angestellter ein Auto, um beispielsweise zum Kundentermin oder zum Flughafen zu gelangen, vertrauen sie auf Carsharing. Die Autos zum Mitnehmen werden per Smartphone oder am Computer gesucht, gebucht, am Straßenrand abgeholt und mit dem Handy gestartet. Mit dem Kurzstrecken-Leihwagen geht es dann zum gewünschten Ziel. Dort angekommen wird das Auto abgestellt und vom nächsten Mitarbeiter mitgenommen, der eins benötigt. Die gefahrenen Kilometer werden direkt über die Spesen oder das Reisekostenbudget des Unternehmens abgerechnet. Digital, ohne Belege und Tankquittungen zu sammeln. "Carsharing ist eine gute Alternative zum Taxi und bietet sich bei 5000 Mitarbeitern an", bestätigt Markus Teubner, Sprecher des Mobilfunkanbieters Vodafone.

Firmen achten immer mehr auf Carsharing

Seit März testet sein Unternehmen am Standort Düsseldorf das sogenannte Corporate Carsharing. Auf dem Parkplatz der neuen Firmenzentrale haben vorerst noch drei Autos von Drive Now ihren festen Parkplatz. Das unterscheidet Vodafone von anderen Drive Now-Firmenkunden. In der Regel bietet die Carsharing-Tochter vom Autoverleiher Sixt nämlich gar kein klassisches Corporate Carsharing an, wie Unternehmenssprecher Michael Fischer erklärt. Wie auch bei dem Angebot für Privatkunden nutzt "jeder Mitarbeiter eines Unternehmens ganz normal sein Smartphone und sucht damit das nächste Auto, das am Straßenrand abgestellt wurde." Unternehmen können sich bei Drive Now, anders als private Nutzer, kostenfrei registrieren. "Allerdings muss sich jeder Mitarbeiter, der Carsharing nutzen möchte, persönlich anmelden. Es gibt keine Firmenkarte, die dann alle nutzen können", so Fischer.

Mittagspause mit den Carsharingdienst DriveNow.

Zunächst hatte man bei DriveNow, wie auch bei den meisten anderen carsharing-Anbietern, die Geschäftskunden gar nicht im Blick. Die verfügen schließlich über eigene Fuhrparks oder ein Budget für Mietwagen und Taxifahrten. Das Angebot richtet sich vordergründig an Privatpersonen - meist in Großstädten - die kein eigenes Auto haben, aber für den Wocheneinkauf oder Ähnliches schnell einen günstigen und flexiblen fahrbaren Untersatz brauchen. Doch die Nachfrage der Firmen stieg und steigt und dementsprechend wandelt sich auch das Angebot.

"Das Angebot spricht viele Klein- und Kleinstunternehmen an, die sonst auf Taxis oder die öffentlichen Verkehrsmittel zurückgreifen und keinen eigenen Fuhrpark haben", sagt Fischer. Aber nicht nur für die Kleinen rentiert sich das Teilen. "Carsharing lohnt sich für große Unternehmen, die ihre Flotten effizienter machen und Platz sparen wollen", sagt Weert Canzler, Mobilitätsexperte am Wissenschaftszentrum Berlin. So teilen sich beispielsweise die Angestellten der Lufthansa an den Standorten Hamburg und Frankfurt ihre Autos. Das Corporate Carsharing hat sich bei dem rund 117.000 Mitarbeiter starken Konzern schlicht aus Platzgründen etabliert.

Autos zum Teilen schmackhaft machen

Die größten Carsharing-Anbieter
Car2Go (Daimler)Kundenzahl: 160.000 Fahrzeugzahl: 42.000 Städte: München, Hamburg, Ulm/Neu-Ulm, Hamburg, Düsseldorf, Berlin, Köln, Stuttgart, Wien, Birmingham, London, Amsterdam, Lyon, Austin, San Diego, Washington D.C., Portland, Miami, Seattle, Toronto, Vancouver, Calgary Wie es funktioniert: Mobil: Fahrzeuge stehen im Stadtgebiet und können überall abgestellt werden. Ortung über Smartphone oder Internet Anmeldegebühr: Einmalig zwischen 9 und 19 Euro Nutzungskosten: Zwischen 24 und 29 Cent pro Minute, höchstens 12,90 Euro pro Stunde Extras: Benzin und Parkgebühren inkl. Fahrzeugtypen: Smart, 600 E-Smarts Quelle: dpa
DriveNow (BMW)Städte: Berlin, München, Köln, Düsseldorf, Hamburg, Wien, San Francisco Nutzer: über 350.000 Autos: 2950 Automodelle: BMW 1er, BMW X1, BMW ActiveE, MINI, MINI Cabrio, MINI Clubman, MINI Countryman Fixkosten: Anmeldung 29 Euro (derzeit 19 Euro mit 30 Minuten Fahrtguthaben) Reservierung eines Autos: 2x15 Minuten vor Fahrt kostenfrei möglich Fahrtkosten pro Minute: 0,31 Euro; BMW X1 und Mini Cabrio (01.04.-31.10.): 0,34 Euro; günstigere Preise ab 0,24 Euro je Minute in Spar-Paketen möglich Parkkosten pro Minute¹: 0,15 Euro (Montags bis Freitags 0:00 bis 6:00 Uhr kostenfrei) Kosten pro Kilometer: inklusive bis 200 km, je Mehrkilometer 29 Cent Kosten Kurzfahrt²: 3,72 Euro Kosten Stadtfahrt³: 17,75 Euro Versicherung: Haftpflicht und Kaskoversicherung inklusive (Selbstbehalt bei selbstverursachten Unfällen maximal 750 Euro; kann gegen gebühr reduziert werden) Anmeldung (Internet): de.drive-now.com ¹Kosten, die für das Parken anfallen, wenn die Fahrt nicht beendet wird ²Beispiel 5 Kilometer in 12 Minuten ³Beispiel: Hin und Rückfahrt, je 10 Kilometer und je 25 Minuten Fahrt und 15 Minuten parken Quelle: Unternehmen Quelle: Presse
Flinkster (Bahn)Kundenzahl: 215.000 Fahrzeugzahl: 2.800 Städte: 140 Städte Wie es funktioniert: Stationsbasiert: mehr als 800 Ausleih- und Rückgabeorte, z.B. an allen großen ICE-Bahnhöfen Anmeldegebühr: Einmalig 50 Euro, Bahncard-Inhaber kostenlos Nutzungskosten: Kleinwagen 2,30 Euro pro Stunde plus 18 Cent pro Kilometer Extras: Benzin und Strom inkl. Fahrzeugtypen: Kleinwagen bis Transporter, mehr als 100 E-Fahrzeuge Quelle: Screenshot
Quicar (VW)Kundenzahl: 4.000 Fahrzeugzahl: 200 Städte: Hannover Wie es funktioniert: Persönlich zur Quicar Station gehen oder online, per Smartphone-App oder über die Hotline die nächste der 50 festen Ausleihe- und Rückgabeorte auswählen und ein freies Auto aussuchen Anmeldegebühr: Einmalig 25 Euro, für Schüler, Studenten und Azubis zahlen 15 Euro Nutzungskosten: Erste halbe Stunde 6 Euro, danach pro Minute 20 Cent, Parktarif 10 Cent pro Minute, 10 Stunden ab 30 Euro Extras: Benzin inkl. Fahrzeugtypen: Golf Blue Motion, VW up!, VW Beetle, Golf Cabrio, Passat Variant, Sharan, Caravelle, Transporter Quelle: Screenshot
Book N DriveKundenzahl: 10.00 Fahrzeugzahl: 2.500 bundesweit, davon 330 im Rhein-Main-Gebiet Städte: Darmstadt, Frankfurt am Main, Mainz, Oberursel, Offenbach, Rüsselsheim und Wiesbaden Wie es funktioniert: Stationsbasiert Anmeldegebühr: Je nach gewähltem Paket kostenlos oder 29 Euro Nutzungskosten: Je nach Paket: Kleinwagen ab 1,50 Euro pro Stunde plus 16 Cent pro Kilometer Extras: Benzin inkl. Fahrzeugtypen: Kleinwagen bis Transporter, in Kooperation mit Flinkster bietet Book N Drive in vielen Städten Elektro-Autos an Quelle: Screenshot
CambioKundenzahl: 50.000 Fahrzeugzahl: 1500 Städte: 14 Städte, z.B. Köln, Bonn, Berlin Wie es funktioniert: Stationsbasiert Anmeldegebühr: Einmalig ab 30 Euro, plus monatliche Grundgebühr ab 2 Euro Nutzungskosten: Pro Stunde zwischen 1,90 und 5,40 Euro, plus 23 bis 42 Cent pro Kilometer Extras: Benzin inkl. Fahrzeugtypen: Von Smart bis Transporter, auch Mitsubishi E-Fahrzeuge Quelle: Pressebild
Carpooling.com/Mitfahrgelegenheit.deKundenzahl: 4,7 Mio. Nutzer Fahrzeugzahl: rund 900.000 Angebote Städte: Ganz Europa Wie es funktioniert: Mitfahrgelegenheiten im Internet finden Anmeldegebühr: keine Nutzungskosten: ca. 5 - 8 Euro pro 100 Kilometer Extras: keine Fahrzeugtypen: alle Quelle: Pressebild

Da Lufthansa und Vodafone bei weitem nicht die einzigen Unternehmen sind, die ihren Fuhrpark durch Carsharing flexibilisieren oder zumindest in Stoßzeiten darauf zugreifen, bauen Unternehmen wie BMW ihr Angebot für Firmen entsprechend aus. So plante BMW bereits im März 2012, bis Ende des Jahres 15 weitere große Unternehmen für das Corporate Carsharing-Angebot AlphaCity zu gewinnen. Das bestätigte ein Sprecher der BMW Leasing-Tochter Alphabet gegenüber der WirtschaftsWoche.

Das Geschäftsmodell der BMW-Tochter sieht, anders als bei Drive Now, vor, die Autos für Firmenkunden auf deren Werksgelände zur Verfügung zu stellen. Die Mitarbeiter müssen also nicht erst in der Stadt auf die Jagd nach einem Wagen gehen. Erster Kunde von AlphaCity war der Münchner Chiphersteller Infineon, für den Alphabet gleichzeitig das Flotten- und Fuhrparkmanagement übernimmt. Seit Februar 2012 nutzen mehr als 600 Mitarbeiter des Unternehmens die Minis und BMWs zum Mitnehmen.

Mitarbeiter können Autos privat nutzen

Am Flughafen München haben die Wagen sogar eine eigene Parkzone, wo sie von Mitarbeiter A abgestellt und von Mitarbeiter B zurück zum Firmengelände gefahren werden können. In der Firmenbroschüre von Infineon wurde den Mitarbeitern dieses neue Dienstwagenmodell mit drei Worten schmackhaft gemacht: "Einfach und genial". Wer möchte, kann das Dienstauto auch privat nutzen. Pro Mitarbeiter werden einfach zwei Rechnungsprofile angelegt. Ist die Fahrt dienstlich, rechnet Alphacity über Infineon ab, wird vom Privatkonto gebucht, erfolgt die Abrechnung per Kreditkarte. So funktioniert es auch bei Drive Now, wie Sprecher Fischer erklärt: "Bei der Registrierung kann eine zweite geschäftliche Rechnungsadresse angegeben werden. Der Mitarbeiter kann seine geschäftlichen Fahrten so zum Beispiel über die Reisekosten des Unternehmens abrechnen." Bei der jeweiligen Buchung kann der Kunde dann auswählen, ob es sich um eine private oder geschäftliche Fahrt handelt.

So verfährt auch Vodafone in Düsseldorf. Da das Corporate Carsharing bei dem Konzern noch nicht ins gesamte Fuhrparkkonzept integriert ist, und das Unternehmen erst einmal ausprobiert, ob sich dieses Modell eignet, macht man den Mitarbeitern die Autos erst einmal schmackhaft. Noch nutzen die Mitarbeiter die Autos fast ausschließlich privat, erzählt Teubner. "Wir empfehlen aber, die Autos auch geschäftlich zu nutzen, zum Beispiel bei kurzen Strecken als Alternative zum Taxi", sagt er. Das Unternehmen besitzt an seinem neuen Standort nämlich keine Pool-Fahrzeuge mehr in seinem Fuhrpark. "Neben DriveNow nutzen wir auch verstärkt Mietfahrzeuge", sagt Teubner. Deshalb hat das Unternehmen auf dem Werksgelände ein eigenes Sixt-Terminal. Zusätzlich denkt das Unternehmen darüber nach, das klassische Mietwagenangebot um weitere Drive Now-Fahrzeuge zu ergänzen. "Es gibt durchaus Überlegungen, bei entsprechender Akzeptanz den Fuhrpark durch Carsharing zu flexibilisieren", so Teubner.

Elektroautos zum Teilen

Die beliebtesten Dienstwagen der Deutschen
Platz 1 Der beliebteste Dienstwagen der Deutschen ist der VW Passat. Mittlerweile sieben Generationen gibt es von diesem Modell, das mittlerweile seit über 30 Jahren in Emden gebaut wird. 30.481 Autos dieses Typs wurden zwischen Januar und April 2012 in Deutschland neu angemeldet. 7.849 davon allein im April. Quelle: dapd
Platz 2 Über 29 Millionen Fahrzeuge des Golf hat Volkswagen bislang verkauft. Begonnen hat alles im Frühjahr 1974. Seit dem ist der Kompaktwagen Marktführer in dieser Klasse - trotz heftiger Konkurrenz von Ford Focus, Opel Astra, Renault Megane, Hyundai i30, Toyota Auris und Co. Im vergangenen Jahr wurde die mittlerweile siebte Generation des Wagens vorgestellt. Quelle: dpa
Platz 3 Der Audi S4 ist die Sport-Version des Audi A4. Er gehört zu den drei beliebtesten Dienstwagen der Deutschen. 52.420 Euro verlangt Audi für die S4-Limousine und liegt damit - wie Auto Motor Sport berichtet - durchaus ähnlich wie der BMW M3 und der Mercedes32. Quelle: dpa
Platz 4 Der Sportwagen S6 von Audi zeichnet sich vor allem durch seine Fahrleistungen wie auch mehr Platz aus. Er schafft es in unter fünf Sekunden auf 100 km/h zu beschleunigen und der Normverbrauch liegt bei knapp unter zehn Litern. Quelle: obs
Platz 5 Schon 1981 ist der dreimillionste 3er BMW vom Band gerollt, nach dem er erst sechs Jahr zuvor vorgestellt wurden war. Mittlerweile ist die Anzahl der Exemplare auf über 13 Millionen gestiegen. Die sechste Generation der Mittelklasse-Limousine wurde 2012 vorgestellt. Quelle: dpa
Platz 6 Im vergangenen Jahr musste BMW die bisher größte Rückrufaktion seiner Geschichte bekanntgeben. Davon waren damals auch alle 5er BMW der Baujahre 2003 bis 2010 betroffen, insgesamt 1,3 Millionen Fahrzeuge. Seit 1972 wird das Fahrzeug angeboten. Der 5.555.555. 5er-BMW wurde 2009 im BMW-Werk Dingolfing gebaut. Quelle: dpa
Platz 7 Die C-Klasse von Mercedes sorgte laut den aktuellen Zahlen von Mercedes gemeinsam mit dem Geländewagen GL und GLK für den Zuwachs. Insgesamt konnte das Rüsselsheimer Unternehmen um 22 Prozent zulegen. Die C-Klasse ist die kleinste Stufenheck-Limousine des Unternehmens. 1993 wurde erstmals eine C-Klasse gebaut. Quelle: dpa

Neben Flexibilität und eingespartem Platz spricht noch ein ganz anderes Argument für Corporate Carsharing: Nachhaltigkeit. Den Ruf, ein Umweltschwein zu sein, kann sich heute keiner mehr leisten. Fuhrparks von Firmen oder Behörden stehen deshalb besonders unter Beobachtung der Öffentlichkeit. Auch Mobilitätsexperte Canzler betont die Rolle der Green-Policy der jeweiligen Firma. "Unternehmen wie Siemens dürfen wegen ihrer Hausrichtlinien ja quasi nur noch mit der Bahn oder dem Mietwagen fahren", sagt er.

Da viele Carsharing-Anbieter Elektroautos einsetzen, können sich die Kunden doppelt mit grünen Federn schmücken. Von Seiten der Anbieter sind die E-Autos zum Teilen nachvollziehbar. Im regulären Handel werden BMW & Co. die Stromautos einfach nicht los - zumindest nicht in der geplanten Größenordnung. "Ich glaube, dass sich das Ziel 'eine Million Elektroautos bis 2020' nur über gemanagte Flotten erreichen lässt. Kein Privatmensch kauft sich ein viel zu teures Auto mit eingeschränkter Reichweite und der Unsicherheit, wie lange die Batterie hält", bekräftigt Canzler.

Elektroautos sind für Privatleute unattraktiv

Reichweiten von mitunter weniger als 200 Kilometern, Aufladezeiten von bis zu acht Stunden und Preisen ab 40.000 Euro machen Autos wie den i3 nicht sonderlich attraktiv. Wer will schon für den Wochenendtrip in die Berge eine Woche Fahrzeit einplanen müssen, um jeweils nach zwei Stunden acht Stunden Aufladepause machen zu müssen. Vorausgesetzt, es lässt sich eine entsprechende Tankstelle finden. Um der Elektromobilität dennoch zum Durchbruch zu verhelfen, "ist Carsharing eine Möglichkeit", sagt Canzler.

Elektroautos, die zu haben sind
VW e-Up! Quelle: Volkswagen
Porsche Panamera S E Hybrid Quelle: Porsche
Renault FluenceMarke: Renault Modell: Fluence Preis: ca. 25.950 Euro plus Batteriemiete von 79 €/Monat Reichweite (in km): 185 km Leistung (kw/PS): 70kW/95 PS Quelle: Presse
Mercedes SLS ed Quelle: Daimler
Renault TwizyMit futuristischem Design und ohne echte Türen kommt der Twizy daher. Der Zweisitzer ist besonders klein und wendig und für den Stadtverkehr konzipiert. Er kann an jeder Haushaltssteckdose aufgeladen werden. Marke: Renault Modell: Twizy Urban Grundpreis (inkl. MwSt): ab 6990 Euro, zusätzlich fallen mindestens 50 Euro Batteriemiete pro Monat an Reichweite (in km): 100 Höchstgeschwindigkeit (km/h): 80 Stromverbrauch (kWh/100km): 6,3 Quelle: dapd
Smart ed Quelle: Daimler
Kangoo RapidDer Elektro-Kangoo soll den städtischen Lieferverkehr sauberer und leiser machen. Er bietet mit bis zu 3,5 Kubikmetern Laderaum soviel Platz wie sein konventioneller Dieselbruder. Das ist möglich, weil die Batterien im doppelten Ladeboden verschwinden. Mit 60 PS ist der Elektro-Kangoo ausreichend schnell.   Marke: Renault Modell: Kangoo Rapid Z.E. Grundpreis (inkl. MwSt): 15.100 (+ 86 Euro monatlich fürs Batterie-Leasing) Reichweite (in km): 160 Höchstgeschwindigkeit (km/h): 130 Stromverbrauch (kWh/100km): nicht bekannt Quelle: Presse

Allerdings komme es auch immer auf die Branche an, die die Autos einsetzt, gibt Canzler zu bedenken: "In der Kreativbranche ist es wahrscheinlich sogar hip, mit dem Elektrosmart von Car2go vorzufahren. Vertriebler aus anderen Branchen können dagegen nur mit bestimmten Marken fahren", so der Experte. Da gibt ihm auch Ralf Woik, Ressortleiter Kommunikation und Marketing beim Fullservice-Leasinganbieter Arval, Recht: "Wenn Sie einen Außendienstmitarbeiter, der sonst ein deutsches Premiummodell fährt, mit einem Importfahrzeug ausstatten, dann fragt ihn der Nachbar, ob es seiner Firma schlecht geht. Das ist einfach so."

Staatliche Förderungen denkbar

Die neuen Lieblinge der Fuhrpark-Manager
Von November 2012 bis Ende Februar 2013 wählten die Leser der Fachzeitschrift Autoflotte ihre Autos des Jahres. Knapp 6.400 Leser, die ihre Stimme abgaben, mag nicht viel klingen. Doch handelt es sich bei ihnen überwiegend um Manager von Firmen-Autofuhrparks aller Größen. Autos, die sich bei ihnen als Favoriten durchsetzen, erfüllen meist besondere Ansprüche in puncto Unterhaltskosten, Verbrauch, Haltbarkeit und/oder Wertverlust. Sie sind somit auch für private Kaufinteressentern besonders interessant. In der folgenden Bilderstrecke zeigen wir die Sieger in den verschiedenen Kategorien, in denen gewählt wurde. Eine Firma hatte dabei - mal wieder - besonderen Grund zur Freude ... Quelle: Presse
Volkswagen hatte in diesem Jahr besonderen Grund zur Freude bei der Vergabe der „Autoflotte Awards 2013“. Der Hersteller verdrängte unter anderem in den Kategorien "Kompaktvans" (mit dem VW Touran), "Vans" (mit dem VW Sharan) und "Transporter" (mit dem VW Transporter) die Vorjahresgewinner vom ersten Platz in der Gesamtwertung. Am Freitag, den 8. März, erhielten die Gewinner ihre Auszeichnung. Quelle: Presse
Gewählt wurde in 13 Fahrzeug- sowie in neun Produkt- und Dienstleistungskategorien. Gekürt wurden in den Fahrzeugkategorien jeweils der Gesamt- sowie der Importsieger. Ausnahme: In der "Luxusklasse" sowie bei den "Pick-ups" gab es einen Gesamtsieger. Außerdem neu: Neben dem seit dem Jahr 2000 vergebenen Award in der Kategorie "Leasing" (Sieger 2013: VW Leasing) wurde in diesem Jahr erstmals auch der beste Non-captive-Leasinganbieter ausgezeichnet – das grüne "A" ging an „Lease Plan“. Quelle: Presse
Der Gala-Abend anlässlich der 17. Preisverleihung seiner Art fand mit rund 200 Gästen in der "Legendenhalle" des Meilenwerks in Böblingen statt. Darunter befanden sich sowohl Fuhrparkleiter als auch Vertreter der Industrie und Dienstleister. Gekürt wurden in den Fahrzeugkategorien jeweils der Gesamt- sowie der Importsieger. Bei den so genannten Minis siegte der VW Up. Als "Cheer up" bietet VW sein kleinstes Fahrzeug derzeit als Sondermodell an. Der in allen Motorisierungen erhältliche Wagen soll einen Preisvorteil von bis zu 895 Euro bieten bei einem Einstiegspreis von 11.825 Euro. Quelle: Presse
Import-Sieger bei der Wahl der Autoflotte-Leser (Fuhrparkmanger) in der Kategorie Minis: Der Fiat 500. Der Italiener ist ein ausgesprochener Frauenheld. Während ü ber alle Altersgruppen hinweg gerechnet der Frauen-Anteil im deutschen PKW-Markt seit Jahren bei etwa 33 Prozent stagniert, sind Käufer(innen) des Fiat 500 zu 61,7 Prozent weiblich. Quelle: Presse
Gesamt-Sieger bei der Wahl der Autoflotte-Leser (Fuhrparkmanger) in der Kategorie Kleinwagen: Audi A1. Audi hatte vom dreitürigen A1 im Jahr 2011 über 118.000 Fahrzeuge verkauft. Hauptmärkte neben Deutschland waren England, Frankreich und Spanien. Mit der Sportback-Variante sollen jetzt auch in Italien, Japan und Russland erheblich mehr Fahrzeuge verkauft werden, da Kunden in diesen Ländern besonders viel Wert auf fünf Türen legen.  Quelle: Presse
Import-Sieger bei der Wahl der Autoflotte-Leser (Fuhrparkmanger) in der Kategorie Kleinwagen: Skoda Fabia. Für 15.429 Euro offeriert Skoda das Sondermodell Fabia Cool Young Spirit, das von einem 63 kW/86 PS starken 1,2-Liter-Turbobenziner angetrieben wird. Die Erweiterung der Serienausstattung sowie drei spezielle Metallic-Lackierungen im Wert von über 2.250 Euro werden in diesem Fall nicht in Rechnung gestellt. Die Auflage ist zunächst auf 1.000 Exemplare limitiert. Quelle: Presse

"Unternehmen erwarten sich einen Imagetransfer von der Automarke, mit der sie beim Kunden vorfahren, auf ihr eigenes Unternehmen", ergänzt Woik. Wer sich als Premiummarke einstuft, fährt auch Premiummarke. Bislang sind allerdings auch überwiegend Premiummarken im Carsharing-Bereich unterwegs: Nach Mercedes, BMW und VW ist im März diesen Jahres noch Ford in den Kreis der Autobauer mit eigenem Carsharing-Modell eingestiegen. Trotzdem dürfte es für viele eine Rolle spielen, ob der Konzernchef zum Termin im Smart oder im Audi vorfährt. Dementsprechend resümiert Woik: "Für welche Marke und welche Modelle sich der Fuhrparkmanager entscheidet, hängt bis zu einem gewissen Grad auch von der Akzeptanz der Nutzer ab."

Im privaten Bereich boomt Carsharing

Im Privatkundengeschäft spielen Image und Prestige der Marke dagegen kaum eine Rolle. Wer nur mal eben einen Kasten Wasser nach Hause transportieren möchte, den interessiert hauptsächlich das Volumen des Kofferraums und nicht die Strahlkraft der Marke.

Die aufsehenerregendsten Kampagnen von Sixt
Sixtwerbung zu CSU-Chef Horst Seehofer Quelle: Screenshot
Sixtwerbung zu AfD-Vize Gauland Quelle: Screenshot
Sixt Merkel Quelle: Screenshot
Zum mittlerweile neunten Mal kommt es im Mai 2015 im Tarifkonflikt zwischen Deutscher Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL zum Arbeitskampf. Auf Twitter kursiert derzeit ein Bild, das eine witzige Reaktion des Autovermieters Sixt darauf zeigt: Ein Miet-Lkw der aussieht, als ob er einen Bahn-Waggon an Bord hätte, zusammen mit dem Spruch: "Die Bahn kommt". Quelle: Screenshot
Auch, als im April zum siebten Mal der Bahnstreik die Republik lahm legte, war das Grund genug für Sixt, Claus Weselsky erneut zum Mitarbeiter des Monats zu ernennen. Quelle: Screenshot
Sixt-Werbekampagnen-Bild mit Mario Draghi Quelle: Screenshot
Sixt-Werbekampagnen-Bild mit Mario Draghi

Trotzdem läuft das Geschäft mit den Kurzstrecken-Mietwagen noch nicht für alle Anbieter profitabel: Bei der Vorstellung der Geschäftszahlen vor Kurzem musste Erich Sixt zugeben, dass der erst kürzlich ausgebaute Geschäftsbereich Car Sharing, konkret also DriveNow, vorerst ein Investitions- und damit Zuschussgeschäft bleibt.

Eigentlich erstaunlich, denn allein im letzten Jahr nutzten mehr als 453.000 Deutsche mindestens einmal eines der Autos zum Mitnehmen. Laut dem Bundesverband Carsharing waren darunter knapp 200.000 Neukunden. Besonders Angebote mit stationsunabhängigen Autos ziehen die Kunden an.

Prämien für den Fuhrparkumbau

In Arbeit
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Carsharing von Anbietern wie beispielsweise Flinkster, wo die Fahrzeuge nur an speziellen Plätzen abgeholt und wieder abgestellt werden dürfen, sprechen dagegen weniger Menschen an. Ob sich Corporate Carsharing allgemein durchsetzt, hängt laut Canzler noch von anderen Rahmenbedingungen ab: Beispielsweise ob sich Parkplätze einsparen lassen wie bei Lufthansa oder ob Mitarbeiter die Autos auch am Wochenende privat nutzen dürfen wie bei Vodafone oder Infineon. Was ebenfalls ein Anreiz wäre, wären Förderungen aus öffentlichen Mitteln. Und das hält der Experte gar nicht mal für unwahrscheinlich. Schließlich gibt und gab es diverse Prämien für umweltfreundliches Verhalten beziehungsweise Wirtschaften. "Langfristig ist es durchaus vorstellbar, dass Unternehmen, die ihre Flotte umstellen, Förderungen von der KfW bekommen", sagt Canzler.

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