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Daimler, BMW, VW und Co. Volkswagen bleibt Umsatzweltmeister

VW liegt an der Spitze, aber Toyota holt auf: Zu diesem Ergebnis kommt die Beratungsgesellschaft EY in einer aktuellen Studie. Herausforderungen stellen sich dieses Jahr zudem in China und Russland.

 Ein Schild mit einem Volkswagen Logo steht am 20.02.2014 vor einem VW-Autohaus in Hannover. Quelle: dpa

Es läuft rund bei den deutschen Autobauern. Im vergangenen Jahr verzeichneten die meisten Konzerne einen Absatz-, Umsatz- und Gewinnrekord. „Die deutschen Autobauer konnten im vergangenen Jahr die Früchte der Kostensenkungsmaßnahmen und einer breiten Modelloffensive ernten“, sagt Peter Fuß, Partner bei EY. „Besonders bemerkenswert: Die Unternehmen haben nicht bei den Zukunftsinvestitionen gespart. Im Gegenteil: Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung  stiegen im Jahr 2014 um 6,5 Prozent auf 21,8 Milliarden Euro.“

Die Berater von EY analysierten in ihrer am Dienstag vorgestellten Studie die wichtigsten Finanz- und Absatzkennzahlen der 16 größten Automobilkonzerne. Dafür wurde jeweils das Gesamtgeschäft der Gruppe – inklusive etwaiger Finanzdienstleistungen – im Jahr 2014 untersucht.

Neuzulassungen in Deutschland 2014

Die deutschen Firmen liegen vorne, doch die Konkurrenz schläft nicht. So konnten die japanischen Autokonzerne ihre Umsätze im vergangenen Jahr mit insgesamt acht Prozent überdurchschnittlich stark steigern. Deutsche Hersteller steigerten zum Vergleich ihre Umsätze um 6 Prozent - einem Prozentpunkt über dem Durchschnitt. Besonders deutlich wuchs der Umsatz bei Mazda mit plus dreizehn Prozent und Nissan mit plus elf Prozent – so viel wie bei weltweit keinem anderen Konzern. Auch Toyota konnte seinen Umsatz um sieben Prozent steigern und so den Abstand zu VW von 21 auf 14 Milliarden Euro verkürzen. Haupttreiber war für die japanischen Konzerne der schwache Yen.

Daimler mit 42 Prozent Gewinnanstieg

Aus dem weltweit höchsten Umsatz bei VW entsteht jedoch nicht automatisch auch der höchste operative Gewinn. Denn hier liegt Toyota mit 18 Milliarden Euro weiter vorne. Auf den Verfolgerplätzen kommen die drei deutsche Hersteller VW (12,7 Milliarden Euro), Daimler (10,8 Milliarden Euro) und BMW (9,1 Milliarden Euro). Den weltweit größten Gewinnanstieg schaffte Daimler mit 42 Prozent – hier schlagen sich allerdings auch Sondereffekte wie der Verkauf der Tesla-Anteile oder des Turbinenbauers Rolls-Royce nieder. Der gesamte Gewinn der drei deutschen Hersteller stieg sogar um 20 Prozent auf 32,6 Milliarden Euro – im Schnitt stiegen die Gewinne der untersuchten Hersteller im vergangenen Jahr um vier Prozent.

Die Top 3 Automobilkonzerne: Januar – Dezember 2014; Quelle: EY

Bei der Profitabilität – gemessen an der EBIT-Marge – ist BMW mit 11,3 Prozent erneut Spitzenreiter. Laut dem Bericht von EY können die französischen und – trotz des Booms auf dem Heimatmarkt – auch die US-amerikanischen Autobauer von den deutschen Margen nur träumen. Denn PSA und Renault erwirtschafteten zusammen nur eine operative EBIT-Marge von 2,6 Prozent. Aber auch die Hersteller Ford, Fiat Chrysler und General Motors kommen zusammen nur auf EBIT-Marge von 2,7 Prozent.

China bleibt ein Wachstumsmarkt

Insgesamt profitierten die deutschen Hersteller laut Peter Fuß dabei vor allem vom starken Wachstum in China, aber auch von der Erholung auf dem europäischen Markt. „Im neuen Jahr dürften die deutschen Konzerne aber beim Absatzwachstum kleinere Brötchen backen. Am Aufschwung des US-Marktes konnten sie schon in den vergangenen Jahren nur unterdurchschnittlich partizipieren, und in China deutet sich eine Abschwächung des Wachstums an“, sagt Fuß. Zudem würden dort die Margen sinken und der Konkurrenzkampf intensiver werden. China sei selbstbewusst geworden und wolle die eigene Automobilindustrie voranbringen. Die Behörden achten laut dem EY-Experten darauf, dass die ausländischen Hersteller nicht übermächtig werden. Für ihn bleibe China aber ein Wachstumsmarkt, wenn auch mit gedrosseltem Tempo.

Anders sieht es in hingegen in Osteuropa aus. „Die optimistischen Wachstumsprognosen für den russischen Markt sind hinfällig. Aus dem bis vor kurzem noch vielversprechenden Wachstumsmarkt ist ein Krisenfall geworden“, kommentiert Fuß die Entwicklung. „Dort bleibt nur, den Schaden zu begrenzen und auf bessere Zeiten zu hoffen.“

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Insgesamt gibt sich Fuß  für die deutschen Autobauer insgesamt aber zuversichtlich: Einerseits wirke der relativ niedrige Ölpreis in vielen wichtigen Märkten wie ein Konjunkturprogramm und kurbele dort die Nachfrage nach Neuwagen an. Andererseits bringe die Euroschwäche positive Währungseffekte mit sich. „Umsätze und Gewinne der deutschen Autobauer werden daher voraussichtlich im neuen Jahr abermals zulegen“, prognostiziert Fuß abschließend.

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