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Daimler-Hauptversammlung Zetsche schwört zum Abschied noch einmal auf den Sparkurs ein

Daimler: Dieter Zetsche ruft zum Abschied noch einmal zum Sparen auf Quelle: dpa

Nach mehr als 13 Jahren an der Spitze übergibt Daimler-Chef Zetsche das Ruder an seinen Nachfolger Ola Källenius. Auf seiner letzten Hauptversammlung macht Zetsche noch einmal klar, wo Daimlers Reise hingehen muss.

Der scheidende Daimler-Chef Dieter Zetsche hat dem Autobauer zum Abschied noch einmal einen klaren Sparkurs vorgegeben. „Alles steht auf dem Prüfstand: fixe und variable Kosten, Sach- und Personalkosten, Investitionsvorhaben, die Wertschöpfungstiefe und die Produktpalette“, sagte Zetsche am Mittwoch bei der Hauptversammlung des Konzerns in Berlin. Die neuen Technologien in den Autos kosteten viel Geld. „Das heißt auch, dass Mobilität in Zukunft teurer wird“, erklärte Zetsche. „Unsere Aufgabe als Unternehmen ist, den Anstieg für die Kunden zu begrenzen.“

Im gesamten Unternehmen müssten dazu Kosten gesenkt und die Effizienz gesteigert werden, sagte Zetsche, nannte aber erneut keine Details zu dem Sparprogramm, das er schon bei der Bilanzvorlage im Februar angekündigt hatte.

Als Folge von weltweiten Handelskonflikten, Diesel-Rückrufen und Problemen bei der Umstellung auf den neuen Abgasteststandard WLTP hatte Daimler 2018 mehr als ein Viertel seines Gewinns eingebüßt. Und auch der Start ins Jahr 2019 verlief eher schleppend. „Das hatten wir erwartet, aber das macht es nicht besser“, räumte Zetsche ein.

Der 66-Jährige übergibt seinen Posten als Vorstandschef mit dem Ende der Hauptversammlung an seinen Nachfolger Ola Källenius. Der Schwede wird den Konzern, sofern die Aktionäre zustimmen, grundlegend umbauen. Eine neue Struktur mit drei rechtlich eigenständigen Sparten unter dem Dach der Daimler AG soll den Autobauer flexibler machen – eine für Autos und Vans, eine für Trucks und Busse und eine für Finanz- und Mobilitätsdienstleistungen. Das soll Freiräume schaffen, zum Beispiel für die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen.

Zetsche stand mehr als 13 Jahre an der Spitze des Autobauers. Er löste in seiner Amtszeit die Ehe mit dem US-Autobauer Chrysler auf, die erst euphorisch gefeiert worden war, sich dann aber schnell zur Belastung entwickelt hatte. Nach der Finanzkrise führte er den Konzern aus einer schweren Flaute, er modernisierte die Designsprache der Stammmarke Mercedes-Benz und eroberte damit jüngere Käuferschichten. Nach vielen Jahren hinter dem Erzrivalen BMW konnte Mercedes 2016 die Weltspitze bei Premium-Autos zurückerobern.

Zetsches Erfolge sind auch unter den Aktionären unbestritten, dennoch musste sich der langjährige Vorstandschef an seinem letzten Tag auch viel Kritik anhören. Ein Vorwurf: Unterm Strich bleibe bei Daimler zu wenig übrig - nicht nur im Moment. Daimler habe ein chronisches Effizienzproblem, das Zetsche nie richtig angepackt habe, kritisierte Janne Werning von Union Investment, der Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken. Daimler kämpfe an allen Fronten, und die Renditeziele seien in weite Ferne gerückt, stellte auch Ingo Speich von der Fondsgesellschaft Deka Investment fest.

Die Rendite gibt an, wie viel vom Umsatz nach Abzug aller Kosten letztlich als Gewinn übrigbleibt. In der Autosparte peilt Daimler hier eigentlich generell acht bis zehn Prozent an – aber das hält Zetsche erst 2021 wieder für realistisch.

Ein Rückblick auf die Ära Dieter Zetsche
Das Erkennungsmerkmal von Dieter Zetsche war immer schon sein markanter Schnauzbart. Sein prominentes Gesicht verlässt Daimler im Mai. Quelle: imago images
Auf seinem Weg hat Zetsche den Konzern gewandelt. Auch in der Unternehmenskultur: Von strengen Anzügen wechselte er zu Sneakern und Jeans. Quelle: imago images
Allgemein war Zetsche auf seinem Posten als cooler Chef bekannt. Zum Beispiel mit witzigen Grußbotschaften zum Jahresende. Quelle: imago images
Den bewies Zetsche auch mit seiner selbstironischen Werbe-Figur Dr. Z, die 2006 für mehrere Werbespots zum Einsatz kam. Zusätzlich gab es eine Webseite namens "Ask Dr Z", auf der Fragen zu den Fahrzeugen beantwortet wurden. Allerdings wurde die Kampagne gestoppt, als sich zeigte, dass die Amerikaner Dr. Z für eine imaginäre Figur hielten – und sich auch kein Absatzerfolg einstellen wollte. Quelle: AP
Bei Daimler hat Zetsche schon einige Situationen gesehen. Angefangen im Forschungesbereich der Daimler-Benz AG im Jahre '76 bis hin zu Leitungsfunktionen in Brasilien, Argentinien und den USA. Quelle: imago images
An der Universität Karlsruhe studierte Dieter Zetsche Elektrotechnik, 1982 folgte die Promotion. Quelle: imago images
Viel gesagt hat Zetsche bisher nicht über seinen Abschied, immerhin aber, dass er mit sich „total im Frieden“ sei. Quelle: imago images
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