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Defekte Airbags von Takata Autobauer rufen noch mehr Wagen zurück

Die Airbags des japanischen Zulieferers Takata können wie eine Splitterbombe explodieren. Die US-Verkehrsaufsicht hat die Hersteller jetzt aufgefordert, alle Autos mit Takata-Airbag auf der Fahrerseite zurückzurufen.

Fehlerhaft verarbeitete Takata-Airbags sollen für bis zu fünf Todesfälle verantwortlich sein. Quelle: dpa

BMW und vier andere große Autohersteller müssen ihren Rückruf wegen möglicherweise Airbag-Probleme in den USA ausweiten. Der Airbag-Hersteller Takata sowie zehn Autobauer – darunter auch BMW und Ford – seien aufgefordert worden, ihre Autos landesweit zurückzurufen, teilte die US-Behörde für Fahrzeugsicherheit (NHTSA) mit.

Bislang hatten die Unternehmen den Rückruf auf bestimmte US-Regionen beschränkt. Dabei ging es um insgesamt etwa 7,8 Millionen Fahrzeuge. Da es aber jüngst aber auch einen Airbag-Vorfall in einer bis dahin nicht von dem Rückruf abgedeckten Gegend gegeben habe, müssten die Hersteller nun landesweit vorgehen, erklärte die Behörde.

Wie viele Autos deshalb zusätzlich in die Werkstätten müssen, ließ die NHTSA offen. Eine Schätzung von Takata geht aber davon aus, dass bei einem landesweiten Rückruf rund 20 Millionen Fahrzeuge betroffen sein könnten. Dem Branchenblatt „Automotive News“ zufolge wurden schon seit 2008 mehr als 16 Millionen Autos rund um den Globus wegen des Defekts zurückgerufen.

Airbags des japanischen Zulieferers Takata können wegen mangelhafter Verarbeitung platzen - dabei kommt es zu einer Explosion, die Teile der Metallverkleidung sprengt. Der Airbag wird dann zu einer Splitterbombe – statt zum Lebensretter. Takata produziert einen großen Teil aller Airbags weltweit, Fahrzeuge diverser Autobauer sind betroffen.

US-Anwälte gehen von vier Todesopfern und etwa 150 Verletzungen aus. Die NHTSA hatte bereits im Oktober in ungewöhnlich deutlicher Form vor den Takata-Airbags gewarnt. Die Firma war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Fünf Todesfälle wegen Takata-Airbags

"Die regionalen Rückrufe sind lächerlich und unangebracht", sagte der ehemalige NHTSA-Mitarbeiter Joan Claybrook der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Die Menschen fahren die ganze Zeit ihre Autos in verschiedene Teile des Landes." Es sei immer noch nicht klar, ob es ein Konstruktionsfehler oder andere problematische Designs gebe, so Claybrook.

US-Behörde untersucht Dodge wegen Wegrollgefahr
Behörde untersucht weitere Fiat-Chrysler-Wagen Quelle: AP
BMW ruft Autos zurück Quelle: dpa
Toyota - Millionen fehlerhafter AirbagsToyota ruft weltweit weitere 5,8 Millionen Fahrzeuge wegen möglicher Probleme mit Airbags des Zulieferers Takata zurück. In Europa müssten 1,47 Millionen Autos zurück in die Werkstätten, teilte der japanische Konzern am Mittwoch mit. Allein in Deutschland seien knapp 118.000 Fahrzeuge betroffen. Dabei geht es unter anderem um die Modelle Corolla und Yaris, vorwiegend älterer Baujahre, sagte ein Sprecher. In Japan sollen die Besitzer von rund 1,15 Millionen Fahrzeugen in Werkstätten vorstellig werden. Weltweit haben Autohersteller bereits mehr als 100 Millionen Autos zurückgerufen, um die fehlerhaften Airbags auszutauschen. Quelle: dpa
VW und Audi rufen wegen Feuergefahr 281.000 Autos in USA zurück Volkswagen ruft 281.500 Fahrzeuge in den USA wegen möglicher Brandgefahr zurück. Es geht Fahrzeuge der Marken VW und Audi, wie aus einer Mitteilung des Unternehmens an die Börsenaufsicht vom 7. Oktober hervorgeht. Bei den Fahrzeugen könne in Folge von Lecks Benzin austreten und Feuer ausbrechen. Allerdings seien entsprechende Vorfälle noch nicht berichtet worden. Auch habe es keine Verletzten gegeben. Quelle: dpa
Fiat Chrysler ruft fast zwei Millionen Fahrzeuge zurück Quelle: dpa
General Motors ruft über 4 Millionen Fahrzeuge zurückGeneral Motors ruft wegen eines Defekts an der Airbag-Software weltweit mehr als vier Millionen Fahrzeuge zurück. In seltenen Fällen könne der Bordcomputer in den Testmodus umschalten, erklärte der US-Autobauer am Freitag in Detroit. Die vorderen Airbags würden dann im Fall eines Unfalls nicht auslösen. Auch die Sitzgurte funktionierten möglicherweise nicht. Der Fehler werde mit mindestens einem Todesfall und drei Verletzten in Verbindung gebracht. GM werde die betroffenen Kunden informieren und die Software kostenfrei aktualisieren, teilte das Unternehmen mit. Der Rückruf der 4,28 Millionen betrifft unter anderem bestimmte Modelle von Buick, Chevrolet und Cadillac der Modelljahre 2014-2017, allein 3,6 Millionen davon in den USA. Quelle: dpa
Mazda ruft 2,2 Millionen Fahrzeuge zurück Mazda ruft wegen Problemen mit der Heckklappe weltweit 2,2 Millionen Fahrzeuge zurück. Die Rostschutzlackierung der Heckklappenaufhängung sei nicht ausreichend, erklärte der japanische Autohersteller am Donnerstag. Im Laufe der Zeit könne daher mit Streusalz vermischtes Wasser dazu führen, dass die Aufhängung bricht und die Heckklappe abfällt. Berichte über Unfälle oder Verletzte lägen jedoch nicht vor. Der Rückruf betrifft bestimmte Modelle des Kompaktwagens Mazda 3 der Jahrgänge 2010 bis 2013 sowie Vans des Typs Mazda 5 von 2012 bis 2015. Ebenfalls betroffen sind bestimmte Modelle des CX-5 von 2013 bis 2016 und des SUVs CX-3 von 2016. Händler tauschten beide Aufhängungen aus, erklärte Mazda. Kunden erhielten noch im September oder im Oktober nähere Informationen. Quelle: dapd

Die NHTSA untersucht seit Jahren Gasgeneratoren für Airbags von Takata, die versagen können, wenn sie lange Zeit einer konstant hohen Luftfeuchtigkeit ausgesetzt sind. Laut der Behörde können diese Umstände dazu führen, dass die Generatoren sich mit zu viel Kraft entzünden und so zerbersten, dass Insassen von den Metallteilen getroffen werden können. Vier Todesfälle in Honda-Fahrzeugen in den USA und einer in Malaysia seien auf die fehlerhaften Airbags zurückzuführen.

Takata hatte in einer internen Untersuchung fast 1000 Gasgeneratoren bei hoher Luftfeuchtigkeit gezündet und keiner sei dabei gebrochen, teilte das Tokioter Unternehmen mit. Der Rückruf könnte Takata laut eigenen Schätzungen mehr als 850 Millionen Dollar kosten.

Zuletzt hatte das Unternehmen argumentiert, ein landesweiter Rückruf gefährde die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, da dringend benötigte Ersatzteile nun in Autos landen könnten, die keinen Schaden aufweisen – und so an anderer Stelle fehlten.

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