WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Delphi-Technik-Vorstand Owens „Europa schneller beim autonomen Fahren“

Der US-Autozulieferer Delphi testet ab 2016 einen autonomen Prototypen auf einer öffentlichen Schnellstraße direkt vor den Toren des deutschen Unternehmenssitzes in Wuppertal. Technikvorstand Jeff Owens über autonomes Fahren, die deutsche Kundschaft und die neue Sprach- und Gestensteuerung, die Delphi auf der IAA zeigen wird.

Jeff Owens ist Technikvorstand bei dem Autozulieferer Delphi. Quelle: PR

WirtschaftsWoche: Herr Owens, wann und wo werden wir die ersten vollautomatischen Autos auf den Straßen fahren sehen?
Jeff Owens: Das ist ab 2025 realistisch und ich denke, es wird in Europa sein. In den USA wird zwar viel Entwicklungsarbeit geleistet, besonders im Silicon Valley. Aber die gesetzlichen Grundlagen werden zuerst in Europa geschaffen werden und die Akzeptanz der Kundschaft wird in Europa am größten sein.

Warum?
Europa ist schneller bei der Umsetzung des regulatorischen Rahmens. Das haben wir bei den Emissionsvorgaben gesehen, wo die EU führend ist, das werden wir auch beim Thema Sicherheit sehen. Schon heute sind im europäischen Crashtest-Verfahren der Verbraucherschutzorganisation EuroNCAP Spurhalte- und Notbremsassistenzsysteme Teil des Bewertungskatalogs. Das bringt die Hersteller dazu, diese Technologien einzusetzen, denn wer möchte nicht die Bestnote von fünf Sternen. In den USA fließen diese Systeme noch nicht in die Bewertung ein, aber das wird sicherlich bald kommen.

Sie sind mit einem autonomen Audi quer durch die USA gefahren und auf der IAA werden wir weitere Neuheiten von Delphi bei deutschen Herstellern sehen. Wie wichtig sind VW, BMW und Daimler für Sie?
Sehr wichtig. Sie sind Technologieführer, wir sind Technologieführer, das ergänzt sich hervorragend. Andere Zulieferer haben vielleicht traditionell stärkere Beziehungen zu den europäischen Herstellern. Aber wenn man als erster völlig neue Technologien anbieten kann – etwa die Gestensteuerung – dann wollen wir damit in einen Kundenkreis, der diese Technologie auch schnell in den Markt bringen kann und will.

Aktuell ist VW nach Umsatz ihr zweitgrößter Kunde. Geht da noch mehr?
Volkswagen ist auf dem besten Weg General Motors von der Nummer eins Position zu verdrängen. Auch die deutschen Premiumhersteller kommen in der Liste schnell höher.

Noch viele Hürden für selbstfahrende Autos

Auf der IAA zeigen sie sowohl eine neue Sprach- wie auch eine Gestensteuerung. In welcher der beiden Technologien liegt das größere Potenzial?
In der Sprachsteuerung. Sie ist universeller und hat den Vorteil, dass die Augen auf der Straße und die Hände am Lenkrad bleiben. Man muss nicht lange üben, um diese Technologie zu nutzen und das System reagiert sehr schnell auf die mündlichen Befehle.

Werden Sprach- und Gestensteuerung Touchscreen und Dreh-Drück-Knöpfe vollkommen ablösen?
Das hängt davon ab, was der Hersteller seinen Kunden anbieten möchte. Früher waren PS-Zahl und Design wettbewerbsentscheidend, heute geht es mehr und mehr um das Nutzererlebnis im Auto. Es wird also verschiedene parallele Angebote geben und noch eine ganze Weile eine Ergänzung zur den mechanischen Steuerungsmöglichkeiten bleiben.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%