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Detroit Motor Show US-Markt ist 2013 die Hoffnung für Autobauer

Die USA bleiben den größte Automarkt der Welt, auch wenn das Wachstums 2013 schwächer ausfallen wird als 2012. Deutsche Hersteller haben gute Chancen auf höhere Marktanteile, meint Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer.

Diese Traumautos stehen im Blitzlicht
Corvette C7Der Wagen ist ein "American Icon": Pünktlich zum 60. Geburtstag der Marke präsentiert Chevrolet auf der Detroit Motor Show sein neues Corvette-Model, den brandneuen Corvette Stingray, kurz C7. Die Amerikaner hatten zuvor ein großes Geheimnis aus dem neuen Muscle-Car gemacht, der Ende 2013 in Produktion gehen soll. Nach Europa dürfte die „Vette“ allerdings erst 2014 kommen. Einige technische Daten waren schon vor der Präsentation bekannt: Der C7 soll Spritspartechniken wie ein Start-Stopp-System und eine Direkteinspritzung an Bord haben. Im Vergleich zu den Vorgängern C2 und C3 ist sie deutlich leichter und am Heck schmaler. Den Kraftprotz treibt eine 6,2-Liter-V8-Maschine mit 455 PS Leistung an. Die 100 km/h erreicht die C7 binnen vier Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 300 km/h. Quelle: dapd
Cadillac Coupé ELR Quelle: dpa
Mercedes CLABereits einen Tag vor dem Start der Auto Show wurde der neue Mercedes CLA präsentiert. Das Modell baut auf der A-Klasse auf, ist aber mit rund 4,60 Metern sogar länger als die C-Klasse. Der CLA-Motor dürfte zwischen zwischen 122 und 211 PS auf die Straße bringen. Zum Aufpreis-Angebot zählt unter anderem ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Ab April 2013 ist er auf den Markt zu haben. Der Preis wird auf rund 28.000 Euro geschätzt. Quelle: dpa
Hyundai HCD-14Einen ersten Blick hatte der koreanische Autobauer Hyundai auf seine neue Limousine schon gestattet - nun wurde sie in Detroit stilecht präsentiert. Der Viertürer kommt mit einem luxuriösen Innenraum mit Ledersitzen und Edelholz. Eine kleine technische Revolution bietet das Eye-Tracking, mit dessen Hilfe sich Navigationssystem und Radio so einfach wie nie bedienen lassen. Quelle: dpa
Honda/Acura NSXIm vergangenen Jahr stellte auf der Detroit Motor Show Honda mit seiner Nobel-Tochter Acura mit dem NSX zum wiederholten Mal eine Sportwagen-Studie vor. Damals hieß es, dass das Modell "spätestens 2015" in den Handel kommen soll. Diese Studie soll - im Gegensatz zu vielen anderen zuvor - nun wirklich umgesetzt werden. Dieses Jahr wurde in Detroit nämlich die erste Serienversion präsentiert. Sie soll noch dieses Jahr den Markt erobern. Der NSX ist ein Hybrid, der mit einem V6-Benzinmotor und mehreren Elektro-Motoren daherkommt. Quelle: REUTERS
Infiniti Q50 Quelle: REUTERS
Honda Urban SUV ConceptDie Japaner stellten bei der NAIAS in Detroit eine Geländeversion des Honda Jazz vor. Diese soll auch in Amerika verkauft werden und so steht die passende Studie Honda Urban SUV Concept im Januar auf der NAIAS in Detroit. Wirklich viel hat Honda noch nicht durchsickern lassen: Design, Motorisierung und Preise sind noch unklar. Gemutmaßt wird aber, dass es einen Vierzylinder-Diesel mit 118 PS geben wird und eine spätere Weiterentwicklung des Urban SUV mit Hybrid-Technik fahren könnte. Quelle: dpa

Fahrzeughersteller werden 2013 weiterhin in den Vereinigten Staaten einen stabilen Absatzmarkt haben. Der Verkauf von Autos soll in den USA um 4,7 Prozent zunehmen, und damit 15,2 Millionen Fahrzeuge betragen, wie das CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen am Montag zu Beginn der Motor Show in Detroit mitteilte. Im abgelaufenen Jahr 2012 haben sämtliche Hersteller auf dem US-Markt 14 Prozent mehr Autos verkauft. „Die USA waren 2012 der weltweit größte PKW-Markt,“ sagt Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des CAR-Center Automotive Research, „Die Auto-Verkäufe lagen weiter vor China“.  Auch 2013 wird der Absatz von PKWs in den USA höher sein als im Reich der Mitte.

Das Niveau von 2012 wird sich allerdings nicht wiederholen. Laut CAR dämpft das schwächere US‐Wirtschaftswachstum, das auf 2% BIP abnimmt, die Kauflaune der Konsumenten. Zudem läuft der US‐Markt wieder auf ein Sättigungsniveau von knapp 16 Millionen Verkäufen zu. Trotzdem dürfte die Entwicklung in den USA die Rückgänge in West-Europa kompensieren. Um 3,7 Prozent soll hier laut CAR der Verkauf von Fahrzeugen schrumpfen. „Weltweit fängt USA den weiteren Rückgang in Europa auf“, so Autoexperte Dudenhöffer. 

Deutsche lieben VW und verschmähen Daihatsu
Land Rover (+66,5 Prozent)Ihr Marktanteil ist in Deutschland klein, aber sie verzeichneten hier zu Lande das größte Wachstum: Bei Neuwagen von Land Rover griffen die Deutschen 11.113 Mal zu. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) beziffert ihren Anteil an allen Neuzulassungen damit auf 0,4 Prozent. Das Zahl der Neuzulassungen wuchs damit 2012 um zwei Drittel – so viel, wie bei keiner anderen Marke. Die Briten profitieren von der Lust der Deutschen auf SUVs. Quelle: dapd
Porsche (+ 9,8 %)Porsche ist der Gewinner unter den deutschen Autobauern. 20.561 Neuwagen der Stuttgarter Luxusschmiede meldeten die Deutschen 2012 an. Mit 0,7 Prozent ist der Porsche-Anteil an den Neuzulassungen zwar gering, doch verzeichnet das Unternehmen laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) damit ein Plus von 9,8 Prozent. Die größte Nachfrage verzeichnete der Hersteller laut eigenen Angaben zwischen Januar und November 2012 in Asien: Dort lieferte er 46.432 Neuwagen aus, ein Wachstum von 22,8 Prozent. Quelle: dpa
Volkswagen (- 2 %)Er ist der Platzhirsch in Deutschland: VW kann bei den Neuzulassungen auch kein Rückgang von zwei Prozent etwas anhaben. 672.921 neue Volkswagen meldeten die Deutschen 2012 an, das entspricht ein Marktanteil von 21,8 Prozent. Quelle: dpa
BMW, Mini (- 4,4 Prozent)BMW und Mini haben zwar den zweithöchsten Marktanteil in Deutschland – dem Erstplatzierten VW sind sie jedoch alles andere als auf den Fersen. Mit 284.494 Neuzulassungen beträgt bei den beiden bayrischen Automarken der deutsche Marktanteil 9,2 Prozent. Damit stehen BMW und Mini 2012 auf der Seite der Verlierer: Das KBA zählte bei ihnen 4,4 Prozent weniger Neuzulassungen. In diesem Jahr will BMW mit dem neuen 4er und dem BMW i3 bei den Käufern punkten. Quelle: REUTERS
Mercedes-Benz (- 0,9 Prozent)Hauptkonkurrent Mercedes-Benz liegt nur wenige hundert Neuwagen hinter BMW: Mit seinen 283.006 Neuzulassungen kommt die Daimler-Hauptmarke immer noch auf einen Marktanteil 9,2 Prozent – wie BMW. Im Gegensatz zum bayrischen Wettbewerber verzeichnen die Stuttgarter auch ein geringeres Minus: Die Neuzulassungen gingen um 0,9 Prozent zurück. 2013 will Mercedes unter anderem mit den neuen E-Klasse wieder mehr Kunden für sich begeistern. Quelle: dpa
Audi (+ 6,3 Prozent)Gut dabei ist Audi: Die Ingolstädter steigerten ihre Neuzulassungen 2012 um 6,3 Prozent auf 266.582 Stück. Damit spielt Audi in Deutschland ganz vorne mit und hat einen Marktanteil von 8,6 Prozent. In diesem Jahr könnte den Ingolstädtern ihre Neuauflagen im SUV-Segment nochmals einen Schub verpassen. So rollen der neue RS Q3, der SQ 5 und ein rundum verjüngter Q7 in diesem Jahr zum Händler. Quelle: obs
Opel (-16,1 Prozent)Die kriselnde Autobauer Opel gehört immer noch zu den am meisten verbreiteten Automarken in Deutschland: 213.627 Neuwagen ließ das KBA 2012 zu (Marktanteil 6,9 Prozent). Allerdings ist Opel auf dem Rückmarsch: Die Neuzulassungen verzeichneten ein Minus von 16,1 Prozent. Besonders stark zeigt sich die Kaufzurückhaltung im Dezember 2012. Hier betrug das Minus im Vergleich zum Vorjahresmonat 42,6 Prozent. 2013 will die General Motors-Tochter mit dem Stadtflitzer Adam auftrumpfen und Freiluft-Fans mit dem Cabrio Cascada für sich gewinnen. Ob es gelingt ? Man darf gespannt sein. Quelle: dpa

VDA-Präsident Matthias Wissmann sagte zum Auftakt der Autoshow in Detroit zu der Aussicht für deutsche Hersteller. „Im laufenden Jahr wird die Drehzahl auf dem US-Markt zwar etwas zurückgenommen, doch Nordamerika bleibt auf Wachstumskurs.“ Auch er erwarte, dass der US-Automarkt von 14,4 Millionen auf über 15 Millionen Stück zunehmen werde. „Angesichts der Modelloffensive, die unsere Mitgliedsunternehmen in Detroit zeigen, spricht alles dafür, dass wir auch im achten Jahr in Folge zulegen werden“, sagte Wissmann. „Es sind die deutschen Hersteller, die hier in Detroit bei Premium und Effizienz die Richtung vorgeben.“ Auto-Experte Dudenhöffer stimmt dieser Einschätzung zu: „Die Grundstimmung der deutschen Autobauer auf der Detroit Motorshow ist nicht schlecht. Einige wie VW strotzen vor Selbstbewusstsein“.

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