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Detroit Motor Show USA sind Dampfmaschine für deutsche Autobauer

2014 wird zum Schicksalsjahr für die großen drei US-Autohersteller, ihre wiedererstarkten Konkurrenten aus Asien, aber auch für die Ambitionen der deutschen Autohersteller in den USA.

Die Stars der Detroit Auto Show
VW Beetle Dune Diese Studie soll 2915 in Serie gehen. Mit ihr verbinden die Wolfsburger das Beste des guten alten Käfers mit den Eigenschaften eines SUV - leider ohne Allradantrieb. Der Retro-Beetle im Offroad-Stil - hier in der Lackfarbe "Arizona" - kommt mit einem 210 PS starken Turbo-Beziner 2.0 TSI. Trotz der 50 Millimeter Modenfreiheit wirkt er dynamisch, denn VW hat den Dune auch um 24mm breiter und 12 mm länger gemacht als den gewöhnlichen Beetle. Am Heck wartet der fetzige Crossover mit einer besonderen Überraschung auf... Quelle: dpa
Der Heckspoiler wird mit wenigen Handgriffen zur Ski-Halterung. Quelle: AP
Audi Sport Quattro laserlightNeu an der Quattro-Studie im Vergleich zu dem auf der IAA gezeigten Modell, sind die Scheinwerfer-Leuchten. Sie bestehen aus einer Kombination aus LED und Laserlicht. Im Inneren der Scheinwerfer sind je zwei flache, trapezförmige Körper zu erkennen – der äußere generiert über LEDs und eine Blende das Abblendlicht, der innere das Laser-Fernlicht. Die Laserdioden sind wesentlich kleiner als LED-Dioden, ihr Durchmesser beträgt nur wenige Mikrometer. Mit fast 500 Metern Reichweite, leuchtet das Laser-Fernlicht etwa doppelt so weit und dreimal so lichtstark wie LED-Fernlicht. Quelle: AP
Audi allroad shooting brakeDie Crossover-Studie ist als Plug-in-Hybrid konzipiert und soll optisch einen Ausblick auf den neuen TT geben. Erstmals kombinieren die Ingolstädter hier Quattro-Technik mit dem Elektroantrieb aus dem e-tron-Modell. Rein elektrisch kommt man allerdings nur 50 km weit. 400 PS bringt die Studie mit. Wer es besonders sportlich mag, drückt den KERs-Knopf und beschleunigt damit in 4,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Quelle: dpa
Kia GT4 StingerMit diesem im kalifornischen Irvine entwickeltem Sportwagen wollen die Koreaner am Frühling 2014 den US-Markt aufmischen. Der 2+2 Sitzer wird von einem 2 Liter Turbo mit 315 PS angetrieben. Ein eng abgestuftes Sechsgang-Schaltgetriebe leitet die Motorkraft an die Hinterräder. Die Rennversionen des Kia Optima verfügen über den gleichen Motortyp, der mehr als 400 PS (294 kW) mobilisieren kann. Interessantes Detail: Die schlitzförmigen Aussparungen in de A-Säule. Sie sollen für eine bessere Rundumsicht sorgen. Gleichzeitig spart das durchlöcherte Bauteil Gewicht. Quelle: dpa
Volvo XC CoupéMit dem XC Coupé gibt Volvo einen Ausblick auf das zukünftige Aussehen des neuen XC90, der 2015 erscheinen soll. Das von dem deutschen Thomas Ingenlath entwickelte Design zeigt aber noch viel mehr als das. Volvo wechselte 2013 aus Kostengründen zum branchenumgreifenden Baukastensystem. Das neue Konzept soll zeigen, was damit von künftigen Modellen zu erwarten ist. Die Motorisierung reicht bei den Dieseln von 120 bis 230 PS. Benziner kommen stärker daher, mit einer Bandbreite von 140 bis 306 PS. Quelle: REUTERS
Mercedes C-KlasseDie C-Klasse wirkt dagegen wie eine abgespeckte Version der Vorgänger-S-Klasse. Das Modell ist in drei Versionen verfügbar, C180, C200 und C220. Laut Mercedes schluckt die neue C-Klasse bis zu 20 Prozent weniger Sprit - dank mehr Aluminium in der Karosserie, was das Modell rund 100 Kilo leichter macht, aerodynamischerem Design und nochmals sparsamerem Motor. So kommt die C-Klasse je nach Modell auf einen Verbrauch zwischen 4,0 bis 5,3 Liter pro 100 km.... Quelle: dpa

Ein Autohändler räumt die Christbäume weg, ein anderer schraubt die elektrischen Kerzen aus dem neunarmigen Leuchter, der seit dem jüdischen Lichterfest Ende November am Eingang steht. Es geht gemächlich zu bei New Yorks größtem Chrysler-Händler in Manhattan. Kunden sind weit und breit nicht in Sicht, was – so versichert einer der Verkäufer – an den arktischen Temperaturen liege, die die Metropole zuletzt erstarren ließen.

Die Verschnaufpause zum Jahresbeginn hat sich der Chrysler-Dealer redlich verdient. Denn seit der Insolvenz vor knapp fünf Jahren wird bei Chrysler rangeklotzt. Der Dezember war der 48. Monat in Folge, in dem die Absatzkurve nach oben zeigte. 2013 verkaufte der Autobauer rund 2,6 Millionen Fahrzeuge der Marken Chrysler, Jeep, Dodge (Pkws, Geländewagen) und Ram (Pick-up-Trucks) – neun Prozent mehr als 2012. Nach vorläufigen Schätzungen erzielte Chrysler 75 Milliarden Dollar Umsatz, verbuchte einen operativen Gewinn von rund 3,5 Milliarden Dollar und steigerte den Marktanteil in den USA auf 11,8 Prozent. Mit seinen Profiten rettet Chrysler sogar die Mutter Fiat, von der die Amerikaner jetzt komplett geschluckt wurden.

Doch wie lange hält der Höhenflug noch an? Sind die leeren Verkaufsräume in New York wirklich nur dem Wetter geschuldet oder Vorboten neuer Schwierigkeiten, wie skeptische Wall-Street-Analysten unken? Das neue Autojahr, das die Branche in der kommenden Woche bei der Motor Show in Detroit einläutet, wird spannende Antworten liefern – für Chrysler, aber auch für andere große Hersteller. Nachdem die einstigen Pleitekandidaten Chrysler und General Motors (GM), aber auch Ford zu alter Stärke zurückgefunden, die japanischen Konkurrenten die Folgen des Tsunamis weggesteckt und die deutschen Angreifer ihre Waffen geschärft haben, steht der US-Automarkt vor einer Reihe von Entscheidungsschlachten.

Wegen der enormen Bedeutung des Marktes kann das Geschehen dort über Wohl und Wehe ganzer Konzerne entscheiden. Denn neben China sind die USA derzeit die einzige Region mit robusten Zuwachsraten und auch der wichtigste Markt für Elektroautos. „Die Vereinigten Staaten sind so etwas wie die Dampfmaschine der Autoindustrie, mit fast noch mehr Zugkraft als der chinesische Markt“, urteilt Christoph Stürmer, Autoanalyst bei PricewaterhouseCoopers in Frankfurt.

Autoverkäufe deutscher Premiummarken in den USA

Entsprechend energiegeladen machen sich die Spitzen der deutschen Konzerne auf den Weg, um in der Cobo Hall am Detroit River ihre Neuheiten zu präsentieren und die Weichen für ein weiteres Erfolgsjahr zu stellen. So erleben in Motown City die neue C-Klasse und der S600 von Mercedes sowie der neue Targa von Porsche ihre Weltpremiere. Volkswagen gibt mit dem Beetle Dune einen Vorgeschmack auf die Offroad-Version des Beetle und zeigt den neuen Golf mit Elektroantrieb. BMW lockt mit dem Elektroauto i3, dem Sportcoupé M4 und einer über 200 PS starken Variante des neuen Mini. „Die deutsche Autoindustrie“, sagt Matthias Wissmann, Präsident des Branchenverbandes VDA, „wird 2014 in den USA weiter wachsen.“

Die rasche Erholung des US-Automarkts von den Folgen der Finanzkrise hat den deutschen ebenso wie den japanischen und südkoreanischen Branchengrößen Mut gemacht zu Milliardeninvestitionen in neue Modelle und Fabriken, in den Ausbau bestehender Produktionsstandorte in den USA und Mexiko sowie den Ausbau der Zuliefererstrukturen und Vertriebsnetze. Die Analysten des Bewertungsdienstes Kelley Blue Book aus dem kalifornischen Irvine erwarten 2014 einen Absatz von 16,3 Millionen neuen Pkws, Pick-ups und leichten Nutzfahrzeugen – das wären rund 200.000 Fahrzeuge mehr als im Rekordjahr 2007. Zum Vergleich: In Westeuropa wurden 2103 nur rund zwölf Millionen Autos verkauft. Und Experten erwarten für 2014 nur einen leichten Nachfrageanstieg.

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