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E-Autos als Dienstwagen Für den elektrischen Fuhrpark braucht es Mut

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Welche Marken den E-Fuhrpark bestimmen

Die E-Auto-Offensive bei W&M rollt ihn kleinen Schritten an: Bislang sind nur vier Elektrofahrzeuge, die sogenannten Stromzwerge, im Einsatz: Zwei stehen in der Niederlassung in Dresden und zwei bei der Hauptverwaltung in Stuttgart. „Die werden von den Mitarbeitern wunderbar angenommen“, sagt Heidrich. „Die Fahrtenbücher zeigen eine solide Auslastung.“ Besonders auf den Kurzstrecken in der Stadt seien sie für die Mitarbeiter interessant und würden gerne genutzt.

„Wir ermöglichen unseren Mitarbeitern diese Fahrzeuge auch privat zu nutzen, um die Elektromobilität einmal zu erleben – den meisten ist das ja noch sehr fremd“, sagt Gentile. Auf diesem Weg versuche man, den Mitarbeitern Elektromobilität näher zu bringen – auch um mögliche Zweifler vom Gegenteil zu überzeugen.

Ist die E-Auto-Zahl bei W&M heute noch klein, soll jedoch nach und nach die Umstellung erfolgen – deshalb werde der Bestandsfuhrpark ständig weiterentwickelt. „Wir schauen uns mehrmals im Jahr Modellvariationen an, sehen uns intensiv auf dem Markt um und sind offen für neue Dinge“, sagt Gentile.

Elektroautos im Kostenvergleich

Denn auch im Fuhrpark von Wolff & Müller verfolgt man eine konkrete Markenstrategie, an der man auch weiterhin festhalten wolle: Bei dem Bauunternehmen fahren die Mitarbeiter eine Auswahl deutscher Automarken, „aber wir werden sie nun demnächst etwas erweitern“, sagt Gentile. Denn da nun vermehrt Elektro- und Hybridfahrzeuge die Flotte prägen sollen, müsse man auf zusätzliche Hersteller setzen. „Weil die Autoindustrie noch nicht so weit ist, dass ein Hersteller allein diese Kriterien abdecken kann“, so Gentile. Die Folge: eine flexiblere Markenstrategie. Zu der gehören für Fuhrparkmanager Heidrich vor allem die alternativen Antriebe von BMW, Mercedes, Audi und VW. „Manche Hersteller stecken – zumindest was man öffentlich sieht – bei den alternativen Antrieben eher in den Kinderschuhen, andere sind dagegen schon weiter“, sagt Heidrich. „Bei uns wird zum Beispiel in Zukunft BMW neu dazukommen, weil für uns dort das Angebot – sowohl Hybrid als auch Elektro – entsprechend gegeben ist.“

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    Während in Stuttgart und Dresden die W&M-Mitarbeiter bereits elektrische Poolfahrzeuge nutzen und auch verstärkt elektrifiziert werden sollen, sind E-Fahrzeuge für die Außendienstler und im Tiefbau vorerst noch nicht einsetzbar – es fehlt schlichtweg an Reichweite.

    Hybride sollen hier vorübergehend die Lücke füllen. „Ich bin gespannt, wo die Reise hingeht und ich bin überzeugt davon, dass die Hybride die Übergangslösung sind bis Elektroautos die Reichweite liefern, die sie Vielfahrern bieten müssen“, sagt Gentile.

    In Stuttgart soll in nächster Zeit zum Beispiel ein Hybridfahrzeug in den Pool aufgenommen werden, um auch die Langstrecke zumindest mit einem teil-alternativen Antrieb abdecken zu können und so zumindest lokal auf der Kurzstrecke dank des Elektromotors emissionsfrei gefahren werden kann.

    Erster Elektrolader in der Flotte

    Trotz der noch schwierigeren Hürde soll bei den Baumaschinen und Nutzfahrzeugen ebenfalls versucht werden, alternative Antriebe zu nutzen. Um erste Erfahrungen zu sammeln, ist für W&M seit Kurzem ein Elektroradlader im Einsatz – laut dem Unternehmen einer der ersten, der in der Branche in Betrieb genommen wurde.

    „Wir arbeiten an verschiedenen Konzepten, weil wir auch Vorreiter sein wollen“, sagt Gentile. Das Stuttgarter Familienunternehmen ist bereits einer der Vorreiter im grünen Firmenmanagement: Seit 2010 arbeitet W&M als erstes deutsches Bauunternehmen CO2-neutral – mit einem Umweltmanagementsystem nach DIN EN ISO 14001 und ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001. Das bedeutet unter anderem, der Energieverbrauch wird systematisch erfasst, um ihn mithilfe besonders effizienter Maschinen und Technologien unter eine bestimmte Marke zu senken. Dazu gehört auch ein möglichst geringer Kraftstoffverbrauch der Fahrzeuge.

    Unter anderem dafür gab es für das Stuttgarter Familienunternehmen in den vergangenen Jahren verschiedene Auszeichnungen: Zum einen 2014 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis und 2016 den Umweltpreis des Landes Baden-Württemberg. „Solche Auszeichnungen geben uns zusätzlich den Antrieb, weiterzumachen“, sagt Gentile.

    Nachhaltigkeit lohne sich auch wirtschaftlich und trage dadurch zum Unternehmenserfolg bei – ist man sich bei Wolff & Müller sicher. Allein mit der Nachrüstung von Baumaschinen mit Leerlaufabschaltung spare man zum Beispiel jährlich mehrere hundert Tonnen CO2 – und damit rund 300.000 Euro, rechnet das Unternehmen vor.

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