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Firmenwagen Steuern sparen mit dem E-Dienstwagen

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Leasingfirmen sind guter Hoffnung

Die großen Leasingfirmen, anfangs skeptisch, sehen auch deshalb mittelfristig viel Potenzial für gewerbliche E-Autos. 67 Prozent aller Neuzulassungen sind ohnehin schon Dienstwagen. In einer Umfrage des Forschungsinstituts TNS gaben vergangenes Jahr 86 Prozent der Befragten an, sich E-Dienstautos vorstellen zu können. Die geringe Reichweite sei aber noch eine Hürde. 68 Prozent haben kein Vertrauen in die Ladeinfrastruktur – also Angst, liegen zu bleiben. „Auch wir hatten anfangs diese Bedenken; sie haben sich im Alltag als unbegründet erwiesen“, sagt Klaus Baumgärtner, Chef der Mannheimer IT-Beratung Bridging IT. 18 Tesla haben die Mannheimer in der Flotte; 670.000 Kilometer Dienstreisen haben sie zusammen schon runter. „Liegen blieb noch nie einer, die Stromkosten auf 100 Kilometer entsprechen denen von rund 2,3 Liter Diesel, die Autos sind fast wartungsfrei“, sagt Baumgärtner.

Für Angestellte ist der Firmenwagen ein Geldgeschenk: Nicht nur die teure Anschaffung des Privat-Pkws entfällt, auch Reparaturen, Wartung, Reifen. Wer seinen Dienstwagen für Privatzwecke nutzen darf, ruft damit aber den Fiskus auf den Plan. Der erkennt einen geldwerten Vorteil, der dem zu versteuernden Einkommen zugeschlagen wird. Der Vorteil kann pauschal oder per Fahrtenbuch ermittelt werden. Ein Wechsel zwischen den Methoden ist nur zu einem neuen Steuerjahr möglich. Bei der Pauschalmethode wird pro Monat 1,0 Prozent des Bruttolistenpreises (BLP) dem zu versteuernden Einkommen zugerechnet. BLP heißt: unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers plus Mehrwertsteuer, plus Extras wie Musikanlage, Navi, Alufelgen. Wer also vom Chef einen Gebrauchtwagen bekommt, muss trotzdem ein Prozent des Neupreises versteuern. Und immer brutto: Auch, wenn die Firma vorsteuerabzugsberechtigt ist, muss die Mehrwertsteuer mit rein.

Bald zu haben
Erschwingliche, reichweitenstarke E-Mobile (1)
HerstellerTyp Produktionsstart 
AppleiCar  

2020

BMWi3 (2)2017
i52021
ChevroletBolt 2017
Ford Model E2019
Hyundai Ioniq2016
Mercedes B-Klasse ED (2)2016
ELC2018
Nissan Leaf22018
Opel Ampera-e (2)2017
Renault Zoe22017
TeslaModel 32017
Model Y2019
ToyotaMirai2016
Volkswagene-Golf (2)2019
Volvo XC60-e2019
(1) geplante Modelle mit realistisch mehr als 300 Kilometern Reichweite und Preisen unter 50.000 Euro; (2) überarbeitete Modelle mit erheblich verbesserter Reichweite;  Quelle: Herstellerangaben, eigene Recherchen

Wann lohnt sich das Fahrtenbuch?

Beispiel: Ein Angestellter bekommt einen 5er-BMW, BLP: 50.000 Euro.
Der geldwerte Vorteil beträgt 500 Euro im Monat. Hinzu kommen 0,03 Prozent des Listenpreises je Kilometer einfache Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Pendelt der BMW-Fahrer 20 Kilometer, muss er weitere 300 Euro im Monat (50.000 Euro x 0,0003 x 20) versteuern. Bei einem Steuersatz von 30 Prozent zahlt der BMW-Fahrer 240 Euro mehr Steuern im Monat als ohne Dienstwagen. Vergleicht man das mit üblichen Privat-Leasingraten für den 5er-BMW (500 bis 700 Euro) oder dem monatlichen Wertverlust nebst Unterhalt, wenn der Wagen privat gekauft würde, ist der Dienstwagen also ein sehr gutes Geschäft.

Wer seinen Dienstwagen wenig privat nutzt, fährt mit der Fahrtenbuch-Methode besser. Dabei versteuert der Fahrer nur die tatsächlich privat gefahrene Distanz. Darüber muss penibel Buch geführt werden. Ist das Fahrtenbuch lückenhaft oder unplausibel, kennen Finanzbeamten kein Pardon und wenden rückwirkend die Ein-Prozent-Pauschale an. Richtig geht es so: Alle Fahrten werden mit Datum, Start, Ziel, Kilometerstand und Zweck (Dienstfahrt, Privatfahrt, Weg zur Arbeit) notiert. Bei Dienstfahrten verlangt der Fiskus den Anlass und den Namen des Geschäftspartners. Die Anforderungen an das Fahrtenbuch sind hoch; die Einträge müssen zeitnah erfolgen, geordnet und gut leserlich sein. Lose-Blatt-Sammlungen und Excel-Listen gelten nicht. Fahrtenbuch- Apps (Kosten etwa 300 bis 700 Euro) sind erlaubt, wenn sie sich nicht nachträglich editieren lassen. Am Ende wird der privat gefahrene Anteil ermittelt und als geldwerter Vorteil versteuert.

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