Tankkarten für Dienstwagen „Der Trend geht zur Zweitkarte“

Tankkarten sollen Unternehmen und Dienstwagenfahrern Vorteile bringen: Weniger Bürokratie, weniger Diskussionen und bares Geld sparen. Knapp zwei Drittel der Unternehmer nutzen sie – und das nicht nur fürs Tanken.

Tankkarten bieten enorme Vorteile für die Abrechnung von Dienstwagen. Quelle: Presse

Es ist durchaus mühsam für Fuhrparkmanager: Tankquittungen einsammeln, überprüfen und private Ausgaben rausstreichen. Tankkarten versprechen weniger Bürokratie, bessere Kostenkontrolle und nicht zuletzt eine Kostenersparnis. Auch für Dienstwagenfahrer ist Tanken so einfacher und da die Abrechnung entfällt, ersparen sie sich das mühsame Einreichen von Tankbelegen.

„Die Tankkarte ist im Grunde eine Kreditkarte, bei der alle Leistungen direkt dem Unternehmen in Rechnung gestellt werden“, sagt Katharina Wolff, Account-Manager bei Dataforce, einem Marktforschungs- und Beratungsinstitut, das sich schwerpunktmäßig mit dem deutschen Flottenmarkt beschäftigt. Die Leistungen, die mit der Tankkarte bezahlt werden können, sind klar festgelegt und werden bargeldlos per PIN-Eingabe am Tankstellen-Counter bezahlt. In einem bestimmten Rhythmus (14-tägig oder monatlich) erhält der Unternehmer eine Rechnung mit allen notwendigen Informationen.

Auf dem deutschen Flottenmarkt mit rund 3,7 Millionen Fahrzeugen setzen laut einer Dataforce-Analyse rund 73 Prozent der Unternehmen Tankkarten ein. Für die Studie hat das Marktforschungsinstitut knapp 800 Fuhrparkleiter befragt. Die Ergebnisse zeigen: Die Zahl der Unternehmen, die Tankkarten einsetzen, ist in den vergangenen Jahren stabil geblieben. „Es gibt unterschiedliche Gründe, weshalb ein Unternehmer keine Tankkarte nutzt“, so Wolff.

Die größten Tankkarten-Anbieter

Zum einen betreffe das häufig sehr traditionelle – häufig auch kleine – Betriebe, die mit Quittungen und Kassenbuch arbeiten und dieses System einfach noch nicht hinterfragt hätten. Zum anderen aus individuellen Gründen, wie etwa ein Vertrag mit einem ortsansässigen Tankstelleninhaber, der keine Tankkarten anbietet.

Dafür greifen Unternehmen, die Tankkarten nutzen, häufig doppelt zu: „Wer sein Fahrzeug dienstlich nutzt, besitzt meistens eine, wenn nicht sogar zwei Tankkarten“, sagt Wolff. „Der Trend geht zur Zweitkarte.“ Neben der Tankkarte eines regional gut vertretenen Anbieters greifen viele ergänzend zur Karte eines überregionalen oder internationalen Anbieters. Und die Mehrfachnutzung steigt: Mittlerweile wird in 40 Prozent der Unternehmen mehr als eine Tankkarte eingesetzt, ergab die Dataforce-Analyse 2017.

Die Tankkarten-Anbieter selbst scheinen dem entgegenwirken zu wollen, indem sie mehr und mehr eine möglichst starke Durchdringung der eigenen Karten vorantreiben. Viele „kleinere“ Tankkarten sind nicht nur an den Tankstellen der eigenen Marke einsetzbar, sondern auch bei anderen Anbietern.

So können Tankkarten-Anbieter mit einer Karte ein immer größer werdendes Netzwerk an Tankstellen abdecken und so ihren Durchdringungswert erhöhen. „Etwa die Westfalenkarte hat in der Vergangenheit mehr und mehr Anbieter in ihr Portfolio aufgenommen, sodass man mittlerweile fast überall mit ihr tanken kann“, sagt Wolff. Dahin gehe eindeutig der Trend.

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