Diesel-Autos Die Restwerte purzeln

Für Dieselbesitzer und Autohändler bringt der Dieselskandal finanzielle Verluste. Quelle: dpa

Der Dieselskandal und die Diskussion um mögliche Fahrverbote lassen die Restwerte von Dieselfahrzeugen fallen. Ein Ende ist aktuell nicht in Sicht.

Nicht nur für Autobauer ist der Dieselskandal kostspielig. Auch für Dieselbesitzer und Autohändler bringt er finanzielle Verluste. Diesel, über Jahrzehnte die wertstabilsten Autos in Deutschland, sind bereits seit Ende 2015 weniger Wert als Benziner – und ihr Restwert fällt weiter.

Das zeigt das Dieselbarometer der Marktforscher DAT, einer Gesellschaft der Verbände der Autohersteller, aus dem Januar dieses Jahres. Lag der Gebrauchtwert eines drei Jahre alten Diesels mit einer Jahreslaufleistung zwischen 15.000 und 20.000 Kilometer im Januar 2017 noch durchschnittlich bei 56 Prozent seines Neuwertes, waren es im Dezember 2017 nur noch 52,6 Prozent. Zwar stieg der Wert im Januar wieder auf 53,7 Prozent. Allerdings ändert das nichts an den trüben Aussichten für Dieselbesitzer und Autohändler.

Das zeigen die langen Standzeiten. Im Januar 2018 brauchte ein Händler im Schnitt 102 Tage, um einen gebrauchten Diesel zu verkaufen, im Vorjahr waren es noch 97 Tage. Zum Vergleich: Für Benziner fiel die Standzeit von 92 Tagen im Januar 2017 auf 89 Tage im Januar 2018.

Von den 2563 im DAT-Report befragten Privatpersonen, die zwischen März und Juni 2017 ein Auto kauften, gaben 23 Prozent der Neuwagenkäufer und 15 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer an, die Dieseldiskussion habe ihre Kaufentscheidung beeinflusst. 17 Prozent der Neuwagenkäufer hatten zudem ihren Vorwagen, einen Diesel, verkauft, weil sie entweder mit einem Wertverlust oder einem drohenden Fahrverbot rechneten. Für die Gebrauchtwagenkäufer lag der Wert bei 20 Prozent.

Auch Zahlen des Online-Fahrzeugmarkts mobile.de spiegeln diesen Trend wider: Hat ein gebrauchter Diesel im Januar 2017 noch 22.222 Euro gekostet, lag sein Preis im Januar 2018 nur noch bei 21.762 Euro. Das entspricht einem Preisrückgang um zwei Prozent. „Dieselfahrzeuge hatten im vergangenen Jahr einen schwereren Stand als Benziner. Die Preise sind gesunken und trotzdem haben sie sich langsamer verkauft als im Vorjahr. Dieser Trend wird sich nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts fortsetzen", sagt Christian Maas, Leiter der Unternehmenskommunikation von mobile.de.

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