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Ducati, Phaeton und andere Spielzeuge VW verabschiedet sich von Piëchs Hobbys

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Bleibt es bei Ducati?

Andere Piëch-Projekte wurden bereits vor Jahresfrist beerdigt. Im Gespräch mit der "Automobilwoche" hob Piëch vor kurzem Fahrzeuge wie den VW Phaeton, Bugatti Chiron und VW XL1 als seine "wichtigsten, kniffligsten, am stärksten nachhaltig wirkenden Managemententscheidungen" hervor. Nachhaltig wirkt derzeit aber nur die Fabrik, die Volkswagen einst für die Luxuslimousine Phaeton gebaut hat – nur nicht in Piëchs Sinn. In Dresden hatten die Wolfsburger die "Gläserne Manufaktur als Mischung aus hochwertiger Autofabrik und Kulturzentrum errichtet. Den dort in Handarbeit gefertigten Phaeton hat VW eingestellt und den Nachfolger auf Eis gelegt. In der gläsernen Traumfabrik wird inzwischen der Elektro-Golf gebaut – dabei hatte Piëch bereits radikal mit dieser Technologie abgeschlossen: "In meiner Garage ist kein Platz für ein Elektroauto."

Statt der ungeliebten E-Autos sollte es unter Piëch der XL1 als Sparmobil richten. Der aerodynamische Leichtbau-Zweisitzer ist allerdings trotz zehnjähriger Entwicklungszeit nie über eine sündhaft teure Kleinserie hinausgekommen – dafür lag der Verbrauch bei unter einem Liter auf 100 Kilometer. Für den Bugatti Chiron gilt das nicht: Bei Vollgas benötigt der 400 km/h schnelle Supersportwagen mit 1.500 PS mehr als einen Liter pro Kilometer – nicht 100 Kilometer, sondern einen. Immerhin hat es der Chiron, der mehr als drei Millionen Euro pro Stück kostet, bis zur Serienreife geschafft.

Unter Piëch sind allerdings nicht nur zahlreiche Prestige-Modelle mit fragwürdigem Business Case auf den Markt gekommen, sondern auch einige neue Marken. Angesichts der aktuellen Meldungen wird jetzt auch viele andere Manager im Konzern eine Frage umtreiben umtrieben wird: Bleibt es bei Ducati? Mit Marken wie Lamborghini, Bentley und Bugatti verhält es sich ähnlich: Es sind nette Unternehmensteile, aber beim Absatz und meist auch beim Gewinn spielen sie keine nennenswerte Rolle. Ihr einziger Vorteil: Da sie schon deutlich länger zu Volkswagen gehören, sind sie organisatorisch und technisch viel stärker in den Konzern integriert.

Ducati lässt die Monster los
Ducati Monster 1200 Quelle: Spotpress
Ducati Monster 1200 Quelle: Spotpress
Ducati Monster 1200 Quelle: Spotpress
Ducati Monster 1200 Quelle: Spotpress
Ducati Monster 1200 Quelle: Spotpress
Ducati Monster 1200 Quelle: Spotpress
Ducati Monster 1200 Quelle: Spotpress

Der Lamborghini Huracan teilt sich zum Beispiel Motor und andere Komponenten mit dem Audi R8. Für das erste Serien-SUV der italienischen Sportwagenmarke baut Lamborghini gerade eine vollkommen neue Produktionshalle – mit jeder Menge Konzerntechnik, da der Urus auf demselben Baukasten wie der Audi Q7 oder Porsche Cayenne basiert. Selbiges gilt für das Luxus-SUV Bentley Bentayga, auch die Limousinen und Coupés aus dem britischen Crewe bauen auf Konzernentwicklungen auf. Der Aufwand, diese Marken technisch und organisatorisch aus dem Konzernverbund zu lösen, könnte schnell den Ertrag übersteigen.

Ob das ausreicht, muss VW-Chef Matthias Müller klären. Denn spätestens wenn der Verkauf seiner Anteile vollzogen ist, wird Ferdinand Piëch für Ducati kaum noch etwas tun können – außer die Marke womöglich selbst zu kaufen. Aus seinen VW-Anteilen hat er ja schließlich gerade eine Milliarde Euro eingenommen.

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